Schlieren
Die Müllabfuhr entsorgt tonnenweise Lebensmittel

Das Team der Entsorgung Stadt Schlieren hat derzeit alle Hände voll zu tun. Mehr Abfall und weniger Einsätze sorgen für einen aussergewöhnlichen Betrieb.

senada haralcic
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Die Lader Shpetim Zejnaj (links) und Dario Pierdomenico kümmern sich trotz Schnees und teilweise festgefrorener Container um den Festtagsabfall. Sie sorgen zusammen mit weiteren sieben Teammitgliedern für ein sauberes Schlieren. SEN

Die Lader Shpetim Zejnaj (links) und Dario Pierdomenico kümmern sich trotz Schnees und teilweise festgefrorener Container um den Festtagsabfall. Sie sorgen zusammen mit weiteren sieben Teammitgliedern für ein sauberes Schlieren. SEN

Senada Haralcic

Die hellgrauen Abfallsäcke fallen aus dem gekippten Container in die Mulde des Kehrichtwagens. Dann werden sie verschluckt, weil die Säcke von einer Vorrichtung hochgezogen und gleichzeitig gepresst werden. Dabei fliesst eine orangefarbige Sauce und Naturejoghurt an der Stahlwand der Pressvorrichtung hinunter. «Während der Festtage werden viele Lebensmittel weggeworfen», sagt Markus Moosmann, Bereichsleiter Entsorgung Stadt Schlieren. Etwas amüsiert zeigt er noch auf eine verpackte Bratwurst, die zur Hälfte unter der Presswalze hervorschaut. Er könne sich genau vorstellen, woher das ganze Essen kommt, so Moosmann. Für das Festmahl würden die meisten halt lieber zu viel zubereiten, anstatt dann mit leeren Händen dazustehen.

Vier Einsätze fallen aus

Rund um Weihnachten und Silvester herrscht bei der Entsorgung Stadt Schlieren alles andere als der übliche Betrieb. Zum einen fallen dieses Jahr die Feiertage auf Werktage, weshalb die Müllabfuhr am letzten Donnerstag und Freitag sowie morgen und am kommenden Freitag nicht stattfindet. Zum anderen gilt es durch die ganzen Festtagsabfälle rund zehn bis 15 Prozent mehr Kehricht abzuholen. Das bedingt, dass Moosmann sowohl sein Team als auch die Anzahl der eingesetzten Kehrichtwagen aufstocken muss.

Nebst den üblichen zwei Wagen ist heute noch ein dritter, etwas in die Jahre gekommener Wagen, unterwegs. Sein Team, das normalerweise mit neun Festangestellten für ein sauberes Schlieren sorgt, kriegt während der Festtagswochen auch Hilfe von einem Schlieremer Bademeister. «Er hat im Winter wenig zu tun», sagt Moosmann mit einem Lächeln. Er freue sich sehr über die Unterstützung.

Als alle Container der ersten, etwas grösseren Siedlung geleert sind, steigt Moosmann wieder in den Wagen. Er ist meistens als Chauffeur im Einsatz. Seinen zwei Ladern, Shpetim Zejnaj und Dario Pierdomenico, eilt er zur Hilfe, wenn es mehr als zwei Container zu leeren gibt.

42 Tonnen nach Weihnachten

An einem normalen Tag sammelt das Schlieremer Entsorgungsteam rund
26 Tonnen Kehricht ein. Am Montag nach Weihnachten waren es rund 42 Tonnen. Wobei der Montag mit durchschnittlichen 30 Tonnen immer etwas aus dem Rahmen falle, so Moosmann.

Bei der nächsten Siedlung sind es wieder mehr als zwei Container. Der Bereichsleiter verlässt die Fahrerkabine und eilt seinen Ladern wieder zur Hilfe. Er bedient die Hebevorrichtung, während die anderen beiden den etwas festgefrorenen und zugeschneiten Container rütteln und ziehen und ihn schliesslich zum Kehrichtwagen schieben. Die orangefarbige Kleidung der Entsorger und der ebenso knallige Kehrichtwagen leuchten noch stärker als sonst, da die Umgebung weiss bedeckt ist. Es sei ja schön, dass es schneit, aber es störe den Betrieb, so Moosmann. Denn teilweise sei der Schnee nicht weggeräumt worden, was den Zugang zu den Containern erschwere oder gar unmöglich mache. «Wenn wir nicht zu den Containern kommen, müssen wir den Abfall stehen lassen.» Der Bereichsleiter ärgert sich, dass manche Hausverwalter ihn dann anrufen würden, um über das Stehengelassene bei ihm zu lamentieren. «Wir haben keine Zeit, auch noch zu schaufeln», sagt er etwas verärgert. Im Übrigen sei dies meistens bei jenen Siedlungen der Fall, die von einer Hauswartfirma betreut werden. «Hausabwarte, die selbst in den Siedlungen wohnen, kümmern sich vorbildlich um den Kehricht», so der 56-Jährige.

Liebt seinen Job

Seit fast 25 Jahren ist Moosmann bei der Entsorgung tätig. Vorher arbeitete er als Lastwagenfahrer. Während derzeit viele Autos auf den verschneiten Strassen herumrutschen, bleibt der erfahrene Bereichsleiter ruhig. Seinen orangefarbigen Wagen, der im Leerzustand fast 16 Tonnen wiegt, manövriert er geschickt rückwärts zu den Abfallcontainern. Er lobt den neuen Wagen, den die Stadt Schlieren vor eineinhalb Jahren angeschafft hat. «Er hat sogar beheizte Haltevorrichtungen für meine Lader, die auf den Trittbrettern stehen», so Moosmann. Denn in der kalten Winterzeit sei dies ein wertvolles Extra. Die Kälte sei jedoch im Übrigen wohl etwas Positives für seine Angestellten. Sie stärke ihre Abwehr, denn sie seien selten krank. «Auch ich habe in all den Jahren nicht einmal wegen Krankheit gefehlt.» Er liebe seinen Job. Auch weil er von den Leuten so geschätzt wird. «Gerade jetzt im Winter kriegen wir immer wieder kleine Aufmerksamkeiten und es wird uns fleissig zugewinkt», so Moosmann, als tatsächlich ein Fussgänger auf dem Trottoir den Bereichsleiter freundlich grüsst.