Schlangenbrote, Schnupperübungen und ein kleiner Prinz, der mit seinem Raumschiff notlanden muss – dies einige der Attraktionen des Pfadi-Schnuppertags in Dietikon. Die Pfadi St. Ulrich nutzte die Gelegenheit, um am Samstag die Vorzüge der Pfadfinderbewegung in Szene zu setzen, Klischees zu beseitigen und neue Mitglieder zu begeistern. «Der Schnuppertag ist für uns sehr wichtig», sagt Kees van der Plas, einer der Organisatoren. Denn es gilt, den Nachwuchs zu fördern. Wobei der Stufenleiter, der in der Pfadi den Namen Beluga trägt, auch betont, dass seine Abteilung gut aufgestellt ist: «In meiner Stufe haben wir heute 18 Mitglieder, früher waren es nur 5». Insgesamt zählt die Pfadi St. Ulrich, die 1955 gegründet wurde, rund 100 Mitglieder in sämtlichen Stufen.

Beim Drei-Bein-Fussball

Beim Drei-Bein-Fussball

Am Schnuppertag setzte die Pfadi St. Ulrich auf witzige Übungen im Guggenbühl.

Beluga selbst ist mit Leib und Seele der Bewegung verschrieben: Er stammt aus Grossbritannien, wo bereits 1907 das erste Pfadfinderlager durchgeführt wurde. Für den Schnuppertag haben er und seine Mitstreiter ein vielseitiges Programm auf die Beine gestellt. «Wir sitzen nicht um das Lagerfeuer herum und trällern Lieder, sondern setzen auf viele Aktivitäten und fördern den Zusammenhalt – eine besondere Stärke unserer Pfadi», erklärt Beluga. Weswegen auf dem Kirchplatz in Dietikon einiges geboten wird. Neben einem Stand mit allerlei Leckereien gab es auch einen Postenlauf zu absolvieren: Büchsenschiessen oder Mohrenkopfschleudern stehen auf dem Programm. Interessierte dürfen aber auch ganz einfach spannenden Geschichten aus dem Pfadfinderleben lauschen.

Herzstück des Tages ist die Schnupperübung für die Vier- bis Zwölfjährigen. Logisch, dass nun angehende Dietiker «Fünkli» und «Wölfe» – Bezeichnungen der ersten zwei Stufen – mit leuchtenden Augen gespannt auf den Start warten: Rund 30 Kinder wagen sich unter der lautstarken Leitung von Fabrice Basset alias Fisch ins Abenteuer. «Ab in den Wald» lautet der Schlachtruf, also macht sich die Gruppe mit viel Getöse vom Kirchplatz auf Richtung Guggenbühlwald. Viele der baldigen Fünkli glühen erst wenige Jahre und werden daher mit Argusaugen von älteren Pfadfindern bewacht. Unter ihnen auch der 13-jährige Lukas, der auf den Namen Zorilla hört. «Im letzten Jahr hatten wir zwar mehr Schnupperteilnehmer, aber so oder so will ich meine Vorbildfunktion erfüllen», so der Pfadfinder, der in zwei Jahren die Piostufe erreichen wird.

Memory für den Prinzen

Die Übungen werden als Hilfeleistungen für den «Kleinen Prinzen» angepriesen, der mit seinem Raumschiff notlanden musste und nun auf der Suche nach Treibstoff ist. In vier Gruppen aufgeteilt, können entsprechende Stationen absolviert werden, um dem Prinzen wieder Antrieb zu verleihen. Neben dem Memory-Spielen auf dem Waldboden oder dem Testen des Geruchssinns, sind es der Hindernislauf und die Seilbrücke, die für Spannung sorgen. Das «Drei-Bein-Fussballspiel» kommt ebenfalls sehr gut an; die Spieler, paarweise an den Beinen angekettet, erfüllen die KTV-Wiese mit Gelächter.