Birmensdorf
Die Oppligerscheune wird zur historischen Schatzkammer

Die heimatkundliche Vereinigung und die Gemeinde bauten die Oppligerscheune aus. Trotz stark limitierten Budgets ist ein schmucker Bau entstanden. Er ist nun eine neue Präsentationsstätte für Relikte aus der Geschichte der Gemeinde.

Florian Niedermann
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Oppligerscheune Birmensdorf
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Ebenfalls im Erdgeschoss befindet sich die restaurierte und wieder in Betrieb genommene alte Kirchenuhr
So sah die Oppligerscheune vor dem Ausbau aus
und so nach dem Ausbau
Diesen Feierabendziegel fand man beim Abdecken des Daches
Auch in der Chronikstube wurden Tonplattenböden ausgelegt.
In einer Ausstellungsabteilung finden sich Gerätschaften aus den ehemaligen Milchannahmestellen der Gemeinde

Oppligerscheune Birmensdorf

Florian Niedermann

Geplant war ein schlichtes Schaulager für das Ortsmuseum. Geworden ist daraus ein schmucker Bau, der eigentlich als eigenständiges Museum funktionieren könnte und der das ländlich-bäuerliche Leben vergangener Zeiten dokumentiert.

2001 kaufte die politische Gemeinde Birmensdorf der Familie Oppliger mit der Genehmigung des Souveräns die Scheune an der Kirchgasse neben der alten Mühle ab. Insgesamt 300000 Franken waren für den Basisausbau budgetiert. Damit sollten die Kosten für Dach, Zwischenböden, Treppenaufgänge, die elektrische Erschliessung sowie die Unterdachschalung finanziert werden.

Dabei sollte es aber nicht bleiben. «Für uns stand von Anfang an fest, dass wir die Scheune weiter ausbauen wollen», sagt Albert Wey, der den Ausbau der Scheune als Vertreter der Heimatkundliche Vereinigung während der letzten Jahre gestaltete und leitete.

In Eigenregie und unter Anleitung von Fachleuten verlegten Mitglieder des Vereins in Tausenden von Stunden Fronarbeit Tonplattenböden, bauten eine Toilette ein, zogen Mauern hoch, reinigten das Gebälk, verputzten die Wände, restaurierten vorhandenes Mobiliar und zimmerten neue Durchgänge mit dazugehörigen Eichentüren. Das Resultat: ein geschmackvoll gestaltetes Gebäude, das handwerkliche Tradition mit modernen baulichen Elementen kombiniert.

Neben einer Chronikstube finden sich darin heute eine rekonstruierte Schmiede, die alte Kirchenuhr mit Zifferblatt aus dem Jahr 1924 sowie je eine Ausstellungsabteilung zur Feuerwehr, zu den ehemaligen Milchannahmestellen und eine Schuhmacherei. Die thematisch geordneten Ausstellungsbereiche wurden mit historischen Gegenständen aus dem Fundus des Ortsmuseums eingerichtet. Weitere Bereiche wie etwa eine Drechslerei und eine Wagnerei sollen folgen. Wichtig sei ihm vor allem gewesen, dass jeder Gegenstand wieder funktionstüchtig sei, sagt Wey: «Wenn man ein Gerät in Bewegung sieht, ist es viel lebendiger.»

Budget betrug 78000 Franken

Das Budget des Vereins für den Umbau war stark limitiert. Rund 78000 Franken wendete man auf. Damit die Scheune dennoch derart umfangreich habe ausgebaut werden können, sei man um das Know-how und das weitverzweigte Beziehungsnetz Weys froh gewesen, erklärt Bruno Hutter, der Archivar des Vereins: «Viele Fachkräfte arbeiteten zu sehr günstigen Konditionen für uns.» Und Wey ergänzt: «Beim Ausbau stiessen wir immer wieder auf Herausforderungen. Dank des tollen Teams fanden wir aber stets eine Lösung.»

Auch Angestellte des Werkdienstes stellten ihre Arbeitskraft und ihre Infrastruktur für manche Arbeiten zur Verfügung. Dazu bedurfte es der Einwilligung der politischen Gemeinde. «Wir haben das Projekt der heimatkundlichen Vereinigung und des Ortsmuseums gerne unterstützt», sagt Bauvorstand Bruno Knecht (parteilos). Der Gemeinderat beantragt den Stimmbürgern, die Bauabrechnung für die Sanierung und den Ausbau der Oppligerscheune an der Gemeindeversammlung vom 5. März trotz der Mehrkosten von 28246.55 Franken zu genehmigen. «Dieser Betrag ist verschwindend klein, wenn man bedenkt, dass sich der Wert des Gebäudes – unsere Arbeitsstunden mit eingerechnet – verdoppelt hat», sagt Wey.

Auch Private können ausstellen

Als Gegenwert erhält die Bevölkerung nicht nur eine neue Präsentationsstätte für Relikte aus der Geschichte der Gemeinde: Im Rahmen ihrer Tätigkeit baute der Verein das Kellergewölbe unter der Scheune aus, wie Hutter erklärt: «Die Idee ist, dass der Keller künftig auch für private Ausstellungen und ähnliche Anlässe genutzt werden kann.»