Die neue Raiffeisen erinnert an die «Sonne»

Die Birmensdorfer Filiale ist neu der technische Hauptsitz der Raiffeisenbank Mutschellen-Reppischtal, der vorher in Berikon war.

Virginia Kamm
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Der Bau war mit vielen Auflagen zur Erhaltung des Ortsbildes verbunden. In Marco Putzolus Büro lässt es sich arbeiten – sogar im Liegestuhl. Viel Holz: Das gilt auch beim Empfangsdesk.
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Der Bau war mit vielen Auflagen zur Erhaltung des Ortsbildes verbunden. In Marco Putzolus Büro lässt es sich arbeiten – sogar im Liegestuhl. Viel Holz: Das gilt auch beim Empfangsdesk.
Der Bau war mit vielen Auflagen zur Erhaltung des Ortsbildes verbunden. In Marco Putzolus Büro lässt es sich arbeiten – sogar im Liegestuhl. Viel Holz: Das gilt auch beim Empfangsdesk.

Der Bau war mit vielen Auflagen zur Erhaltung des Ortsbildes verbunden. In Marco Putzolus Büro lässt es sich arbeiten – sogar im Liegestuhl. Viel Holz: Das gilt auch beim Empfangsdesk.

Bilder: Severin Bigler

650 Quadratmeter gross ist die neue Raiffeisenfiliale in Birmensdorf. In der nach rund zwei Jahren Bauzeit im April 2020 eröffneten Geschäftsstelle der Raiffeisenbank Mutschellen- Reppischtal haben sich die Mitarbeiter inzwischen eingelebt. Zuvor hatte sich im Gebäude an der Luzernerstrasse 1 der traditionelle Gasthof Sonne befunden. Mit dem Wechsel vom alten Birmensdorfer Standort an den neuen wurde die Birmensdorfer Filiale wichtiger: Sie ist der neue technische Hauptsitz der Raiffeisenbank Mutschellen-Reppischtal. Zuvor wars Berikon.

«Es ist schön, als Teil von Birmensdorf für die Bevölkerung da zu sein», sagt Marco Putzolu, Vorsitzender der Bankleitung, als er durch den alten Gasthof führt, der jetzt eine Bank ist. 17 Mitarbeiter teilen sich hier 14 Vollzeitstellen – teils vor Ort und teils im Homeoffice.

Die Automatenzone im Eingangsbereich der Bank ist rund um die Uhr öffentlich zugänglich. «Wir haben schon erlebt, dass Leute an den Tischen im Eingangsbereich Sitzungen gehalten haben», sagt Putzolu und lacht. Kundinnen und Kunden können zudem Schweizer Franken und Euro einzahlen und abheben. Putzolu ist wichtig, «dass der Empfangsdesk stets besetzt ist, sodass wir den Kunden auch direkt weiterhelfen können».

Von den 260 Schliessfächern der Bank sei bereits ein Viertel vergeben, sagt Putzolu. Die Fächer sind in vier Grössen erhältlich. «Die Nachfrage ist sehr gross, weil es immer weniger Banken mit Schliessfächern gibt», sagt er. Zugang zur Safeanlage hat man als Inhaber eines Schliessfachs rund um die Uhr mit einer Karte.

Einige hätten lieber wieder ein Restaurant gehabt

Zudem bietet die rollstuhlgängige Filiale die für die Raiffeisen üblichen Dienstleistungen an, vor allem Beratungen zur Finanzierung von Eigenheimen, zum Anlagengeschäft und zum Vermögensaufbau. «Es sind sehr viele Komplimente von Einwohnerinnen und Einwohnern eingegangen, denen unsere neue Filiale gefällt», sagt Putzolu. Besonders freue ihn, dass diese vor allem von eingesessenen Birmensdorfer kamen. Einige hätten es zwar schade gefunden, dass nicht wie vorgesehen ein Restaurant in das Gebäude zog. «Doch die bodenständige Art der Raiffeisen und dass viele regionale Handwerker am Bau beschäftigt waren, ist gut angekommen.»

Umgebaut hat das Gebäude die Schällibaum und Partner AG, der das Haus auch zur Hälfte gehört. «Anfangs interessierten wir uns für das ganze Gebäude», sagt Putzolu. «Uns wurde aber klar, dass wir gar nicht so viele Räume brauchen.» Nun befinden sich im Gebäude dafür vier Neubauwohnungen der Schällibaum und Partner AG. Der Bau sei mit vielen Auflagen der Gemeinde, des Kantons und der Denkmalpflege zur Erhaltung des Ortsbilds verbunden gewesen, sagt Putzolu.

Wegen Corona konnte letzten Frühling die grosse geplante Eröffnungsfeier nicht stattfinden. «Als Ersatz gab es eine Führung und einen Apéro mit 35 Personen der Bank und der Gemeinde», so Putzolu. Im August nahmen an zwei Tagen je rund 130 Leute an einem Tag der offenen Tür mit Führung durch die Filiale teil. «Die Raiffeisen wäre Hauptsponsorin des Birmifäschts 2020 gewesen und hätte mit einem Paukenschlag die neue Bank eröffnen wollen», sagt Putzolu. Aber wegen Corona wurde das Fest verschoben.

«Wir machten uns zuerst Gedanken, ob so ein Umzug in Coronazeiten überhaupt möglich ist», sagt Putzolu. «Die Zügelunternehmen wussten selber lange nicht, ob sie offen haben würden.» Schliesslich sei der Umzug aber problemlos erfolgt.

«Die Bar im Empfangsbereich lädt zu Gesprächen von Kunden und Beratern bei einem Kaffee ein und fördert so den Kontakt», sagt Putzolu. Auch anderes erinnert an die frühere Nutzung des Hauses als Gasthof: Einige Büros und Sitzungszimmer tragen die gleichen Namen wie früher die Zimmer des Restaurants. So lassen der «Stamm» und das «Stübli» Erinnerungen ans Gasthaus zur Sonne aufkommen.