Kunstaustellung

Die neue Vernissage in Dietikon handelt von «Schichten-Verdichten-Sichten»

Zum Thema «Schichten-Verdichten-Sichten» zeigen zwei Künstler ihre unterschiedlichen Werke in Dietikon. Spätestens im Jahr 2020 muss das Gebäudes für den Bau der Limmattalbahn weichen.

Zentral gelegen beim Bahnhofplatz in Dietikon führt Erika Dellsperger ihre Galerie, in der sie seit über zwanzig Jahren ihre eigene Kunst ausstellt und diverse Kurse sowie Kunsttherapien anbietet. Die Vernissage zur aktuellen Ausstellung, die sie zusammen mit Roland Bill durchführt, hat unter dem Titel «Schichten-Verdichten-Sichten» zahlreiche Besucher in die hellen Räume des F-Ateliers gelockt.

Den dreidimensionalen Objekten widmet sich Dellsperger in ihren Arbeiten aus Gips. Dieses spannende wie auch fragile Material sei hart, aber auch zerbrechlich wie die Seele, schreibt sie über ihre Materialwahl. Es sei eine langwierige Arbeit, bis die Skulpturen entstehen und mit Blattgold und Farbe vollendet werden. Die Unikate mit dem Namen Seelentempel sind unter einem Gehäuse aus Plexiglas geschützt.

Der Hauskünstler stellt aus

Die Bilder hingegen stammen von Roland Bill, der jahrelang sein Atelier in Spreitenbach hatte. «Ich habe meinen Beruf zur Kunst gemacht, ich kenne das Handwerk von der Pike auf», sagt der Fachmaler und Restaurator. «Was allen Bildern gemein ist, ist die Tiefe. Diese entsteht in hauchdünnen Schichten und in der Verwendung unterschiedlicher Techniken», sagt er.

Im Atelier steht auch sein Sohn Marco Jetzer, der sich zur Musik des Akkordeonisten Sven Angelo Mindeci mit Felix Wyss aus Brugg über die ausgestellten Unikate unterhält. «Ich bin mit Roland Bill aufgewachsen», erzählt Wyss, und – er sei einfach ein Profi.

«Er ist mein Hausmaler und ich frage ihn um Rat, wenn es um die richtige Farbwahl in meiner Wohnung geht», erzählt Claudio Puppis aus Ennetturgi und beschreibt ein Bild des Künstlers, das in seiner Wohnung bereits einen Platz gefunden hat: «Der Titel lautet «China Town», es sind darin leuchtende, symbolische Farben aus der chinesischen Kultur enthalten.»

«Kunst hilft einem auch über schwierige Zeiten hinweg», erzählt Dellsperger über die Tatsache, dass sie ihr F-Atelier sowie ihre Wohnung und den Garten aufgeben muss. Spätestens im Jahr 2020 wird der Platz des Gebäudes mitsamt dem Bilderrahmengeschäft Walter Boenigers für den Bau der Limmattalbahn benötigt.

«Es war ein langer Prozess, dies zu verdauen, und es war nicht einfach», sagt sie. Ein neues Atelier komme aber nicht infrage. Bereits mit 19 Jahren habe sie ihre erste Ausstellung durchgeführt. Kunst sei etwas, das man einfach macht, sagt sie über die vielen Jahre ihrer künstlerischen Tätigkeiten.

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