Fasnacht 2021

«Die Schlinge um unseren Hals hat sich immer mehr zugezogen» – Reppischfäger sagen Fasnachtssaison ab

Nächstes Jahr wird die Guggenmusik Reppischfäger die Fasnachtssaison nicht normal begehen können.

Nächstes Jahr wird die Guggenmusik Reppischfäger die Fasnachtssaison nicht normal begehen können.

Die Dietiker Guggenmusik verzichtet auf sämtliche Anlässe – in Urdorf entscheidet sich die Clique Schäflibach erst Ende Oktober.

Die Reppischfäger aus Dietikon haben ihre Fasnachtssaison 2021 abgesagt. Das teilte die Guggenmusik am Freitag mit. Auch die beiden Fasnachtsveranstaltungen, die «A-Trinkete» und der «Reppischfägerball», die für den 17. und 18. Januar 2021 geplant waren, sind davon betroffen. Präsident Daniel Berweger spricht von einem Vernunftentscheid aufgrund der aktuellen Situation. «Die Schlinge um unseren Hals hat sich immer mehr zugezogen», sagt er. Anlässe, an die sie eingeladen gewesen wären, seien schon abgesagt worden. Ausserdem hätten auch Guggenmusiken, die am «Reppischfägerball» aufgetreten wären, bereits abgesagt.

Darum habe der Vorstand der Reppischfäger bei seiner Sitzung am Donnerstag die Absage der Fasnachtssaison 2021 beschlossen. «Der Entscheid fiel auch, um Mitglieder zu schützen und ihnen den Druck zu nehmen, dabei zu sein», sagt Berweger. Er hätte nicht gewollt, dass Mitglieder teilgenommen hätten, obwohl sie sich schlecht fühlen, nur um die Kolleginnen und Kollegen nicht im Stich zu lassen.

«Das Finanzielle war sicher auch ein Aspekt», sagt Berweger. Für die Tournee werde jeweils ein Reisecar organisiert, der mehrere tausend Franken pro Saison kostet. «Aber wir haben für unsere Mitglieder auch sehr viele Termine blockiert», sagt er. Diese wollte der Vorstand nun wieder freigegeben. «Es zeichnet sich ab, dass die Fasnacht ganz schwierig wird, wenn überhaupt irgendwo Fasnacht sein wird.»

Bei der Clique Schäflibach aus Urdorf, deren Urdorfer Fasnacht zu den bekanntesten im Kanton Zürich gehört, wird erst später ein Entscheid gefällt. Kürzlich führte die Clique Schäflibach eine öffentliche Umfrage durch. Dabei ging es auch darum, auf welche Weise die Fasnacht überhaupt begangen werden soll. Die Veranstaltungen beginnen in Urdorf normalerweise bereits Mitte Januar mit der Einsetzung des neuen Schirmherrn. Ausserdem organisiert die Clique Schäflibach jeweils einen Fasnachtsball im Vorfeld. Während der Fasnachtszeit finden neben dem Umzug auch noch die Kinderfasnacht und weitere Bälle statt. Laut Präsident Michael Keel wird bis Ende Oktober über die Durchführung entschieden – spätestens aber am 11. November, wenn die Fasnacht offiziell eingeläutet wird.

Auch eine Fasnacht light ist nun undenkbar

Die Reppischfäger, die sich schon länger von der Idee einer normalen Fasnacht verabschiedet hatten, verfolgten zunächst einen ähnlichen Weg. «Wir haben eine Mitgliederumfrage gemacht, ob eine etwa dreitägige Fasnacht light gewünscht wäre», sagt Berweger. Das sei positiv aufgenommen worden. Allerdings sei nun auch diese Variante nicht mehr denkbar. Für den Tourmanager der Guggenmusik wäre dies zu viel Aufwand. «Dann plant man etwas und wenige Tage später ist es bereits wieder Makulatur», meint Berweger.

Wenn möglich wollen die Reppischfäger aber auch in der kommenden Fasnachtsaison auftreten. Allerdings in einem anderen Rahmen. Das ist laut Berweger bisher rein hypothetisch und hängt von der Entwicklung der Coronapandemie bis dahin ab. Ausserdem müsse sich der Aufwand auf ein Minimum beschränken und es dürfen keine Investitionen in Infrastrukturen anfallen. Dazu Berweger: «Es wird spontan sein, wie früher vor 30 oder 40 Jahren, als man noch loszog, um Guggenmusik zu machen.»

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