«Es waren Tage, die wir in bester Erinnerung behalten werden», steht im Dankesschreiben der 700-Seelen-Gemeinde Jaun im Kanton Freiburg. Die Worte sind an die Helferinnen und Helfer des Rotary Clubs Zürich-Dietikon gerichtet. Während zweier Wochenenden im September packten insgesamt 14 Männer und 3 Frauen des Clubs in Jaun an und erneuerten den Dachstock einer Scheune, die neben dem ersten Pfarrhaus des Dorfs steht.

Seit 1996 nutzt die Stiftung Cantorama Letzteres als Konzertlokal. Sorgen bereitete den Mitgliedern schon lange das morsche und durchlöcherte Schindeldach der anliegenden Scheune. Abhilfe schafften nun die Rotarier. «Es war lässig mitzumachen», sagt Rotarierin Brigitte Post aus Birmensdorf.

Unter der Anleitung des Gemeindeammann von Jaun, Jean-Claude Schuwey — selber Schreinermeister und Zimmermann—, demontierte das Team in einer ersten Etappe den ganzen Dachstock. Beim zweiten Einsatz stand der Wiederaufbau mit neuen Latten und Ziegeln an. «Wir waren ein gutes Team. Jeder hat sich im Rahmen seiner Möglichkeiten eingebracht, ob auf dem Dach oder am Boden», resümiert Post. «Die Jauner haben wohl nicht damit gerechnet, dass wir Städter so anpacken können.»

Zum Team zählten neben namhaften Unternehmern und öffentlichen Persönlichkeiten unter anderem der Weininger Gemeindepräsident Mario Okle (parteilos), der Uitiker Finanzvorstand Markus Hoppler (CVP), die Uitiker Ex-Gemeinderätin Carol Hofer (parteilos) und der Weininger FDP-Ortspräsident Martin Geistlich.

7500 Franken gespendet

Der Rotary-Club Zürich-Dietikon unterstützte die Sanierung jedoch nicht nur mit seinem Einsatz vor Ort, sondern auch mit 7500 Franken. «Dafür steht Rotary, für gelebte Freundschaft und Hilfe», sagt Post. Insgesamt kostete die Sanierung 35 000 Franken. Neuigkeiten gibt es auch bezüglich der Mitgliederzahl.

«Vor einer Woche konnten wir die sechste Rotarierin aufnehmen. Wir haben nun 56 Mitglieder», sagt Post. Damit habe man beim Frauenanteil die Zehnprozent-Marke geknackt, was besonders erfreulich sei. 2010 wurde Carol Hofer als erste Frau aufgenommen. «Das zeigt, dass wir, entgegen aller Klischees, kein Altherrenclub sind.»