Im Neubau sollen Schulzimmer mit Gruppenräumen Platz finden. Dies teilte Primarschulpräsident Ernst Brand an einer Elterninformation am Donnerstagabend mit.

«Wir sind froh, dass wir diese Möglichkeit nutzen können», sagt Primarschulpräsident Ernst Brand. Als er 2008 in die Schulpflege eingetreten sei, sollte das Land angesichts der angespannten finanziellen Lage der Primarschule noch verkauft werden. «Nun stehen wir finanziell besser da und können diese Landreserve als Bauland nutzen.» Das Ziel sei es, Ende März 2013 einen Architekturwettbewerb ausschreiben zu können. Falls dies gelingt, könnte Ende 2014 ein Bauprojekt vors Volk gelangen, das bis 2017 bezugsbereit wäre. Ursprünglich ging man davon aus, 2015 ein neues Schulhaus einweihen zu können. Doch dann kam alles anders.

Denkmalschutz kippte Projekt

Damals plante die Schulpflege, das sanierungsbedürftige Schulhaus Reppisch aus dem Jahr 1959 abzureissen und durch einen Neubau zu ersetzen. Dann folgte der Dämpfer: Das Gebäude stand auf dem Index schützenswerter Gebäude des kantonalen Denkmalschutzes. Dieser drohte an, das Schulhaus unter Schutz zu stellen, falls es die Primarschulpflege tatsächlich abzureissen gedenke. Schliesslich entschied man sich dazu, das Schulhaus Reppisch in Zusammenarbeit mit dem Kanton zu sanieren, und einen zusätzlichen Neubau an anderer Stelle zu realisieren.

Nach zwei geologischen Studien und verschiedenen angedachten Lösungen stand fest: Auf dem heute bestehenden Schulareal war ein Neubau nicht umsetzbar. Deshalb fiel nun, zwei Jahre nachdem man ein erstes Mal kurz vor der Ausschreibung eines Wettbewerbs stand, der Entscheid, die Baureserve auf dem Haldenacher zu nutzen. Der Projektierungskredit, über 750000 Franken, der von der Schulgemeindeversammlung im Februar 2011 gutgeheissen wurde, kann laut Brand auch für dieses neue Projekt noch genutzt werden.

Verteilung ist noch unklar

Noch nicht vollständig geklärt ist, wie die Schulstrukturen auf den geplanten und vorhandenen Schulraum verteilt werden sollen: Angesichts des erwarteten Schülerzuwachses benötigt die Primarschule mindestens einen zusätzlichen Kindergarten und vier zusätzliche Klassenzimmer. Dazu kommen Gruppenräume, Räumlichkeiten für Tagesstrukturen, Lehrerzimmer, Psychotherapiezimmer und Musikzimmer, die heute keinen Platz finden. «Derzeit planen wir, im Haldenacher-Neubau nur Klassenzimmer mit Gruppenräumen zu schaffen», sagt Brand. Diese würden Unterrichtsräume in anderen Schulgebäuden ersetzten, die dann für die oben genannten zusätzlichen Bedürfnisse frei würden. «Ein Ingenieurbüro klärt derzeit ab, wo welche Räumlichkeiten des bestehenden Schulraumes untergebracht werden können.»

Schrebergärten müssen weichen

Ebenfalls ungewiss ist, was mit den Schrebergärten geschieht, die sich derzeit noch auf dem Areal Haldenacher befinden, wie Brand erklärt: «Wir haben das Land der Gemeinde zur Nutzung überlassen, die wiederum Pachtverträge mit den Benutzern abgeschlossen hat. Ich bin überzeugt, dass die Gemeinde Hand für eine Ersatzlösung bieten wird», sagt er.

Ist der Neubau fertiggestellt, so können die Sanierungsarbeiten am Schulhaus Reppisch beginnen. Sie werden in Zusammenarbeit mit dem kantonalen Denkmalschutz durchgeführt. «Die gestaffelte Planung ist wichtig, damit wir während der Sanierungsarbeiten keinen zusätzlichen Schulraum zumieten müssen», so Brand. Der Schulbetrieb im Schulhaus Reppisch könnte so temporär in den Neubau umziehen. Für die Sanierungsarbeiten wird ein eigenes Projekt erstellt. Für die Umsetzung müsste die Schulgemeinde allenfalls wieder einen eigenen Baukredit genehmigen.