Birmensdorf
Die neue Bahnhofstoilette für 130'000 Franken ist eröffnet

Am Bahnhof Birmensdorf ist eine neue Ära angebrochen. Das neue Klosett ist dank viel Chromstahl einiges komfortabler als das alte.

David Egger
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Gemeinderat Paul Gähler und Markus Rast von den SBB schnitten gestern zur Feier des Tages ein Stück WC-Papier durch. Links der Eingang zur Toilette, rechts der Eingang zum dazugehörigen Technikraum.
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Menschen mit Beeinträchtigung haben 30 Minuten Zeit zur Benützung des WCs, alle anderen 15 Minuten. 5 Minuten vor Ende beginnt es hier im Innern des WCs zu blinken, damit alle die Zeit im Griff haben. Ebenfalls ist hier ein Notfall-Knopf montiert.
Das WC verfügt natürlich über eine Beleuchtung. Sollte der Strom ausfallen, brennt das Licht noch eine Stunde weiter.
Natürlich gehört auch ein grosser Spiegel zur Ausstattung der WC-Anlage.
Hier das Türschloss von innen.
Hier der Spritzeneinwurf. Dank diesem können zum Beispiel Drogenkonsumenten ihre Spritzen sicher und ungefährlich entsorgen.
So sieht der Handtrockner der neuen WC-Anlage am Bahnhof Birmensdorf aus.
Ein Schild weist auf die öffentliche WC-Toilette hin.
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Der WC-Papier-Spender und der Spülungsknopf.
Die Toilette.
Das Lavabo. Links der Knopf fürs Wasser, rechts der Knopf für die Seife. Der Seifenvorrat beträgt 6 Kilogramm, man wird ihn also kaum je leer antreffen, zumal die Anlage zweimal täglich kontrolliert wird. Rechts vom Lavabo befindet sich der Abfalleimer.
Das eigentliche Tor zum stillen Örtchen: Hier kann man das Geld einwerfen, um das WC zu benutzen.
Die Benutzung kostet einen Franken. Bezahlbar ist dieser Preis mit 10-Räpplern, 20-Räpplern, 50-Räpplern und Einfränklern. Ebenfalls möglich sind 1-Euro-Stücke. Später wird das Portal allenfalls noch mit einem Kartenbezahlungsterminal erweitert, sodass man etwa auch mit der Kreditkarte zahlen kann.
Ebenfalls lässt sich die Türe auch mit dem sogenannten Eurokey für Menschen mit Beeinträchtigung öffnen. Sie können das WC gratis benutzen. Zudem gibt es ein Schloss für die Reinigungskräfte und für Blaulichtorganisationen.
Blick in den Technikraum.
Im Technikraum: Der Kanister mit der blauen Etikette füttert den Seifenspender, im Plastikbehälter mit der gelben Etikette landen die Spritzen vom Spritzeneinwurf. Und in Weiss ist der Spülkasten zu sehen.
Im Technikraum hat es unter anderem auch ein Lavabo. Und alles weitere, was das Reinigungsteam so braucht.
In der neuen WC-Anlage steckt so einige Technik.
Die WC-Anlage ist modular aufgebaut aus vielen einzelnen Chromstahl-Modulen.

Gemeinderat Paul Gähler und Markus Rast von den SBB schnitten gestern zur Feier des Tages ein Stück WC-Papier durch. Links der Eingang zur Toilette, rechts der Eingang zum dazugehörigen Technikraum.

Der Gang aufs WC ist jetzt mehr wert am Bahnhof Birmensdorf. Neu kostet die Benutzung einen Franken. Das bisherige Gratis-WC war in die Jahre gekommen. «Frisch geputzt war es zwar sauber, aber gemieft hats immer noch», sagt Markus Rast von den SBB. Beim neuen glänzt überall der Chromstahl. Man kennt es von den städtischen Züri-WCs. Der Hersteller ist der gleiche.

Die Reinigung ist einfacher, das WC ist viel hygienischer, der Mief kann sich nirgends festsetzen. Natürlich gibt es ein Lavabo zum Händewaschen. Mit sechs Kilogramm ist der Seifentank so gross, dass man ihn kaum je leer antrifft. Auch WC-Papier gehört natürlich dazu. Ein solches durchschnitten Rast und der Birmensdorfer Gemeinderat Paul Gähler (CVP) gestern, um das neue Anlage symbolisch zu eröffnen.

Neben Lavabo, WC und Pissoir verfügt die Anlage auch über einen Händetrockner, einen Abfalleimer, einen Wickeltisch und einen Spiegel. Auch ein Spritzeneinwurf ist vorhanden. So können Drogenkonsumenten ihre Spritzen sicher und hygienisch entsorgen.

Die Anlage ist zudem behindertengerecht. Menschen mit Beeinträchtigung nutzen das WC sogar kostenlos mit dem Eurokey, der europaweit für hindernisfreie Einrichtungen genutzt wird. Mit diesem Schlüssel geht die WC-Tür von alleine auf. Zudem gibt das WC Menschen mit Behinderungen mehr Zeit, nämlich 30 Minuten. Andere Benutzer müssen ihr Geschäft nach 15 Minuten erledigt haben. Danach öffnet die Türe automatisch.

Das WC ist rund um die Uhr offen. Morgens erfolgt eine Grundreinigung, am Nachmittag wird wenn nötig ein zweites Mal gereinigt. Das WC kostete 130'000 Franken, Gemeinde und SBB teilten diese Kosten hälftig. Die Reinigung übernehmen die nächsten zehn Jahre die SBB. Die Investition ist nachhaltig: Die ersten Züri-WCs sind heute 30 Jahre alt und noch gut in Schuss.