Bergdietikon

Die Pläne für das Land Rai liegen auf

So könnte das Land Rai dereinst aussehen. Heute ist es eine grüne Wiese. In Zukunft soll hier gewohnt werden.

So könnte das Land Rai dereinst aussehen. Heute ist es eine grüne Wiese. In Zukunft soll hier gewohnt werden.

Im Mitwirkungsverfahren für die Umzonung des Hanggebiets sind vier Eingaben eingegangen. Am Montag beginnt die öffentliche Auflage.

Rund 120 Wohnungen könnten auf dem Bergdietiker Land Rai entstehen, das zwischen Bergstrasse und Honerethof liegt. Im April gab der Gemeinderat bekannt, dass er den Entwurf für die Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) angepasst hat. Ebenso hat die Investorin, die Implenia, das zugrunde liegende Bauprojekt überarbeitet (die Limmattaler Zeitung berichtete). Die Anpassungen waren nötig, da ein erstes Projekt 2015 in einer Volksabstimmung Schiffbruch erlitt, nachdem die Gemeindeversammlung noch Ja gesagt hatte.

Nach einer Infoveranstaltung im Mai 2019 konnte sich die Bevölkerung vom 13. Mai bis zum 11. Juni am Mitwirkungsverfahren beteiligen. Zudem durchlief das Projekt die abschliessende Vorprüfung durch den Kanton. Jetzt folgt der nächste Schritt. Ab Montag, 19. August, liegt die Teiländerung der Bau- und Nutzungsordnung öffentlich auf, wie die Gemeinde gestern mitteilte. Die Bevölkerung kann die Pläne bis zum 17. September während der Bürozeiten der Gemeindeverwaltung anschauen. Innerhalb dieser Auflagefrist können Personen mit schutzwürdigem eigenen Interesse begründete Einwendungen gegen das Vorhaben einreichen.

Am 28. November ist die Gemeindeversammlung

Am Donnerstag, 28. November, wird die Gemeindeversammlung über die Teilzonenänderung abstimmen und über die Einwendungen befinden. Danach könnten allfällige Einwendungen an höhere Instanzen weitergezogen werden. Im Mitwirkungsverfahren waren vier Eingaben eingegangen, wie Gemeindeschreiber Patrick Geissmann auf Anfrage sagt. Es handle sich vor allem um Anliegen bezüglich der Erschliessung des Landes Rai mit dem öffentlichen Verkehr (öV). «In diesem Zusammenhang hat der Gemeinderat ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, das bis zur Gemeindeversammlung vorliegen sollte», sagt Geissmann. Fragen hinsichtlich öV wird der Gestaltungsplan abschliessend beantworten müssen und nicht die Bau- und Nutzungsordnung. «Sobald die Bau- und Nutzungsordnung genehmigt ist, wird der Gestaltungsplan weiterverfolgt. Dort wird es voraussichtlich noch Änderungen geben», sagt Geissmann.

2015 war das Projekt insbesondere aufgrund der Grösse und Länge der geplanten Bebauungen abgelehnt worden. Das neue Projekt sieht nun eine tiefere Ausnützungsziffer vor. Zudem wurden die zwei langen Baukörper im unteren Bereich des Hanggebiets in sechs kürzere Gebäude unterteilt.

Die 120 Wohnungen sollen Raum für alle Altersgruppen und verschiedenste Ansprüche bieten. So gibt es auch Eigentumswohnungen. Solche sind in Bergdietikon bisher eher spärlich gesät. Die Gemeinde zielt auf ein verträgliches Wachstum ab. Kommt das Projekt zustande, nimmt sie 6,5 Millionen Franken ein: rund 4 Millionen aus dem Landverkauf und 2,5 Millionen aus Infrastrukturgebühren. Gibt es hingegen ein Nein, müsste die Gemeinde 3,44 Millionen abschreiben, da das Land an Wert verliert. Auch private Grundeigentümer wären betroffen.

Die Entwicklung des Landes Rai ist seit den 1980ern ein Thema. 2011 hatte die Gemeindeversammlung einen Vertrag zwischen der Gemeinde und der Investorin Implenia genehmigt – und gab so den Auftrag, das Land zu entwickeln. Die Auftragserfüllung ist nun wieder ein Stück näher gerückt.

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