Es ist schlicht und unterscheidet sich damit deutlich von den mit Gold und Edelsteinen besetzten barocken Kleidern, welche die Schwarze Madonna in der Klosterkirche Einsiedeln üblicherweise trägt. Entstanden ist das neuste Gewand im Kloster Fahr. Rund zwei Jahre hat die Leiterin der Paramentenwerkstatt, Priska Schmid, zusammen mit den Schwestern Bernadette Meier und Matthäa Wismer sowie Maja Schmid an der Gestaltung des grünen Kleids gearbeitet, gewoben und genäht. Denn es war der Wunsch der Fahrer Schwestern, zum 888. Jubiläum ihres Klosters, das dieses Jahr begangen wird, ihren Mitbrüdern in Einsiedeln ein besonderes Geschenk zu machen.

Wallfahrt nach Einsiedeln

Am Montag, am Fest Mariä Heimsuchung, war es dann so weit. Die Schwesterngemeinschaft unternahm eine Wallfahrt nach Einsiedeln, um die Übergabe zu feiern. Es war in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Tag. «Es war das erste Mal, dass sich die ganze Gemeinschaft des Doppelklosters in einem solchen Rahmen traf», sagte Priorin Irene Gassmann. Gemeinsam wurde die Eucharistie gefeiert und anschliessend im Refektorium der Mönche das Mittagessen eingenommen. Ihren Abschluss fand die Wallfahrt mit dem gemeinsamen Vespergebet in der Klosterkirche, das die Übergabe offiziell besiegelte.

Dabei zog Priorin Irene Parallelen zwischen dem Kleid und der Beziehung der beiden Klöster. Über Jahrhunderte hätten Äbte und Priorinnen an der Geschichte des Doppelklosters gewoben. «Und so ist der Stoff dieses neuen Gewandes ein Zeichen unserer gemeinsamen Geschichte», sagte sie. Das Kleid besteche durch seine Einfachheit in Form und Gestaltung. «Es ist ein Zeitzeuge aus dem 21. Jahrhundert», hielt die Priorin fest. Die Farbe Grün sei von den Mitbrüdern gewünscht worden. Sie stehe für Hoffnung und Neubeginn. «Täglich sind wir eingeladen, neu zu beginnen, an unserer eigenen Geschichte zu weben», sagte sie.

Mit dem neuen Kleid schliesst sich nun auch ein Kreis. In alten Aufzeichnungen sei schon einmal ein Fahrer Gewand vermerkt gewesen, so die Priorin. «Aber im 18. Jahrhundert verliert sich seine Spur. Seither besass die Madonna kein Kleid mehr, das im Kloster Fahr gefertigt wurde», sagte sie. Das hat sich nun geändert.

Auch bei den Mönchen, die angesichts der vielen Kleider der Madonna anfänglich nicht noch ein weiteres Gewand wollten, freut man sich mittlerweile über das Geschenk. «Als ich die Madonna erstmals in ihrem neuen Kleid sah, habe ich gedacht, mein Gott ist die elegant», sagte Abt Urban Federer.