Stadtpräsidium Schlieren
Die Parteien bringen sich in Position - doch es gibt ein ungeschriebenes Gesetz

Die SP und die FDP bekunden ihr Interesse, den Nachfolger von Toni Brühlmann zu stellen.

Alex Rudolf
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Stadthaus Schlieren: Wer tritt in Toni Brühlmanns Fussstapfen (Themenbild).

Stadthaus Schlieren: Wer tritt in Toni Brühlmanns Fussstapfen (Themenbild).

Florian Niedermann

Während die Schlieremer Sozialdemokraten nach Toni Brühlmann-Jecklin auch den nächsten Stadtpräsidenten stellen wollen, sind die Freisinnigen bestrebt, das im 2010 verlorene Prestigeamt zurück auf die bürgerliche Seite zu holen. So lautet das Resultat einer ersten Umfrage unter den Parteien im Hinblick auf die Gesamterneuerungswahlen vom kommenden Jahr. Erst vor zwei Wochen gab der aktuelle Amtsinhaber Brühlmann bekannt, dass er 2018 nicht mehr antreten werde. Das Kandidatenkarussell beginnt allmählich zu drehen.

Noch habe die dreiköpfige Findungskommission der Schlieremer SP noch keine Namen hervorgebracht, sagt Parteipräsidentin Béatrice Bürgin. «Doch sind wir zuversichtlich, über genügend geeignete Personen zu verfügen.» Optimal wäre es, wenn sich eine Person finden liesse, die sich in der städtischen Politik bereits einen Namen gemacht habe. «Fest steht, dass wir das symbolträchtige Amt des Stadtpräsidenten weiterhin mit einem Sozialdemokraten besetzen möchten», so Bürgin. Rückendeckung erhält sie von Beat Rüst, Präsident der Grünen, der einer SP-Kandidatur für das Stadtpräsidium die Unterstützung seiner Partei zusichert.

Bei der SVP hingegen ist noch alles offen. Deren Präsident Beat Kilchenmann (SVP) sagt auf Anfrage, dass parteiintern noch keine Entscheide getroffen wurden, die kommuniziert werden können. «Es ist schlichtweg noch zu früh», sagt er. CVP-Präsident und Stadtrat Stefano Kunz verweist darauf, dass man sich innerhalb der Partei durchaus bereits Gedanken zu einer möglichen Kandidatur gemacht habe. «Entschieden ist jedoch noch gar nichts.»

FDP will Sitz zurückerobern

FDP-Präsidentin Barbara Angelsberger verweist auf die Tradition der Jahre vor Brühlmann, wonach der Schlieremer Stadtpräsident ein Freisinniger war: «Wir wollen den Sitz zurückerobern.»

Barbara Angelsberger

Barbara Angelsberger

zvg

Gleichzeitig sei man sich bisher auch einig, den freiwerdenden Stadtratssitz nicht anzugreifen, da solche Versuche bei vergangenen Gesamterneuerungswahlen nicht von Erfolg gekrönt waren. «Den Schlieremer Wählern ist eine ausgewogene Stadtregierung sehr wichtig», sagt sie. Dies führt zum Schluss, dass eine der beiden FDP-Stadträtinnen – Schulvorsteherin Beatrice Krebs und Finanzvorsteherin Manuela Stiefel – als Stadtpräsidentin kandidieren würde. Beide Magistratinnen haben bereits angekündigt, im kommenden Jahr für eine weitere Legislatur zu kandidieren. Angelsberger sagt: «Ja. Dies wäre die logische Konsequenz.» Die beiden Stadträtinnen lassen sich indes nicht in die Karten blicken.

Krebs und Stiefel verweisen auf Nachfrage der Limmattaler Zeitung einerseits auf die parteiinternen Nominationsprozesse, wie auch auf die Entscheidung der bürgerlichen Parteien Schlierens (BPS). Diese einigen sich bei Wahlen ums Stadtpräsidium jeweils auf einen gemeinsamen Kandidaten aus der CVP, SVP, EVP oder FDP. Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt jedoch, dass Manuela Stiefel prädestiniert für das Amt wäre. Nicht nur erzielte sie anlässlich der Gesamterneuerungswahlen 2014 mit 1624 Stimmen das beste Resultat aller Stadträte, auch ist sie aktuell Finanzvorsteherin. In Schlieren ist es ein ungeschriebenes Gesetz, dass – egal welche Partei das Stadtpräsidium anstrebt – es am Ende oft der Finanzvorstand wird. So war es zuletzt bei Brühlmann, Peter Voser (FDP) und Rita Geistlich (FDP) der Fall.

Doch: Wie bereits erwähnt, müsste eine FDP-Kandidatur erst noch mit der BPS, also von Vertretern der CVP, EVP und SVP besprochen werden. Beat Kilchenmann präsidiert die BPS derzeit und sagt auf Anfrage, dass noch kein Termin für ein Treffen der vier Parteivorstände festgelegt wurde. «Entscheiden sich mehrere Parteien, eine Kandidatur zu lancieren, würde gegebenenfalls an einer Vollversammlung der bürgerlichen Parteien mittels Wahl wohl der definitive Kandidat nominiert», so Kilchenmann.

Noch keine Pläne bei GLP und QVS

Einen Sprengkandidaten von ausserhalb der SP/Grüne-Fraktion und der bürgerlichen Parteien ist zum aktuellen Zeitpunkt unwahrscheinlich. Die GLP kann sich zwar gut vorstellen, einen Kandidaten für den freiwerdenden Sitz im Stadtrat aufzustellen, sagt Präsident und Gemeinderat Andreas Kriesi. «Dass wir jedoch gleich einen Kandidaten für das Stadtpräsidium stellen, ist eher unwahrscheinlich, da hier erfahrungsgemäss bisherige Stadträte in die Kränze kommen», so Kriesi.

Auch Jürg Naumann, Präsident des Quartiervereins Schlieren, sagt auf Anfrage, dass es für Details noch zu früh sei. «Wir bildeten kürzlich eine Wahlkommission. Diese nahm die Arbeit jedoch noch nicht auf.»