Theater Dietikon
Die Probleme holt die Sondermüllabfuhr

In ihrem neuen Stück widmet sich die Theateria den grossen und kleinen Unannehmlichkeiten des Lebens.

Cynthia Mira
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Die Probleme einfach mal schätzen lernen: So lautet eine von Heidi Christens Devisen.

Die Probleme einfach mal schätzen lernen: So lautet eine von Heidi Christens Devisen.

Cynthia Mira

Wo ist das Problem? Die seltsame Antwort auf diese Frage lautet an diesem ersten Adventssonntag: Im Müllcontainer vor dem Stadtkeller in Dietikon. Genauer gesagt sind es gleich haufenweise Sorgen, die auf die Entsorgung mit der Sondermüllabfuhr warten. Mit der Premiere der neuen Kleinkunstproduktion der Theateria Dietikon machen sich die drei Hauptdarsteller Heidi Christen, Stefan Baier und Thomas Lutz auf die Suche nach den Problemen, die das Leben schreiben. Denn schliesslich kommt ein Problem nur allzu selten allein.

Im kleinen Raum des Stadtkellers Dietikon wird auf der Bühne in poetischen Liedern, kleinen Sketches und mit viel Humor über die kleinsten sowie die ganz grossen Probleme der Welt philosophiert und diskutiert. Mal lässt sich nicht leugnen, dass aus einer Mücke ein Elefant gemacht wird, mal wissen auch die Künstler auf der Bühne nicht so recht, wie nun das Problem aus der Welt zu schaffen sei.

Aus dem Leben gegriffen

«Die genannten Probleme sind wirklich aus dem Leben gegriffen», sagt Besucher Rolf Knaus, als er sich mit seiner Frau Silvia Knaus und den beiden weiteren Gästen Gaby Huber sowie Adrian Koppe über das Theaterstück unterhält, und doppelt grinsend nach: «Ja, es ist tatsächlich ein Problem, wenn man zu spät kommt». Damit geht die Diskussion über eine kleine Frage weiter, mit der das Stück eine Stunde zuvor begonnen hatte.

Das Wortspiel mit all den Wörtern, die mit «Pro» beginnen, sei genial gewesen, sagt Silvia Knaus und verweist damit auf einen kleinen Monolog von Heidi Christen, die im Stück für einen Lösungsansatz des Pro-Problems appelliert. Einfach mal die Probleme schätzen lernen, lautet eine ihrer Devisen. Zusammen mit Stefan Baier hat sie im Jahr 1991 die Scuola Teatro Dimitri in Verscio absolviert.

Das Trio tritt seit vielen Jahren in Dietikon mit den eigenen Produktionen auf: «Es sind viele guten Seelen auch hinter der Bühne tätig», sagt Stefan Baier nach der gelungenen Erstaufführung und meint unter anderen Helfern Christoph Zimmermann, der als Präsident des Theateria-Klubs Dietikon an diesem Morgen keine Probleme damit bekundet, die Künstler ins rechte Licht zu rücken.

«Es war ein sehr harmonisches Stück und diese Mischung aus Schauspiel und Musik hat überzeugt», meint Gaby Huber aus Dietikon. Musikalisch begleitet wurde das Trio zudem von Andreas Wilhelm am Bass. «Die Stimmung in den langsamen Liedern wurde ins Publikum getragen, das hat man gemerkt», meint Heidi Christen und auch für Stefan Baier war die Begegnung mit dem Publikum an diesem Morgen etwas Besonderes.

«Wir wissen eigentlich nie so recht, was am Ende einer Produktion herauskommt, es ist eine Art Puzzle, das am Schluss das Gesamtwerk ausmacht», sagt er. Es entwickle sich auch über die Zeit und mit den nächsten Aufführungen weiter. Mit dem Ausspruch, es sei doch kein Problem, einen Titel für das neue Stück zu finden, war die Idee für die diesjährige Produktion bereits geboren: «Keis Problem!»