Birmensdorf
Die Primarschüler brauchen mehr Platz zum Lernen

Die Gemeindeversammlung von Birmensdorf befindet am kommenden 15. Februar befindet über den ersten Schritt zur Millionen-Investition für das Schulhaus Reppisch.

Nicole Emmenegger
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Das Birmensdorfer Primarschulhaus Reppisch soll ersetzt werden.

Das Birmensdorfer Primarschulhaus Reppisch soll ersetzt werden.

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Mit über 50 Jahren lohnt sich ein Lifting nicht mehr – das gilt laut der Primarschulpflege Birmensdorf zumindest für das Schulhaus Reppisch. Für das Gebäude bestehe «unmittelbarer Sanierungsbedarf», schreibt die Schulpflege in ihrem Antrag an die Primarschulgemeindeversammlung vom 15.Februar. Da eine Sanierung 5 bis 6 Millionen kosten würde, sei eine solche finanziell nicht sinnvoll. Die Schulpflege fordert deshalb: Das Schulhaus Reppisch soll ersetzt werden. Favorisiert wird ein Neubau auf dem Areal südöstlich des Schulhauses Letten.

Knapp zwei Millionen zur Debatte

Vis-à-vis der Gemeindeverwaltung an der Stallikonerstrasse soll die Gemeinde ein 1360-Quadratmeter-Grundstück mit einem freistehenden Wohnhaus kaufen - so will es der Gemeinderat. Er unterbreitet der Gemeindeversammlung vom 15. Februar einen Kaufvertrag, der einen Preis von 1,4 Millionen Franken vorsieht. Es gehe darum, den «kommunalen Grundbesitz an prominenter und zentraler Lage» abzurunden, schreibt der Gemeinderat in seinem Antrag. Mit Blick in die Zukunft gelte es, «die für den Eigenbedarf benötigten Grundstücke zu sichern». Das Areal
an der Stallikonerstrasse 11 könne als Standort verschiedener Infrastrukturbauten genutzt werden. Auf einen konkreten Verwendungszweck legt sich der Gemeinderat allerdings noch nicht fest. Im Gegenzug will er diverse «peripher gelegene Gemeindeparzellen» verkaufen.

Der zweite Antrag des Gemeinderates: Entlang der Zürcherstrasse zwischen Bahnhof und Risi/Rameren-strasse soll ein Gehweg erstellt werden. Zudem soll die Strasse durch bauliche Massnahmen eingeengt werden, damit der Verkehr verlangsamt werden kann. Die Gemeinde würde für dieses Projekt 460000 Franken bezahlen - der Kanton rund 2,4 Millionen Franken. Dies, weil die Zürcherstrasse im Abschnitt Güpf bis Ramerenstrasse gemäss regionalem Richtplan vom Kanton an die Gemeinde übergeben wird. Der Kanton muss die Fahrbahn auf dem Abschnitt zwischen Bahnübergang und Risi zuvor sanieren und würde auch über drei Viertel der Kosten für den Gehweg übernehmen. Der Zürcher Regierungsrat muss das Projekt und den Kredit vorerst noch genehmigen. Die Passerelle über die Zürcherstrasse soll entfernt und durch einen Fussgängerstreifen ersetzt werden.

Weiter befindet die Birmensdorfer Gemeindeversammlung über die Erhöhung des jährlich wiederkehrenden Kredits für die ortspolizeilichen Aufgaben der Sicherheitsfirma Securitas AG von 30000 auf 50000 Franken.

Das letzte Traktandum: Der Gemeinderat beantragt, die Gemeindegrenze Birmensdorf-Wettswil aufgrund der Landumlegung entlang der neuen Nationalstrasse N20 anzupassen - dies ohne Flächenverlust. (nem)

Zweite Variante «unzweckmässig»

Die von der Schulpflege eingesetzte Planungskommission hat auch eine zweite Bauvariante begutachtet: ein Neubau am anderen Ufer der Reppisch, auf dem Areal Haldenacher. Doch diese Variante erweise sich als «unzweckmässig, da die Landreserve preisgegeben wird und schulbetriebliche Distanzen entstehen», schreibt die Schulpflege in ihrem Antrag.

Das neue Gebäude soll nicht nur das sanierungsbedürftige Reppisch-Schulhaus ersetzen, sondern auch Platz für mehr Kinder schaffen: Bis 2025 rechnet man in Birmensdorf mit einer Primarschülerzahl von bis zu 550 Kindern – das sind rund hundert mehr als heute. «Der Raumbedarf kann nur durch einen entsprechenden Neubau gedeckt werden», so das Fazit der Schulpflege. Denn wesentliche Erweiterungen an den bestehenden Schulhäusern Letten und Linde seien nicht möglich – eigene Baulandreserven und Aussenräume hingegen genügend vorhanden.

Für die Planung dieses Projektes wird ein Kredit von 750 000 Franken beantragt. Sollte dieser am 15. Februar von der Primarschulgemeindeversammlung angenommen werden, würde ein Projektwettbewerb bereits in diesem Frühjahr ausgeschrieben. Frühestens im Herbst 2012 könnten die Stimmbürger an der Urne über den Baukredit befinden. Und im Jahr 2015 könnte das neue Schulhaus laut Schulpflegepräsident Ernst Brand bereits fertig sein. Die Gesamtkosten werden derzeit grob auf 15 Millionen Franken geschätzt.

Lernatelier für die Sek

Auch der Sekundarschule Birmensdorf-Aesch stehen voraussichtlich Bauarbeiten bevor: Die Schulgemeindeversammlung stimmt am 15. Februar über einen Kredit von 158000 Franken für ein neues Lernatelier ab. Laut Sekundarschulpflege ist dieses nötig, weil der Kanton Zürich 2008 eine Umgestaltung der 3. Sekundarstufe beschlossen hat. Neue Lernmethoden wie das Selbststudium sollen die Jugendlichen besser für den Übertritt in die Berufswelt oder an ein Gymnasium vorbereiten.

Aufgrund der neuen Methoden sei eine Umgestaltung des Unterrichtsortes «unerlässlich», schreibt die Schulpflege in ihrem Antrag. Konkret sollen ein bisheriges Musik- und Zeichenzimmer sowie ein angrenzender Gruppenraum in ein Lernatelier umgerüstet werden, das unter anderem 14 Einzelarbeitsplätze mit Computern und 12 Einzelarbeitsplätze ohne Computer bietet.

Gemeindeversammlungen der Gemeinde Birmensdorf, der Sekundarschulgemeinde Birmensdorf-Aesch und der Primarschulgemeinde Birmensdorf am Dienstag, 15. Februar, um 19.30 Uhr im Saal A des Gemeindezentrums Brüelmatt .