Schlieren
Die Post sieht keinen Grund für eine zweite Filiale in Schlieren

Der Quartierverein reichte ein Postulat beim Stadtrat ein, sich für eine zweite Poststelle stark zu machen. Seit Anfang 2013 konnten jedoch die Wartezeiten bei der Poststelle in Schlieren gesenkt werden. Die Post sieht somit kein Handlungsbedarf.

Florian Niedermann
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Post (Symbolbild)

Post (Symbolbild)

Der Schlieremer Quartierverein forderte den Stadtrat in einem Postulat dazu auf, sich bei der Post für eine zweite Poststelle einzusetzen (siehe Ausgabe vom 15. April). Die bestehende Filiale sei ein «besonderer Engpass und teilweise sogar ein Ärgernis. Auch wenn alle Schalter geöffnet sind, sind die Wartezeiten übermässig lang.»

Aufseiten der Post ist man sich der Situation bewusst, wie Erich Schmid, Kommunikationsverantwortlicher Poststellennetz, sagt: «Vor allem am Monatsende kann es zu einer Massierung von Kundengeschäften kommen. Dies hat teilweise verlängerte Wartezeiten zur Folge.» Er verweist allerdings darauf, dass die Wartezeiten in den ersten drei Monaten dieses Jahres gegenüber 2012 bereits gesenkt werden konnten. «Wir hatten rund 9000 Kundengeschäfte weniger als letztes Jahr.» Die Eröffnung einer zweiten Poststelle in Schlieren sei derzeit nicht vorgesehen, so Schmid.

Kundengeschäfte sind relevant

Seine Forderung begründete der Quartierverein auch mit der künftigen Entwicklung der Stadt. «Schlieren wächst und wächst. Damit muss sich auch die Infrastruktur anpassen», heisst es im Postulat. Die Post sieht im zu erwartenden Wachstum allerdings noch keinen Anlass dafür, eine weitere Filiale einzurichten. «Wir erwarten keine starke Zunahme der Postgeschäfte. Viele Neuzuzüger gehören der jüngeren Generation an, die ihre Geschäfte vornehmlich online erledigt», sagt Schmid. Für die Post sei daher nicht die Einwohnerzahl einer Gemeinde relevant, sondern die Menge der Kundengeschäfte. «Falls mit der Bevölkerung aber auch die Anzahl der zu bewältigenden Postgeschäfte stark wachsen sollte, werden wir sicher die nötigen Massnahmen ergreifen», so Schmid.

In einem weiteren Punkt kritisierte Quartiervereinspräsident Jürg Naumann, dass das wilde Parkieren mangels Parkplätzen rund um die Post ein Ärgernis darstelle. Auch diesen Vorwurf weist die Post zurück. Es seien insgesamt 15 normale und 2 Kurzzeitparkplätze vorhanden, erklärt Schmid. «Das Problem ist, dass viele Kunden nicht wissen, dass sich sieben der 15 Plätze in der Parkgarage unter dem Gebäude befinden. Diese werden zu wenig genutzt, obwohl sie explizit für Postkunden reserviert sind.» Bisher seien bei den Angestellten der Schlieremer Poststelle noch keine Reklamationen betreffend die Parkmöglichkeiten eingegangen.

Weiter monierten die Postulanten, dass sämtliche SchlBrüieremer Firmen die einzige Schlieremer Poststelle benützen müssten, was das Zentrum unnötig mit Verkehr belaste. Naumann erinnerte daran, dass es früher eine zweite Poststelle im Postbetriebszentrum Mülligen gab, die speziell von Firmen benutzt wurde. Inzwischen sei sie jedoch geschlossen worden, schrieb er. Dies stimme so nicht, entgegnet Schmid: «Es gibt bei der Post Mülligen nach wie vor einen Geschäftskundenschalter, den Firmen nutzen können.»

Sollte eine zweite Poststelle nicht machbar sein, so solle die Post einen «Drive-Through-Schalter» in Schlieren errichten, forderte der Quartierverein schliesslich. Diese Idee lehnt die Post schon aus verkehrstechnischen Gründen ab, wie Schmid erklärt: «Wenn sich Kunden mit ihren Autos in einer Schlange einreihen können sollen, so benötigt man für einen solchen Schalter enorm viel Platz.»