Limmattal
Die Region bekommt die Stechmücken zu spüren

Für Stechmücken herrschen derzeit beste Bedingungen: Sie schlüpfen bei nassem Wetter besonders zahlreich. Die Apotheken verzeichnen gar eine grössere Nachfrage nach Mückenschutzmitteln.

Anina Gepp
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Für Blut legen Stechmücken bis zu zehn Kilometer zurück.

Für Blut legen Stechmücken bis zu zehn Kilometer zurück.

Thinkstock

Der nasse und kühle Sommer: Des einen Freud, des anderen Leid. Freuen tun sich in diesem Fall die Stechmücken. Sie gedeihen unter den aktuellen Bedingungen besonders gut. Vielerorts gebe es derzeit sogenannte Überschwemmungsmücken, sagt Alexander Mathis, Insektenspezialist an der Universität Zürich. Auch an der Limmat legen die Insekten Millionen von Larven. Denn die starken Regenfälle der letzten Wochen liessen die Gewässer im Kanton ansteigen. «Die Weibchen legen ihre Eier in solche regelmässig überschwemmten Gebiete, wo diese jahrelang überleben können, bis es bei anhaltender Nässe zu einem Massenschlupf der Larven dieser Mücken kommt», erklärt Mathis.

Stechwütig sind die Weibchen

So vertreiben Sie die Mücken

Tragen Sie lange Kleidung. Helle und weite Kleidung aus festem Stoff, wie zum Beispiel Leinen, eignet sich am besten.

- Entleeren Sie die Regentonne im Garten regelmässig, sodass sich Larven gar nicht erst ansiedeln können.

- Sowohl in der Wohnung, als auch draussen, gelten ätherische Öle als gute Hausmittel, um sich vor Mücken zu schützen. Dazu gehören Öle, wie Citronella, Zimt, Rosmarin, Lavendel oder Zitronengras.

- Um Mücken in Schach zu halten, schwören manche Leute sogar auf Küchenkräuter auf der Fensterbank. Hierzu gehören Basilikum, Schnittlauch und Zitronenmelisse.

- Mücken mögen weder den Geruch von Knoblauch noch jenen von Kohle. Empfehlenswert ist es deshalb, vor allem Produkte wie Walnüsse, Hülsenfrüchte, Lachs, Kartoffeln, Brokkoli und Spargel zu sich zu nehmen.

Der Nachwuchs der Stechmücken schlüpfe, wenn die Eier in Kontakt mit Wasser kommen, so Mathis. Sobald die Tiere paarungsreif sind, werden die Weibchen besonders stechwütig. Denn für die Produktion der Eier benötigen sie Stoffe, die im menschlichen Blut vorhanden sind. Um an ihr Blut zu kommen, legen die Mücken Distanzen von bis zu zehn Kilometern zurück.

Manche Regionen der Schweiz sind so stark von der Mückenplage betroffen gewesen, dass die Larven von einem Helikopter mit einem bakteriellen Insektizid vernichtet wurden. Eine der Gemeinden war Ellikon am Rhein im Kanton Zürich. Die Wirkung war allerdings schwach. Für solche immer wieder stark betroffene Gebiete existieren Schwellenwerte für die Larvendichten.

Bei Überschreiten dieser Werte wird eine Behandlung durchgeführt. Im Limmattal war das bisher aber noch nie notwendig. Wie viele Stechmücken mehr es diesen Sommer im Vergleich zu anderen Jahren tatsächlich gibt, ist überhaupt schwierig zu sagen. Es gebe in der Schweiz generell keine systematische langjährige Überwachung der Mückenpopulationen, so Mathis.

Dass es aber definitiv mehr Mücken gibt, vermutet auch Thomas Dössegger, Verwalter der Löwen Apotheke in Dietikon. «Wir verkaufen diesen Sommer viel mehr Mittel gegen Mücken», sagt er. Jetzt vor den Ferien deckten sich die Kunden fleissig ein. Zudem würden er und seine Angestellten oft um Rat gefragt, wenn es um weitere Tipps für die Bekämpfung der Insekten gehe. Dössegger rät, Moskitonetze über dem Bett aufzuhängen oder elektronische Mückenvertreiber einzusetzen. Auch die Lilien Apotheke in Schlieren verkauft heuer mehr Mückenschutzmittel als in anderen Jahren. Nebst den bekannten Sprays werden auch Armbänder mit ätherischen Ölen, die die Mücken vertreiben sollen, verkauft.

Ende Juli ist es überstanden

Wer trotz Mückenspray und weiteren Hausmittelchen von den Blutsaugern verstochen wird, dem sei gesagt, dass der Spuk schon bald vorüber sein dürfte. «Adulte Mücken leben drei bis vier Wochen. Die Larvenkonzentrationen in den überschwemmten Gebieten sind mittlerweile tief. Ende Juli sollte wieder Normalität eintreten», sagt Mathis.