Dietikon/Geroldswil

Die Schutzverordnung ist da: Geht es in der Silbern jetzt voran?

Flachmoor Antoniloch in Dietikon, im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) soll geschützt werden.

Ein verstecktes Flachmoor nahe der Industrie: Im Silberngebiet soll Naturschutz und bauliche Entwicklung möglich sein.

Flachmoor Antoniloch in Dietikon, im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) soll geschützt werden.

Der neue Entwurf der Verordnung zum Schutz der Altläufe der Limmat liegt vor. Endlich, sagt die Stadt Dietikon. Doch ob damit der blockierte Gestaltungsplan Silbern-Lerzen-Stierenmatt in die Gänge kommt, ist dennoch offen.

Es sei zwar viel später als gedacht – doch sei es grundsätzlich erfreulich, dass es «nun offenbar endlich einmal weitergeht», sagt der Dietiker Stadtpräsident Roger Bachmann (SVP). Denn am Freitag hat die kantonale Baudirektion ihre überarbeitete Verordnung zum Schutz der Altläufe der Limmat in Dietikon, Geroldswil und Oetwil in die öffentliche Auflage geschickt. Ab Montag liegen der Plan sowie die vier Seiten umfassende Verfügung zur Einsichtnahme auf.

Die Verfügung könnte dem Gestaltungsplan Silbern-Lerzen-Stierenmatt (SLS) wieder zum Durchbruch verhelfen. Dieser war im März 2012 von den Dietiker Stimmberechtigten gutgeheissen worden. Er war seither aber blockiert.

Der Entwurf der Schutzverordnung basiert auf der Verfügung vom April 2017. Im Textteil ist im Grundsatz nur ergänzt worden, dass die Bestimmungen nicht nur bis zur Moorgrenze, sondern auch bis zur Auengrenze gelten.

Denn die erste Schutzverordnung hatte nur auf den Umstand Rücksicht genommen, dass ein Teil des SLS-Gebiets zwischen Rangierbahnhof und Limmat seit 1994 als Flachmoor von nationaler Bedeutung gilt. Doch im November 2017 hat der Bundesrat das Gebiet der Limmataltläufe auch in die Verordnung über den Schutz der Auengebiete von nationaler Bedeutung aufgenommen.

Aus diesem Grund wurden nun die Anforderungen an den Auenschutz in die Schutzverordnung zu den Altläufen der Limmat eingebaut. Der genaue Grenzverlauf des Auengebiets ist nach den Vorgaben des Bundesamtes für Umwelt festgelegt worden. Das wirkt sich im Plan aus: Im Vergleich zur ursprünglichen Variante ist insbesondere die Naturschutzumgebungszone IIS3 ein bisschen grösser geworden. Dank dieser Pufferzone soll die Tier- und Pflanzenwelt im angrenzenden Flachmoor und in der Aue vor unerwünschten Einwirkungen geschützt werden. So gelten gewisse bauliche Einschränkungen. So dürfen beispielsweise in einem Abstand von bis zu 50 Metern zur Moor- oder Auengrenze von März bis Oktober keine vom Moor oder der Aue aus sichtbaren Dauerbeleuchtungen im Freien brennen. Sehr hohe Gebäude dürfen nur erstellt werden, wenn durch sie im Sommerhalbjahr keine zusätzliche ökologisch relevante Beschattung des Moors und der Aue entsteht.

Während der 30-tägigen Auflagefrist können alle Personen zum Entwurf der Schutzverordnung Stellung nehmen. Eingehende Anträge wird die Baudirektion vor dem definitiven Erlass der Verordnung prüfen. Das formelle Rekursverfahren beginnt erst nach dem Erlass.

Eine rasche Deblockade ist unwahrscheinlich

Die Stadt Dietikon kann wie andere involvierte Parteien noch keine Stellung zum Entwurf nehmen. Zuerst müsse der Inhalt der ab Montag aufliegenden Unterlagen genau geprüft werden, sagt Stadtpräsident Bachmann.

Dass der SLS-Gestaltungsplan nun rasch deblockiert wird, ist unwahrscheinlich. Gegen den 2012 genehmigten Gestaltungsplan waren drei Rekurse eingegangen. Zwei davon wurden im Sinne der Stadt Dietikon entschieden. Der dritte, der den Moorschutz betrifft, wurde sistiert. Denn gegen die im April 2017 erlassene Moorschutzverordnung hatten sowohl die Naturschutzorganisation BirdLife als auch verschiedene Grundeigentümer Einsprache erhoben, denen die Verordnung zu lasch beziehungsweise zu einschränkend war. Den Rekurs von BirdLife wies das Baurekursgericht ab – und es lockerte die Verordnung für die Grundeigentümer etwas, indem es den Abstand für sichtbare Beleuchtungen von 100 auf die erwähnten 50 Meter reduzierte.

Die Schutzverordnung wurde nicht rechtskräftig, da nun noch abgeklärt werden musste, ob darin der Auenschutz ausreichend abgedeckt ist. «Nun wird es entscheidend sein, wie es mit dem aktuell sistierten Rekursverfahren vor Baurekursgericht weitergeht und ob sich die nächsthöheren Gerichtsinstanzen noch mit dem Thema befassen müssen», sagt Bachmann.

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