Schlieren
Die Schlieremer Balkon-Enten sind geschlüpft und ausgeflogen

Heiri Lüthi kam am frühen Nachmittag gerade von der Metzger-Generalversammlung nach Hause und warf einen routinierten Blick auf seinen Balkon. Seit Ende März beherbergt er dort nämlich eine brütende Balkonente.

Sebastian Schanzer
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Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.

Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.

Sebastian Schanzer

Heiri Lüthi kam am frühen Nachmittag gerade von der Metzger-Generalversammlung nach Hause und warf einen routinierten Blick auf seinen Balkon. Seit Ende März beherbergt er dort nämlich eine brütende Balkonente. Diese sass nun aber nicht, wie erwartet, auf ihrem Nest, sondern watschelte emsig über den Balkon. Hinter ihr eine Reihe von elf piepsenden, quietschenden Küken. Lüthi hatte eine Kiste unter die Brutstätte gestellt, in die die jungen Entlein fallen sollten, falls sie aus dem Nest flüchten. «Wie sie dieses Hindernis überwunden haben, ist mir ein Rätsel», sagt er. Seither spazieren die Nestflüchtigen unerschrocken durch Balkon und Wohnung, planschen in Wasserpfützen oder versuchen, auf den Rücken ihrer Mutter zu springen. Dabei plumpsen sie regelmässig auf den Boden.

Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.
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Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.
Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.
Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.

Die Balkonenten von Heiri Lüthi sind geschlüpft.

Sebastian Schanzer

Heiri Lüthi und seine Frau beobachten das bunte Treiben aufmerksam von ihrem Wintergarten aus und sind entzückt. Wenn die Enten um die Ecke verschwinden, läuft ihnen Lüthi nach, fragt, wo sie denn hin wollten und wirft ihnen Salatblätter zu. Hin und wieder schweift sein Blick nach oben: «Ich sehe schon wieder viele Raubvögel kreisen». Lüthis Sorge um die Entenbrut ist durchaus berechtigt. Letztes Jahr wurde der Ente das Nest geplündert. Diesmal hatte er allerdings einige Schutzmassnahmen ergriffen. So konnten weder Marder noch Raubvögel zum Nest gelangen. Wer sich nun zu nah an die Kleinen heran wagt, bekommt es mit der Entenmutter zu tun. Sie plustert sich auf, schnaubt laut und streckt ihren Hals, bis der Störenfried wieder genügend Abstand eingenommen hat.

Ein Balkon in Schlieren ist natürlich kein langfristiges zu Hause für die Entenfamilie. Lüthi setzte die Brut deshalb wie jedes Jahr am Tag, nachdem die Küken geschlüpft sind, mit ihrer Mutter am Bächlein aus. Die Jungen können von Geburt an schwimmen und nach acht Wochen bereits fliegen. Von da an lockert sich die Bindung zur Mutterente. Die Bindung zwischen Heiri Lüthi und der Ente bleibt jedoch bestehen. Er ist überzeugt davon, dass sein «Guggeli» auch nächstes Frühjahr auf seinen Balkon kommt, um sich einzunisten.

Heiri Lüthi beherbergte die Balkon-Enten

Heiri Lüthi beherbergte die Balkon-Enten

Sebastian Schanzer