Es ist eiskalt. Die Passanten tragen Handschuhe und Mützen. Über den Strassen schweben zwei Personen auf einer Hebebühne und montieren die Girlanden, die in den nächsten Wochen in der Stadt Licht ins Dunkel bringen werden. Auch die Sonnenbrille gehört zu den Accessoires, die heute benötigt werden.

«Wir haben Glück mit dem Wetter», sagt Thomas Weber, Vorarbeiter im Werkhof der Stadt Dietikon, der sich auch andere Witterungen gewohnt ist. Die Sonne macht die kalten Temperaturen etwas erträglicher. Diese Woche wird in Dietikon die Weihnachtsbeleuchtung angebracht. Es ist die gleiche wie letztes Jahr - die gleiche wie vor 40 Jahren. Die neue Beleuchtung mit dem Namen «Sterngucker», die einst von der Stadt gemeinsam mit der Bevölkerung in einem aufwendigen Prozess ausgelesen wurde, wird bis auf Weiteres nicht umgesetzt .

«Sterngucker» sind fraglich

Noch vor einem Jahr war Infrastrukturvorstand Roger Brunner (SVP) «sehr zuversichtlich», dass die neue Beleuchtung ab 2014 in Dietikon zu sehen ist (die Limmattaler Zeitung berichtete). Nun ist unsicher, ob die Weihnachtsbeleuchtung «Sterngucker» jemals die Stadt beleuchten wird. «Wir müssen das Konzept und die finanzielle Situation nochmals detailliert überprüfen», sagt Brunner. Zwar werde es eine neue Beleuchtung geben, aber wie diese aussehen wird, sei noch unklar.

Weihnachtsbaum aus Privatgarten

Doch ungeachtet dessen, ob die Beleuchtung eine alte oder eine neue ist: Für Thomas Weber und die Mitarbeiter des Werkhofes, der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der Elektro Locher Installation AG, bedeutet die Vorweihnachtszeit viel Arbeit. «Wir machen sie aber gerne», sagt Weber, «weil wir so dazu beitragen, dass die Stadt pünktlich zum ersten Advent in weihnachtlicher Atmosphäre erstrahlt.» Auch der Weihnachtsbaum auf dem Kirchplatz wird noch geschmückt. «Es ist ein Dietiker Weihnachtsbaum aus einem hiesigen Privatgarten», erklärt Weber. Die ehemaligen Besitzer haben sich gemeldet, weil sie den Baum nicht mehr benötigt haben. Nun dient das hübsche Exemplar in der Weihnachtszeit als Christbaum.

Die Beleuchtung wird weniger

Die übrige Weihnachtsbeleuchtung wird von Jahr zu Jahr weniger. «Defekte Teile werden meist nicht mehr ersetzt», sagt Weber. Entweder lohne sich der Ersatz nicht, oder er sei schlicht nicht möglich, da keine Ersatzteile mehr zur Verfügung stehen würden.
Auch Brunner ist sich dieses Problems bewusst. «Irgendwann ist auch die Sicherheit der 40 Jahren alten Beleuchtung nicht mehr gewährleistet», sagt der Stadtrat und nennt damit einen weiteren Grund für eine neue Beleuchtung. «Ich bin guter Dine, dass wir 2016 eine neue Beleuchtung haben werden.»