Fussball
Die Rückrunde wird für die Dietikerin Rahel Kiwic zur Härteprüfung

Die Dietikerin Rahel Kiwic kämpft mit dem MSV Duisburg ums Überleben in der Frauen-Bundesliga.

Michel Sutter
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Rahel Kiwic ist in Duisburg zur «uneingeschränkten Führungsspielerin» gereift, schreibt eine Regionalzeitung. Daniel Matic

Rahel Kiwic ist in Duisburg zur «uneingeschränkten Führungsspielerin» gereift, schreibt eine Regionalzeitung. Daniel Matic

Bei Deutschlands besten Fussballerinnen ruht momentan der Ball: Erst am 19. Februar beginnt die Rückrunde in der Frauen-Bundesliga. Dann spielt der MSV Duisburg gegen Essen.

Mit dabei sein wird auch Rahel Kiwic. Momentan weilt sie noch in der Schweiz, um ihre freien Tage zu geniessen. Doch am 9. Januar gilt es für Kiwic wieder ernst. Dann nimmt sie das Training bei der Frauenmannschaft des MSV Duisburg wieder auf. Der Trainingsauftakt läutet für die Duisburgerinnen nicht nur die Vorbereitung auf die Rückrunde ein. Er ist auch ein Neuanfang. Denn die letzte Partie der Hinrunde mussten Kiwic und ihre Teamkolleginnen erst einmal verdauen.

Denn wenige Tage vor Weihnachten setzte es eine 0:8-Kanterniederlage gegen Potsdam ab. «Das war bitter», sagt Kiwic, die ihre Fussballkarriere einst beim FC Dietikon lancierte. «So will man natürlich nicht vom Platz gehen.» Dasselbe Fazit zieht die Dietikerin bei der Pleite gegen Freiburg, bei der die Duisburgerinnen mit 0:5 nach Hause geschickt wurden. «Zum Glück konnten wir uns damals gleich auf die nächste Partie konzentrieren», sagt sie. Damit spricht sie das Spiel gegen FF USV Jena an, das die Duisburgerinnen mit 3:1 gewannen.

Rahel Kiwic, 25-jährig, MSV Duisburg, im Team seit 2012.

Rahel Kiwic, 25-jährig, MSV Duisburg, im Team seit 2012.

Keystone

Ebenfalls eine Reaktion zeigen konnten die Aufsteigerinnen auf das 0:6 gegen den SC Sand. Im nächsten Spiel besiegten sie 1899 Hoffenheim mit 1:0 – Erfolgserlebnisse, die auch Kiwic Auftrieb geben. «Wir haben die wichtigen Spiele gewonnen, mal abgesehen von der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen», sagt die Schweizer Nationalspielerin, die heute ihren 26. Geburtstag feiert. «Und auch gegen den VfL Wolfsburg und Bayern München haben wir uns gut verkauft. Damit stehen wir besser da als vor zwei Jahren, als wir zum selben Zeitpunkt unter dem Strich standen.» Momentan belegen Kiwic und ihre Teamkolleginnen Rang 9 von 12 in der Tabelle und haben nach Verlustpunkten immerhin drei Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Und doch: Mit nur drei Siegen in elf Spielen und einem Torverhältnis von minus 24 können die Duisburgerinnen nicht zufrieden sein, auch wenn sie jetzt eine Liga höher spielen. «Wir hatten gehofft, dass wir etwas mutiger auftreten würden», sagt Kiwic. Stattdessen sei die bisherige Saison ein einziges Auf und Ab gewesen – mit teilweise guten Ansätzen und knappen Niederlagen, aber eben auch den erwähnten deutlichen Pleiten.

Allerdings ortet Kiwic zwischen der 1. und der 2. Bundesliga deutliche Unterschiede im Spielniveau. «Das Tempo ist viel höher, in der 2. Liga hat man mehr Zeit», erklärt sie. «Ausserdem konnten wir uns in der 2. Liga immer wieder Chancen erspielen, während man in der 1. Liga jeder vergebenen Torgelegenheit nachtrauert.»

Auch als Stürmerin eingesetzt

Kiwic selbst kommt als Verteidigerin naturgemäss nicht oft zu Torchancen. Doch sie hat in dieser Saison auch schon als Stürmerin agiert, unter anderem beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach. Kein Problem für Kiwic, die vor zwei Jahren bereits regelmässiger in der Offensive spielte und in ihrer Jugend Stürmerin war. «Mir gefällt die Rolle als Stürmerin», sagt sie. «So kann man anders am Spiel teilnehmen, und mal ehrlich: Jede und jeder spielt gerne vorne. Passiert in der Verteidigung ein Fehler, ist der Weg zum Gegentor nicht mehr weit.»

Gegentore wollen die Duisburgerinnen in der Rückrunde nach Möglichkeit verhindern. Denn viele Ausrutscher dürfen sie sich nicht mehr erlauben, um den direkten Wiederabstieg zu verhindern. «Klar, wir als Aufsteiger kämpfen ums Überleben in der 1. Bundesliga. Wir waren uns dessen von Tag eins bewusst», sagt Kiwic. «Und man macht sich schon seine Gedanken zu der Situation.» Doch die Schweizerin, die von der «Neuen Ruhr Zeitung» unlängst als «uneingeschränkte Führungsspielerin» gelobt wurde, gibt sich kämpferisch: «Ich bin fest überzeugt, dass wir in der Rückrunde bestehen werden.»