Das rasante Trippeln ist leise zu hören. Der Atem der drei Balletttänzerinnen ebenso, obwohl Mozarts «Kleine Nachtmusik» den Raum in der Schlieremer Tanzschule erfüllt. Gerade laut genug, damit die Anweisungen der Choreografin noch verständlich sind. Es ist das erste Mal, dass die Tänzerinnen in den neuen Tutus proben. Am Ende der Szene spenden die am Rand sitzenden Kolleginnen warmen Beifall. Eine kurze Pause, dann wird weitergetanzt.

Insgesamt sind es elf Tänzerinnen, für die Aliana Pizzi, künstlerische Leiterin des Schlieremer Vereins Pizzi Dance Art Company (Pidarco), neue Choreografien kreierte. Anlass ist eine Zusammenarbeit mit dem Stadtorchester Schlieren. Unter dem Titel «Mozart Moves» werden an diesem Wochenende an zwei Abenden klassische Melodien mit Tanzdarbietungen aufgeführt.

«Das Projekt ist eine Premiere für unsere beiden Kulturvereine», sagt Pidarco-Vereinspräsident Carlos Fernandez. Die Idee entstand rund um das Arts & Food Festival in Schlieren, für das Fernandez verantwortlich zeichnete. Das Stadtorchester wie die Tanz-Company traten dort auf. «Ich sah die Gruppe am Festival tanzen und sie hat mir sofort imponiert», sagt Jetti Hutter, Präsidentin des Stadtorchesters. Fernandez sah die Möglichkeit einer Zusammenarbeit und mit Hutter leitete er das Nötige in die Wege, um einen gemeinsamen Auftritt zu planen.

Ein Jubiläum wird gefeiert

«Mozart Moves» ersetzt nun das jährliche Adventskonzert des Orchesters, ist aber Teil der Jubiläumsaktivitäten des Vereins, der in diesem Jahr sein 70-jähriges Bestehen feiert. Das Laienorchester tritt sowohl in sinfonischer als auch in kammermusikalischer Besetzung auf und sicherte sich einen festen Platz in der Limmattaler Kulturszene.

Dank des Jubiläums unterstützt auch die Stadt Schlieren die nun bevorstehenden Konzerte, bei welchen sich rund 40 Musikerinnen und Musiker den Kompositionen von Mozart widmen. Ausgesucht wurden sie vom Orchester-Dirigenten Hugo Bollschweiler sowie in enger Absprache mit Choreografin Pizzi. «Mozart war ein gesegneter Künstler, dessen Werke sehr vielfältig sind. Seine Musik kann pompös, witzig oder auch intim sein und es ist daher eine Freude, sie aufzuführen», sagt Hutter, die auch Bratsche spielen wird. Also wird das Publikum Auszüge aus Sinfonien, Serenaden, Divertimenti und natürlich auch Ballettmusik des Genies hören.

«Jeder kriegt einen Platz»

Zehn Stücke sind es insgesamt; bei sechs werden die elf Tänzerinnen auftreten. «Wir Musiker werden die Tänzerinnen während des Konzerts leider nicht sehen, da wir ihnen situationsbedingt den Rücken zudrehen», sagt Hutter. Geprobt haben beide Vereine meist separat. Erst bei der Haupt- sowie Generalprobe traf das Orchester auf das Tanz-Ensemble.

Das Tempo der Musikstücke wurde im Vorfeld der Auftritte bestimmt, sodass sich die Tänzerinnen auf den Rhythmus einstellen konnten. «Für den Auftritt war es uns auch wichtig, dass das Publikum unseren Tanz versteht.

Die verschiedenen Ballett-Bewegungen wie Arabesque oder Tendu kennen wohl nicht alle, aber mit szenischen Situationen aus dem Leben können wir die professionellen Choreografien spielerisch rüberbringen», so Fernandez, der selbst ausgebildeter Musical-Darsteller ist.

Beide Vereine wollen viele Interessierte für das Zusammenspiel des Orchesters und der Tanz-Company mobilisieren. Schliesslich soll der Salmensaal an zwei Abenden gefüllt werden. Für den Ticketverkauf wurde mit der Stadtbibliothek Schlieren sowie der Online-Plattform Eventfrog gearbeitet. Ebenso wird es eine Abendkasse für Kurzentschlossene geben.

«Jeder, der uns erleben will, wird einen Platz kriegen», sagt Hutter. Sie und Fernandez versprechen nichts weniger als ein «Erlebnis für alle Sinne».