Ende 2016 werden in Urdorf die ersten diplomierten Oberflächenspezialisten ihre Ausbildung abschliessen. Sie bilden jedoch keine eigene Berufsgruppe, sondern sind meist Schreiner mit zusätzlicher Spezialisierung. Rob Giesberger von der in St. Margrethen angesiedelten Firma Feyco AG betreut den Lehrgang am Urdorfer Standort. «Derzeit findet er dafür keine Spezialisten», sagt Giesberger. Zusammen mit dem Berufs- und Weiterbildungszentrum Lyss will die Feyco AG dies nun ändern.

Dass ein Lackhersteller wie das Unternehmen Kunden in der Bearbeitung von Oberflächen weiterbildet,
ist üblich. Der Lehrgang in Urdorf will das entsprechende Wissen nun aber systematischer vermitteln und die abgeschlossene Ausbildung mit einem Diplom belohnen.

Spritzraum ist das Herzstück

Das braune Gebäude direkt neben dem Bahnhof Urdorf beherbergte bis 2011 die Lackfabrik der Otto Weibel AG, bis es von der Feyco AG übernommen wurde. Giesberger führt durch das Erdgeschoss, wo extra für den Lehrgang eine Anlage zur Behandlung von Oberflächen im Wert von etwa 100 000 Franken installiert wurde. Das Herzstück der Anlage ist der etwa vier auf sechs Meter grosse Spritzraum, der Frischluft durch die Decke einspeist und Stäube durch den Boden absaugt. «Die hohen heutigen Standards für Lackierungen verlangen eine solche Anlage», sagt Giesberger. Mit einer kleinen Anlage in einer Schreinerei sei es unvermeidbar, dass auch Staub auf die lackierte Oberfläche gerate.

Beim Lehrgang geht es vor allem um die Behandlung von Holzoberflächen. Im Gegensatz zu industriell hergestellten Möbeln verlangt etwa ein individuell gestalteter Innenausbau die Arbeit eines Handwerkers. «Der Wert des Handwerks ist uns wichtig», sagt Nadia Schlittler von der Marketing-Abteilung der Firma. Für den Lehrgang, der am 20. Februar startet und 180 Lektionen umfasst, gebe es schon Anmeldungen, es sind aber noch einige freie Lehrplätze verfügbar.