Urdorf
Die Pandemie hat dem Verkauf von Christbäumen keinen Abbruch getan

Die Urdorfer Firma Agroservice GmbH züchtet Christbäume im Limmattal. In Zeiten von Corona beweist sie viel Flexibilität.

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Limmattaler Zeitung

Christbäume zieren an Weihnachten viele festliche Stuben. Wo sonst, wenn nicht unter einem schönen Tannenbaum, lassen sich am besten Geschenke platzieren? Auch im Limmattal ist der Verkauf der Christbäume wieder in vollem Gange: Einer von diversen Anbietern ist die Urdorfer Agroservice GmbH, die unter anderem in Urdorf und Uitikon Christbäume verkauft. Das Unternehmen pflanzt schon seit mehr als 30 Jahren Tannenbäume auf ihren Betriebsflächen an.

Dass das Weihnachtsfest dieses Jahr wegen Corona anders als gewohnt stattfinden muss, hat dem Verkauf aber keinen Abbruch getan. Im Gegenteil. «Das liegt wohl daran, dass heuer weniger Leute über die Festtage hinweg verreisen. Sie brauchen nun zuhause einen Baum», sagt Geschäftsführer Hanspeter Huber. Der Urdorfer hat zudem über die letzten Jahre einen weiteren Trend festgestellt. «Die Menschen kaufen heutzutage ihren Baum tendenziell früher als noch vor ein paar Jahren», sagt er.

Die Pandemie stellt aber auch die Christbaumverkäufer vor gewisse Probleme. «Durch die ständig ändernden Massnahmen und Verordnungen ist es sehr schwierig, die Verkäufe zu planen», sagt Geschäftsführer Hanspeter Huber. «Es herrscht durchaus Unsicherheit.» Auch, weil die Christbäume schon geschlagen worden seien, aber immer wieder neue, womöglich einschränkende Massnahmen drohen.

Grössere Christbäume ­wachsen zehn Jahre lang

Für das Unternehmen mit elf Festangestellten und rund zehn saisonalen Mitarbeitenden ist in diesen Zeiten Geduld gefragt. Über diese Tugend verfügt Agroservice zweifelsohne: Bis eine kleinere Tanne reif und bereit zum Fällen ist, vergehen ganze sechs Jahre. Grössere Bäume wachsen gar zehn Jahre lang. Währenddessen seien die Bäume auch Frost und Hagel ausgesetzt, erklärt Huber. «Wenn wir Pech haben, fällt ein Teil der Ernte jeweils aus.» Wurden alle Tannen gefällt, wird zehn Jahre gewartet, bis die nächste Generation Bäume gepflanzt wird. In dieser Zeit bleibt der Boden unberührt und wird nicht mehr umgeschichtet, sodass eine Wiese heranwachsen und sich der Boden erholen kann.

Die ständig ändernden Verordnungen machen es schwierig, die Verkäufe zu planen.

(Quelle: Hanspeter Huber, Geschäftsinhaber Agroservice GmbH)

Um auf den Bevölkerungswunsch nach früher verfügbaren Bäumen eingehen zu können, haben die Christbaumverkäufe im Limmattal dieses Jahr vielerorts schon am Samstag, dem 12. Dezember, begonnen. «Die Sonntagsverkäufe fielen den behördlichen Bestimmungen zum Opfer. Deshalb haben wir uns entschieden, die Verkäufe auf mehrere Tage zu verteilen, um der Nachfrage gerecht zu werden», sagt Huber. Zudem würden sich so auch weniger Leute begegnen. Aber auch für den Fall, dass ein zweiter Lockdown den Direktverkauf verunmöglichen würde, ist die Firma laut Huber vorbereitet: «Falls dieses Szenario eintrifft, haben wir mit unserem Webshop eine Alternative.»