Schlieren
Die Muslimgrabfelder sind weg, die Baumbestattungen bleiben

Der Vorschlag des Stadtrats über die Änderung der Verordnung über das Bestattungswesen sorgte für Unmut. Der Grund: Es waren auch muslimische Gräber vorgesehen. Nun wurde die geplante Verordnung überarbeitet.

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Keine Muslimgräber auf dem Friedhof in Schlieren. (Archiv)

Keine Muslimgräber auf dem Friedhof in Schlieren. (Archiv)

Limmattaler Zeitung

Der letzte stadträtliche Versuch einer Modernisierung der Verordnung über das Friedhof- und Bestattungswesen sorgte für einigen Wirbel: Die Vorlage von 2013 beinhaltete auch Grabfelder für Muslime.

Weil das Parlament diese nicht wollte, gab es dem Stadtrat den Auftrag, noch einmal über die Bücher zu gehen. Danach wurde es um die Verordnung – übrigens eine der ältesten noch gültigen der Stadt Schlieren; die letzte Änderung erfolgte 1970 – ruhig.

Seither hat auch der Kanton seine Bestattungsverordnung angepasst. Und nun wagt der Schlieremer Stadtrat einen neuen Versuch, das Regelwerk «dynamischer, aktueller und allgemein verständlicher» zu gestalten, wie er in seinem Antrag um Genehmigung einer Totalrevision schreibt.

Eine vorgesehene Neuerung der damals verworfenen Revision soll auch in der neuen beibehalten werden: die Baumbestattung. Dabei wird die Asche der Verstorbenen in das Wurzelwerk des Baums eingebracht. Eine Beschriftung dieser Ruhestätten ist nicht gestattet, jedoch könne ein besonderer Platz für das Aufstellen von Blumen und Kränzen vorgesehen werden.

Die neue Verordnung soll möglichst wenige Vorschriften beinhalten, schreibt der Stadtrat. So sollen etwa neue Materialien für Grabmäler zugelassen werden. Zudem soll wegen Platzknappheit die Grabesruhe auf 20 Jahre und die Verlängerung von Familiengräbern auf 15 Jahre verkürzt werden. (rue)