Stadtjugendmusik Dietikon

Die schwarzen Brüder kommen: Junge Talente fiebern ihrem grossen Auftritt entgegen

Die Stadtjugendmusik und der Schülerchor proben gemeinsam.

Die Stadtjugendmusik und der Schülerchor proben gemeinsam.

Bei der Hauptprobe von «Die schwarzen Brüder» kamen die «Stadtjugendmusik Dietikon» und ein Schülerchor von Dritt- und Fünftklässlern zum ersten mal zusammen.

Gemeinsam sangen und spielten sie in der reformierten Kirche Dietikon die Geschichte von Giorgio, einem Buben aus dem Tessiner Dorf Sonogno, der in einer armen Bauernfamilie aufwächst und als Kaminfegerjunge nach Mailand verkauft wird. In Mailand kommt Giorgio zum Kaminfegermeister Rossi und zu dessen kaltherzigen Frau «Signora Rossi». Er bekommt kaum genügend zu essen. Einzig Rossis Tochter Angeletta steckt ihm hie und da etwas zu.

Bereits beim ersten Lied, das Dirigent Marco Nussbaumer anstimmt, klappt das Zusammenspiel von Chor und Orchester. Dies, obwohl es gemäss Tubist Noah, 21, «eine grosse Spannweite an Erfahrung» unter den 120 jungen Musikern gibt – Noah fällt auf, weil er in der Rekruten-Uniform erscheint. Bei der Stadtjugendmusik machen junge Menschen im Alter zwischen 9 und 22 mit. «Teresina Bella, ein Volkslied aus dem Tessin, und das Kaminfegerlied habe ich übernommen», sagt Nussbaumer. Die anderen 22 Lieder habe er selber komponiert. «Dabei passte ich den Schwierigkeitsgrad an», sagt er weiter. Nicht ganz zufrieden zeigt sich ein Drittklässler aus dem Schülerchor, der spontan einwirft, die Bläser und Trommler mögen doch bitte leiser spielen, damit man ihn besser hören könne.

Keine Spur von Nervosität

Es folgt der Auftritt der Solisten. Gleich zwei Rollen verkörpern Emily, 21, und Linda, 21. Sie spielen beide Trompete und singen danach ein Solo. Emily singt Angeletta und Linda «Signora Rossi». «Um ein Solo zu singen muss man selbstsicher sein», sagt Emily. Nervös schien unter den Sängern und Musiker ohnehin niemand zu sein – jedenfalls noch nicht. «Vor der Premiere werde ich eine gesunde Nervosität spüren, das steigert die Konzentration», sagt Noah. Auch in doppelter Funktion dabei ist Bariton Rolf Bochsler: Der Klassenlehrer singt selbst ein Solo.
Am Rande der Probe probieren einige der Teilnehmer traditionelle Kleider an, die sie am Konzert tragen werden. «Die Schüler des Chors werden als Kaminfegerjungs verkleidet sein», sagt Pia Siegrist, Präsidentin der Stadtjugendmusik Dietikon.

Vor Ort ist auch Erzähler Stefan Baier. Er wird aber erst bei der zweiten Hauptprobe zum Einsatz kommen, wenn das Programm komplett durchgespielt wird. «Meine Aufgabe wird es sein, die Leute mit wenigen Worten durch einen komplexen Roman zu führen», sagt Baier. Dabei werde er eine Mischung aus Vorlesen und freiem Erzählen wählen.
Das Zusammenspiel mit einem Chor und einem Erzähler ist ein für die Stadtjugendmusik neues Konzept. «Aus dem Musical, das ich in Arlesheim geleitet habe, wurde eine fünfviertelstündige konzertante Version», sagt Nussbaumer.

So düster die Geschichte auch ist – eingängige Rhythmen und feierliche wie dramatische Melodien machen das liebevoll gestaltete Konzertprogramm zu einer wahren Freude. «Die Geschichte hat ja ein Happy End. Man soll den Ernst spüren, die Geschichte soll aber auch nicht runterziehen», sagt der Dirigent.

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