Bergdietikon

Die neuen Tafeln nützen offenbar: Flugverbot am Egelsee wird eingehalten

Neben Drohnen sind zum Beispiel auch Luftmatratzen, laute Musik oder das Pflücken von Blumen verboten. (Archiv)

Neben Drohnen sind zum Beispiel auch Luftmatratzen, laute Musik oder das Pflücken von Blumen verboten. (Archiv)

Der Jahresbericht des Aufsehers Ruedi Vogel zeigt: Die neuen Tafeln im Bergdietiker Naturschutzgebiet zeitigen Wirkung.

Ruedi Vogel ist der treuste Egelsee-Besucher. Mindestens einmal am Tag steht er am Ufer, um ihn zu beschützen. Noch häufiger sucht er das Bergdietiker Naturschutzgebiet auf, wenn die Sonne vom Himmel brennt. «An heissen Sommertagen absolvierte ich 16-mal zwei Rundgänge», schreibt Vogel in seinem Jahresbericht 2019, den die Gemeinde am Dienstag der Limmattaler Zeitung zustellte.

Von Drohnen ist im Bericht keine Rede. Das war 2018 anders; damals musste Vogel immer wieder Drohnenpiloten ­daran erinnern, dass am Egelsee ein Lärm- und damit auch ein Flugverbot herrscht. Im Sommer 2019 beschloss der Gemeinderat darum zusätzlich ein explizites Drohnenflugverbot. Dieses ist auf den neuen Tafeln vermerkt, die im Herbst 2019 aufgestellt wurden, um Egelsee-Besucher besser auf die Regeln aufmerksam zu machen. Neben Drohnen sind zum Beispiel auch Luftmatratzen, laute Musik oder das Pflücken von Blumen verboten.

Die neuen Tafeln nützen offenbar: Vogels Bericht erregt weniger Besorgnis als auch schon. «Die neuen Verbotstafeln haben eine gewisse Signalwirkung. Vielleicht waren die alten Tafeln allein zu wenig präsent», sagt dazu Gemeindeschreiber Patrick Geissmann. Die Gemeinde freut sich darüber auch darum, weil sie am Egelsee kein knallhartes Bussenregime aufziehen, sondern nach wie vor auf Prävention und Dialog setzen will.

Der Mann dafür ist Ruedi Vogel mit seinen Kontrollgängen zu fast jeder erdenklichen Uhrzeit. Am 23. März 2019 um 21.30 Uhr erblickte er zum Beispiel ein Feuer auf dem Sprungturm, aber weit und breit keinen Menschen. Er habe das Feuer löschen können. «Ich frage mich, wer eine solche Dummheit macht», schreibt er dazu im Jahresbericht. Auch am 27. August 2019 bot sich ihm um 5.30 Uhr ein spezielles Bild: «Sechs Personen, davon zwei auf dem Sprungturm, haben am Egelsee übernachtet. Ich wecke sie, da es eine grosse Sauerei hat. Sie sind einsichtig und beginnen direkt mit dem Aufräumen.» Oft sind die Sünder nicht zu finden. «Ich stosse auf eine grosse Sauerei. Das Aufräumen kostet mich eine Stunde und ergibt einen prall gefüllten 60-Liter-Abfallsack», schreibt Vogel zum Kontrollgang vom 26. Mai um 6.30 Uhr.

Rettungsring-Diebe und Autos im Schutzgebiet

Die Spuren der Abfallsünder zu beseitigen, ist nach wie vor eine seiner drei Haupttätigkeiten. Die zweite ist das Zurechtweisen von Frauchen und Herrchen, die ihre Hunde von der Leine lassen, obwohl das verboten ist. Und drittens gibt Vogel oft Auskunft über das Schutzgebiet und das Fischen am See.

Hin und wieder muss er Besucher zurechtweisen, die ohne Erlaubnis fischen oder ihr Pferd ausführen. Zudem hatte 2019 jemand den Rettungsring vom Sprungturm geklaut. Dreimal musste Vogel die Polizei aufbieten, weil jemand mit dem Auto ins Schutzgebiet gefahren war. Er erlebt aber auch viel Schönes: So sichtete er am 27.Oktober eine Gans auf der geschützten Streuwiese. Ein «seltener Gast», so Vogel. Häufiger sind Menschen. Diese kommen zuweilen auch von weit her, um sich die Limmattaler Perle der Natur aus der Nähe anzusehen – so zum Beispiel eine Männerriege aus Schaffhausen.

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