1 Hygienevorschriften in der Biobadi im Moos

Ein Thema beschäftigte das Parlament am Montag besonders: Gleich vier Fragen waren dem «Möösli» gewidmet. Vor allem die erneute Überschreitung der Kolibakterien-Werte im Juli sorgte für Ärger. Sowohl für Dolores Zanini (SVP) wie auch Dominic Schläpfer (FDP) und Jürg Naumann (QV) stellte sich die Frage, wie es mit der Badi nach diesem PR-Debakel weitergeht. Werkvorstand Stefano Kunz (CVP) beschwichtigte: Die Wasserqualität sei abgesehen von diesem isolierten Vorfall einwandfrei, erwiderte er auf Zaninis diesbezügliche Frage. Diverse Massnahmen wie das Vorschreiben von Badewindeln oder die Einführung eines Ampelsystems seien bereits ergriffen worden. Zudem weise das Personal die Besucher seither noch konsequenter darauf hin, dass auch sie ihren Beitrag zu sauberem Wasser leisten müssen. Denn: «Hygiene ist vor allem eine Frage der Erziehung», so Kunz.

2 Besucherzahlenvergleich mit chemisch gereinigten Badis

Schläpfers Forderung, die Besucherzahlen der Biobadi mit herkömmlichen Bädern ähnlich grosser Städte wie Schlieren zu vergleichen, erachtet Kunz nicht als zielführend: «Man kann diese Zahlen nicht eins zu eins miteinander vergleichen.» Dennoch stellte er in Aussicht, andere Gemeinden unverbindlich anzufragen, ihre Zahlen offenzulegen.

3 Badi zum Dritten: Imageschaden durch überschrittene Grenzwerte

Schon früher am Abend wies Kunz darauf hin, dass mitnichten nur Schlechtes über die Badi an die Öffentlichkeit drang: Auf einen negativen Artikel seien vier positive gefallen, rechnete er vor. Bei diesem Sommer handle es sich zudem um einen «Ausnahmesommer, der chemische Bäder genauso an den Anschlag brachte wie biologische». Um «allen zu zeigen, was für eine schöne Badi wir haben», sei zudem bereits vor dem Juli eine Werbekampagne angelaufen.

4 Und wo bleibt nun der versprochene Rollrasen?

Die letzte Badifrage betraf den Rasen auf der Liegewiese im hinteren Teil der Anlage. Kunz räumte ein, dass Markus Weiersmüller (FDP) richtig erkannt hat, dass der Rollrasen, der flächendeckend hätte ausgelegt werden sollen, bis heute fehlt. Ihn nachträglich auszulegen, wäre nun aber zu teuer – stattdessen wolle man den Rasen belüften und frisch ansähen.

5 Einsatz von Zivildienstleistenden in der Schule Schlieren

Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) steht einem assistierenden Einsatz von Zivildienstleistenden in der Schule grundsätzlich positiv gegenüber, wie sie anlässlich der Frage von Daniel Frey (FDP) erklärte. Vor allem aus finanzieller Sicht seien solche Einsätze für die Schule attraktiv. Man habe letzten Herbst gar bereits Abklärungen für deren Einführung in einer Schlieremer Schuleinheit getroffen. Nur: In der Zwischenzeit hat der Nationalrat solche Einsätze abgelehnt. Noch steht der Entscheid des Ständerats aus. Da Schlieren aufgrund der komplizierten Gesuchstellung zuerst ein entsprechendes Konzept erstellen müsste, warte man also lieber noch den definitiven Entscheid ab, so Krebs.

6 Bauruine an der Zürcherstrasse: ein ewiger Schandfleck

Seit 2006 beschäftigt ein Baufeld an der Zürcherstrasse 137 die Stadt. Auch John Daniels (FDP) und Walter Artho (SP) ist dieser «Schandfleck» nicht entgangen. Nachdem das Land dort lange brachlag, sind die 2014 begonnenen Hochbauarbeiten nämlich bereits wieder unterbrochen worden. Viel könne die Stadt dagegen nicht tun, sagte Bauvorstand Markus Bärtschiger (SP). Interveniert habe sie schon mehrmals, bisher aber mit sichtbar mässigem Erfolg. Zwar hätte die Stadt nach Ablauf gewisser Fristen durchaus die Möglichkeit, die Fertigstellung per sogenannter «Ersatzvornahme» selbst in die Hand zu nehmen – dabei müsste sie aber «mehrere Hunderttausend bis Millionen Franken» vorschiessen. Und der Eindruck, den die Bauherrschaft bisher hinterlassen habe, stimme nicht gerade zuversichtlich:«Ich darf nichts Schlechtes über die Firma sagen – aber wir sind der Meinung, dass es schwierig wäre, dieses Geld wieder einzutreiben», so Bärtschiger.

7 Bisherige Erfahrungen mit der mobilen Radaranlage

Die semistationäre Radaranlage, die Schlieren im Oktober in Betrieb genommen hat, zeigt laut Polizeivorsteher Pierre Dalcher (SVP) Wirkung. Im von Jürg Naumann (QV) geforderten Lagebericht erklärte er, dass die Anlage bereits über 2200 Mal geblitzt hat, bei einem Bussenertrag von knapp 150 000 Franken – «durchschnittlich 67 Franken pro Blitz», so Dalcher. Einmal habe sie innert drei Wochen gar ganze 30 000 Franken eingetragen. Bei der Bevölkerung komme der Blitzer gut an; sie habe das Gefühl, dass es seither ruhiger sei.

8 Traditionsbruch an 1.-August-Feier mit Ständeratskandidat Jositsch

Peter Seifritz (SVP) wollte wissen, wieso am 1. August nicht wie üblich der Parlamentspräsident – aktuell Pascal Leuchtmann (SP) –, sondern Ständeratskandidat Daniel Jositsch (SP) eine Rede hielt. Stadtpräsident Toni Brühlmann-Jecklin (SP) erläuterte, dass Leuchtmann diesen nach der Anfrage der Kulturkommission selbst vorgeschlagen habe. Die Rede des Parlamentspräsidenten sei zwar mittlerweile Tradition, aber keineswegs Vorschrift – und sei auch schon in anderen Jahren nicht wahrgenommen worden.