Viel gibt es nicht mehr zu tun für die etwa ein Dutzend Rekruten an diesem sonnigen Morgen. Nur ein paar Holzlatten müssen noch an einem Posten befestigt werden. Von hier aus werden die Kampfrichter während des Glanzenburg Cups die Fahrten der Pontoniere beurteilen. Michael Thöni, Claudio Neuhäusler und Philipp Meier nehmen sich der Sache an und machen sich auf den Weg auf die andere Seite der Limmat. Die Rekruten, mit Schwimmwesten ausgerüstet, turnen am Holzgerüst herum, das etwa einen Meter über der Limmat aufgebaut worden ist. Die jungen Männer wissen, wie sie die Bretter anbringen müssen: zwei, drei Löcher bohren, Brett festschrauben, fertig. «Wir haben alle Zimmermann gelernt», sagt Thöni und grinst.

Fünf Tage lang waren die drei zusammen mit einem Dutzend anderer Rekruten an der Limmat beim Pontonierhaus Dietikon im Einsatz. Gemeinsam haben sie nicht nur die Kampfrichterposten aufgebaut, sondern unter anderem auch das Festzelt. Für die Armeeangehörigen, die in Brugg stationiert sind, war die Woche eine schöne Abwechslung. «Wir haben das gerne gemacht», sagt Thöni. «Und es ist auch alles bestens gelaufen.»
Damit die Rekruten überhaupt nach Dietikon kamen, mussten die Verantwortlichen des Pontoniervereins ein Gesuch stellen. Dieses wurde für die Woche vor dem Wettkampf bewilligt.

So steht seit Ende letzter Woche alles bereit für die zwölfte Ausgabe des Glanzenburg Cups.
Bei den Pontonieren ist man froh über die Arbeit der Rekruten. «Wir hätten das natürlich auch selber aufbauen können, aber die Rekruten machen das viel schneller», sagt Roland Keller vom Pontonierverein Dietikon und fügt augenzwinkernd hinzu: «Sie kriegen es auch schöner hin.»

Doch der Einsatz der Armeeangehörigen hat noch einen weiteren, nicht ganz unwichtigen Vorteil: Die Pontoniere des Pontoniervereins Dietikon können sich ganz aufs Training konzentrieren – praktisch unter Wettkampfbedingungen. So beispielsweise am vergangenen Donnerstag, als sie den Kurs mehrmals abfuhren – jeweils zu zweit im Boot, so wie der Glanzenburg Cup absolviert wird. Ein Privileg, das nur dem organisierenden Verein vorbehalten bleibt. Die Boote anderer Teams dagegen haben keine Gelegenheit, auf der Limmat zu trainieren.

Das Training ist dieses Jahr umso wichtiger, als dass beim Glanzenburg Cup die Konkurrenz gross ist. Über 330 Boote haben sich angemeldet. «Wir müssen fast alle anderthalb Minuten ein Boot starten lassen, damit wir durchkommen», sagt Medienchef Ivo Isenring. «Das Programm ist also sehr dicht gedrängt.»

Heimvorteil für Dietiker

Dennoch erwarten die Dietiker Teams, dass sie am zwölften Glanzenburg Cup um die vorderen Ränge mitfahren. Immerhin stellen sie mit Roland Keller und dessen Partner Marcel Kohler, Nuri Schmed und Nicola Keller sowie Jeanette Liniger und Tamara Kamm auch gleich drei Duos, die im vergangenen Jahr Schweizermeister geworden sind. «Wir wollen beim Glanzenburg Cup natürlich schon möglichst gut abschneiden», sagt Roland Keller. «Es ist ja unser Heimwettkampf.»