Kommentar
Die Mehrheit soll entscheiden

Alex Rudolf
Alex Rudolf
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Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.
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Die zweite Etappe erstreckt sich von Schlieren bis zum Bahnhof Killwangen-Spreitenbach.
Weitere Visualisierungen der Limmattalbahn: Bahnhof Altstetten
Zürich Micafil.
Kesslerplatz in Schlieren.
Spitalstrasse Schlieren.
Bahnhofplatz Dietikon.
Bahnhof Dietikon.
Die Haltestelle Badenerstrasse in Dietikon.
Die Haltestelle Furttalstrasse in Spreitenbach.
Der Endbahnhof Killwangen-Spreitenbach.
So sieht der Plan der Linienführung aus.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Schlieren.
Dieser Plan zeigt die Linienführung in Dietikon.
Plan der gesamten Linienführung.

Ohne die zweite Etappe der Limmattalbahn würde in Dietikon (im Bild der Bahnhof) kein Tram verkehren.

Architron Gmbh, Zürich

Bereits bei der Abstimmung im November 2015 war die Mehrheit der Limmattaler Stimmberechtigten gegen den Bau der Stadtbahn und auch heute dürfte dies noch so sein. Ein Indiz dafür ist, dass die Bahngegner ohne Probleme ihre 6000 Unterschriften gegen den Bau der zweiten Etappe zwischen Schlieremer Geissweid und Killwangen sammeln konnten. Dass die Vorlage nochmals vors Volk kommen soll, begründen sie damit, dass die Limmattaler die Bahn nicht wollten. Im Vorfeld zum letzten Urnengang sei dies dem Rest des Kantons nicht bekannt gewesen.

Das ist problematisch: Denn einerseits lassen die Bahngegner ausser Acht, dass es sich bei der Limmattalbahn um ein gesamtes Verkehrskonzept für die Region mit diversen Strassenausbauten handelt. Und dieses ist nicht nur für die Stimmberechtigten Limmattaler gemacht, sondern auch für Pendler aus dem Rest des Kantons, Jugendliche und nicht Stimmberechtigte. Seine Wirkung reicht weit über die Bezirksgrenzen hinaus und ist relevant für das Verkehrssystem des ganzen Kantons.

Andererseits ist es Usus, dass die Berechtigten bei demokratisch abgehaltenen Abstimmungen zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Stimme abgeben und sich so zu einem Sachverhalt äussern können. Dabei gilt stets: Die Mehrheit entscheidet. Wenn dies nun nicht mehr gelten soll, begeben wir uns auf heikles Terrain. So könnten künftige Volksentscheide fortan regelmässig mit neuen Initiativen neutralisiert werden. Dies würde zu viel Mehraufwand und -kosten führen – und wäre eine empfindliche Schwächung der Demokratie.