Ende 2013 jubelten die Gateway-Gegner: Es wurde bekannt, dass die SBB die 160-Millionen-Pläne für ihren Gateway Limmattal wohl aufgeben, weil sie nur noch auf den Standort Basel setzen wollen. CVP-Gemeinderat Gabriele Olivieri forderte vom Dietiker Stadtrat erleichtert, die Planung für den neuen Stadtteil Niderfeld voranzutreiben. Schliesslich müsse auf das Terminal-Projekt, das ans Niderfeld angrenzt, keine Rücksicht mehr genommen werden. Tatsächlich kam dann im Frühjahr das Aus für den Gateway. Im Siegestaumel ging vergessen, dass die SBB den Standort Dietikon nicht ganz aufgeben und die Ortsgüteranlage ausbauen wollen. Was harmlos tönt, hat es in sich. Wer nämlich nachrechnet, kommt zum Schluss: Eine ausgebaute Ortsgüteranlage könnte mehr Strassenverkehr bringen als zuvor der Gateway. Heute werden pro Tag 120 Container zwischen Lastwagen und Zug umgeladen, die SBB wollen bis zu 300 schaffen.

Das Misstrauen scheint berechtigt. In der Antwort des Dietiker Stadtrats auf Gabrieles Postulat heisst es nun ebenfalls: Zwar wird eine ausgebaute Ortsgüteranlage insgesamt zwar weniger Container als der Gateway umschlagen, dort hätten aber 80 Prozent per Bahn weitertransportiert werden sollen. Bei der Ortsgüteranlage wird per Lastwagen angeliefert oder abtransportiert. Dies hat Nicolas Perrin, CEO von SBB Cargo, dem Stadtrat in einem Gespräch bestätigt. Einzig der Landverbrauch kann durch das neue Projekt reduziert werden, was aber nicht heisst, dass die SBB gekauftes Niderfeld-Land zurückgeben. Sie wollen es behalten, falls sie dereinst trotz allem auf ihr Gateway-Projekt zurückkommen. Klarheit, was die SBB planen, bringt erst 2015 das Plangenehmigungsgesuch für die Ortsgüteranlage. Dann muss Transparenz hergestellt werden.