Dietikon
Die Quittung für die illegale Wandmalerei: IV-Rentnerin muss 1000 Franken zahlen

Das Bild, das eine Dietikerin unter der Reppischbrücke Hasenbergstrasse gepinselt hat, kostet sie 1000 Franken. Dazu kommt eine bedingte Geldstrafe.

David Egger
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Corpus delicti: Das illegal gepinselte Auge unter der Reppischbrücke hat zu einer Verurteilung mit Busse, Gebühren und bedingter Geldstrafe geführt.

Corpus delicti: Das illegal gepinselte Auge unter der Reppischbrücke hat zu einer Verurteilung mit Busse, Gebühren und bedingter Geldstrafe geführt.

Jefimija Djukic

In Dietikon hatte die Kantonspolizei Zürich am 3. März kurz vor Mitternacht eine Frau verhaftet, die ein farbiges Auge an die Betonwand unter der Reppischbrücke Hasenbergstrasse gemalt hatte. Danach wurde die Frau in der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) fürsorgerisch untergebracht und dort am 6. März entlassen (die Schweiz am Wochenende berichtete).

Die Acryl-Farbe ist schon lange trocken. Nun steht auch das Strafmass für die Dietiker Künstlerin fest. Sie wurde wegen Sachbeschädigung zur Rechenschaft gezogen. Der Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis vom 24. April liegt der Limmattaler Zeitung vor. Er wurde Anfang Mai zum rechtskräftigen Urteil.

Zum einen muss die Frau eine Busse von 200 Franken bezahlen. Tut sie dies nicht, müsste sie sich ersatzweise einer Freiheitsstrafe von zwei Tagen beugen. Weiter muss sie die Gebühr für das Vorverfahren übernehmen, die 800 Franken beträgt. Macht zusammen 1000 Franken, die die Schweizer IV-Rentnerin nun zahlen muss.

«Aufgrund des Vorlebens darf erwartet werden, sie werde aus dem Verfahren die nötigen Lehren ziehen und inskünftig nicht mehr straffällig werden.»

Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis

Gleichwohl kommt sie noch mit einem blauen Auge davon: Neben der Busse und der Gebühr für das Vorverfahren wurde der Frau eine Geldstrafe auferlegt, die aber bedingt ausfällt: Es handelt sich um zehn Tagessätze zu je 80 Franken, insgesamt also 800 Franken. Lässt sich die Frau, die nun im Strafregister eingetragen ist, innerhalb der Probezeit von zwei Jahren nichts weiteres mehr zuschulden kommen, fällt der Vollzug der Geldstrafe dahin.

Die Strafe wurde insbesondere deshalb bedingt ausgefällt, da die Beschuldigte keine Vorstrafen aufwies und daher erwartet werden dürfe, dass sie «aus dem Verfahren die nötigen Lehren ziehen und inskünftig nicht mehr straffällig werden» werde, wie die Staatsanwaltschaft Limmattal/Albis im Strafbefehl schreibt.

Die drei Pinsel werden vernichtet

Die 15 von der Polizei sichergestellten Behälter mit Acrylfarbe kann diese nun weiterverwenden oder vernichten, ebenso wie die drei Pinsel, zwei Spraydosen und ein Rucksack mit weiteren Utensilien wie zum Beispiel Klebeband.

Ihren ebenfalls eingelagerten Zeichnungsblock durfte die Künstlerin mit Eintritt der Rechtskraft des Strafbefehls wieder einfordern. Wie sie auf Anfrage der Limmattaler Zeitung sagte, verzichtete sie nun auf eine Einsprache. Sie akzeptiert das Urteil. Die Freude an der Farbmalerei hat die Frau nicht verloren.
Stadt auf den Zivilweg verwiesen

Geschädigte war im vorliegenden Fall die Stadt Dietikon, als Eigentümerin der betroffenen WC-Anlage unter der Reppischbrücke. Die Staatsanwaltschaft beziffert den Schaden an der Betonwand, der durch das mindestens einen halben Meter grosse Bild entstanden ist, auf zirka 2000 Franken. Eine allfällige Zivilklage – um von der Täterin Schadenersatz zu erhalten – wurde auf den Zivilweg verwiesen.