Insekten könnten ab Mai im Regal liegen. Wie die Anfrage beim Asia Store in Dietikon zeigt, gibt es im Limmattal bereits eine kleine Nachfrage nach Insekten: «Wir mussten schon Kunden vertrösten, weil der Verkauf von Insekten noch nicht erlaubt ist», sagt Seav Leng Taing, Mitinhaber des Asia Store. Er kann sich deshalb gut vorstellen, Insekten in sein Sortiment aufzunehmen. Gleichzeitig bleibt er aber skeptisch, ob die Nachfrage massiv steigen wird. «Für die interessierte Kundschaft ist es eher ein Experiment, Insekten zu essen», sagt Taing.

Insekten ergänzen Speiseplan

Für Pascal Bättig, Mitinhaber des Reformhauses Libergy in Dietikon, ist es ebenfalls eine Option, Insekten zu verkaufen: «Ich habe mich noch nicht eingehend mit Insekten beschäftigt, kann mir aber vorstellen, dass sie aufgrund der Nährwerte für Sportler gut geeignet sind», so Bättig auf Anfrage. Auch als Zwischenverpflegung seien Insekten eine gute Ergänzung auf dem Speiseplan.

Im Gegensatz zu den Spezialitätenläden, in denen es möglicherweise bald Insekten zu kaufen gibt, wird es im Limmattal vorderhand kein Restaurant geben, das Insekten serviert. «Da müssten Sie schon nach Zürich gehen», sagt Martina Meier, Gastgeberin im Restaurant Heimat in Dietikon, auf Anfrage. Die traditionelle Küche sei nicht sonderlich geeignet, um Insekten auf den Speiseplan zu setzen.

Das Auge isst mit

Auch Elio Frapolli, Gastgeber im Hotel-Restaurant Sommerau-Ticino in Dietikon, wird in seinem Restaurant vorerst keine Insekten auftischen, wie er auf Anfrage mitteilt. Im Bereich Catering sei er aber offen für kreative Ideen. «Im vergangenen Jahr haben wir an einem hippen Anlass Insekten angeboten», sagt er. Trotz der weltoffenen Kundschaft seien sie aber nicht so gut angekommen.

Frapolli ist sich dennoch sicher, dass es zukünftig eine kleine Nachfrage nach Insekten geben wird.

«Insekten können als Fleischersatz und Proteinspender dienen», sagt er. Die grösste Herausforderung ortet er beim Aussehen. «Insekten sollten in verarbeiteter Form angeboten werden, zum Beispiel als Püree, Fladen oder frittierte Häppchen», sagt er.

Auf diesen Trick haben bereits Lawrence Visser und Sayed Sadjadi aus Dietikon zurückgegriffen. Im Rahmen eines Wettbewerbs der Stiftung Myclimate zogen die beiden Polymechaniker Mehlwürmer auf, die sie anschliessend zu Burgern verarbeiteten. So konnten sie ihren skeptischen Testessern den Ekel nehmen.