Erich Schmid, Leiter Kommunikation Ost der Schweizerischen Post, hebt die positiven Folgen hervor: «Das wesentliche Angebot bleibt erhalten und die Kunden profitieren von attraktiveren Öffnungszeiten», sagt er. Das Angebot der Post wird aber schrumpfen.

Keine Bareinzahlungen mehr

Es gibt zwei wesentliche Einschränkungen: «Einzahlungen können aus Sicherheitsgründen nicht mehr mit Bargeld getätigt werden», sagt Schmid. Dafür würden nicht nur die Postfinance-Karte, sondern auch Maestro-Karten akzeptiert. Geld kann aber nur mit einer Postfinance-Karte bezogen werden.

Die zweite Einschränkung betrifft Spezialsendungen wie Gerichtsurkunden, Betreibungsurkunden oder Sendungen, bei denen Zollgebühren angefallen sind. Ist man nicht zu Hause, wenn der Postbote die Sendung zustellen will, muss man sie abholen. Dazu muss man künftig auf Geroldswil. «Es besteht aber auch die Möglichkeit, sich den Brief oder das Paket am nächsten Tag nochmals zustellen zu lassen. Dieser Service ist gratis – man muss dann einfach zu Hause sein», sagt Schmid. Welche Dienstleistungen werden also angeboten? Im Volg kann man in Zukunft Briefe und Pakete aufgeben und abholen, Briefmarken kaufen, bargeldlose Einzahlungen tätigen und Geld beziehen, wenn man ein Konto bei der Post hat.

Auch Volg soll profitieren

Paul Studer, Gemeindepräsident von Oetwil, bedauert, dass die Poststelle schliesst. «Es ist schade, dass ein Teil der Aufgaben abgebaut wird. Wir hoffen aber, dass es für den Volg einen Nutzen gibt.» Denn auch der Volg-Laden kämpfe mit stagnierenden bis leicht rückläufigen Umsätzen und suche nach Möglichkeiten, um den bestehenden Standort zu stärken, schreibt die Post in einer Medienmitteilung. So hoffen wohl beide, vom Zusammenschluss zu profitieren – die Kunden werden im Idealfall die Postgeschäfte mit dem Einkaufen kombinieren. Die Agentur wird im Rahmen eines geplanten Umbaus in den Volg-Laden integriert.

Die Mitarbeitenden der Poststelle würden ein Angebot für eine gleichwertige Beschäftigung in der näheren Umgebung erhalten, teilt die Post mit.

Agentur war bereits 2008 Thema

Bereits 2008 wollten Einwohner in einer Anfrage an den Gemeinderat wissen, ob eine Verschiebung der Poststelle in den Dorfladen möglich sei. Damals sah der Gemeinderat davon ab, die Eröffnung einer Postagentur zu forcieren. Die Poststelle würde in nächster Zeit nicht geschlossen, war damals die Begründung. Nun ist es doch so weit. «Die Zahlen an Briefen, Paketen und Einzahlungen gehen Jahr für Jahr zurück, auch in Oetwil», sagt Schmid. «Wir überprüfen periodisch die Zahlen der Poststellen.»

Ein weiterer Grund, wieso man sich für eine Postagentur entschlossen habe, sei der Standort: «Es hat weitere Poststellen, die relativ nahe und einfach zu erreichen sind», sagt Schmid.