Es ist ein ehrgeiziges Ziel — bis 2100 soll der Energieverbrauch jährlich auf 2000 Watt pro Person sinken. Derzeit ist man noch weit weg davon. Momentan liegt der Verbrauch beim Dreifachen, rund 6000 Watt pro Person und Jahr. Wie diese Vision in die Realität umgesetzt werden kann, wird derzeit in der Umweltarena in Spreitenbach anlässlich des Kongresses «Tage der Nachhaltigkeit» diskutiert.

«Weltweit scheint das Ziel schon erreicht, denn der durchschnittliche Verbrauch liegt bei genau diesen 2000 Watt. Doch er ist nicht fair verteilt. Industriestaaten, wie die Schweiz sollen ihren Energiebedarf senken, damit Entwicklungsländer ihren erhöhen können», sagt Thomas Blindenbacher, der im Auftrag von Energie Schweiz einen Vortrag über die 2000-Watt-Gesellschaft hält.

Wie die Situation in der Schweiz derzeit aussieht, erklärt er anhand eines Golfplatzes. «Die Schweiz steht am Abschlag, es ist wichtig, in die richtige Richtung zu zielen und dabei das Loch immer im Auge zu behalten.» Dass die Richtung stimmt, zeigen erste Erfolge auf Gemeinde- und Kantonsebene. Letzte Woche haben die ersten Schweizer Kommunen das Label «Energiestadt auf dem Weg in die 2000-Watt-Gesellschaft erhalten. So zum Beispiel Zürich oder Basel. Für diese Auszeichnung müssen 18 Kriterien erfüllt sein, unter anderem eine effiziente öffentliche Beleuchtung und eine Stromversorgung die aus mindestens 60 Prozent erneuerbaren Energien besteht.

Der nächste Schritt soll dann auch die Privathaushalte einbeziehen. «Diese von unserer Sache zu überzeugen, ist schwieriger als Gemeinden», sagt Blindenbacher. Wie das trotzdem gelingen könnte, weiss eine Zuhörerin. Sie schlägt vor, eine eigene Währung als Anreiz für die Bevölkerung einzuführen. Durch nachhaltiges und «grünes» Handeln soll es Punkte geben, mit diesen können wiederum Dinge gekauft werden, die der Nachhaltigkeit dienen.