Am 6. Juli gilt es ernst: Dann befinden die Oberengstringer Stimmberechtigten an der Urne über das Projekt «Sanierung und Neugestaltung der Schulsportanlage Brunewiis». Dies, nachdem die Gemeindeversammlung Ende November 2013 das Projekt und den entsprechenden Kredit in der Höhe von 3,76 Millionen Franken zwar genehmigte, jedoch einem Antrag zustimmte, der eine Urnenabstimmung zu diesem Geschäft verlangt hatte (die Limmattaler Zeitung berichtete).

Nun fassten die Oberengstringer Parteien ihre Parolen zur überarbeiteten Vorlage (siehe Box): Nur die FDP und das Politische Forum Engstringen (PFE) stellen sich dagegen. Sie finden, das vorliegende Projekt sei zu teuer. Angesichts der weiteren Projekte, die im Masterplan der Gemeinde vorgesehen sind, befürchten sie, dass bei einem Ja zur Sportplatzerneuerung eine Steuerfusserhöhung nötig würde. Das PFE wirft der Gemeinde Unterengstringen, deren Bevölkerung in den örtlichen Vereinen stark vertreten ist, vor, dass ihre finanzielle Beteiligung am Projekt «absolut ungenügend» sei. Der Fussballclub Engstringen (FCE) habe ebenso wenig «den Willen gezeigt», mitzuzahlen. Und die FDP findet gar, die Befürworter des Kunstrasenplatzes seien «mehrheitlich nicht ortsansässig» und profitierten davon, «ohne einen Rappen zu bezahlen».

Auch die Rechnungsprüfungskommission (RPK) empfiehlt den Stimmbürgern die Ablehnung der Vorlage. Sie begründet diesen Entscheid ebenfalls vor allem mit der «nicht verursachergerechten Finanzierung».

«Bewusst geäusserte Unwahrheit»

Gegen die Vorwürfe der Projektgegner wehrt sich der Unterengstringer Gemeindepräsident Peter Trombik (FDP) vehement: Sein Gremium habe bereits im Juni 2013 in Absprache mit den zuständigen Gemeinderäten von Oberengstringen den Grundsatzentscheid gefällt, ein Drittel des Kredits für den Kunstrasenplatz – gemäss aktueller Vorlage rund 600 000 Franken – zu verzinsen und ein Drittel der jährlichen Unterhaltskosten zu übernehmen, so Trombik. Die Vorwürfe von FDP und PFE sind seiner Ansicht nach «bewusst geäusserte Unwahrheiten», die er nicht tolerieren könne.

Nach dem vorgesehenen Finanzierungsmodell bliebe die Abschreibung des gesamten Kredits Sache der Gemeinde Oberengstringen. Dass Unterengstringen keine Einmalbezahlung entrichte und auch keine Abschreibungen tätige, liege daran, dass die Behörden bei den Banken kein Geld für eine Immobilie ins Verwaltungsvermögen aufnehmen könnten, die ihnen nicht gehöre, sagt Trombik.

Auch der FCE ist ob der Vorwürfe der Projektgegner brüskiert. «Unser Verein hat schon vor der Gemeindeversammlung vom November beschlossen, dass wir die Kosten für den Unterhalt des Kunstrasenplatzes übernehmen würden», sagt Vereinspräsident Reto Keller.

Klar für die Vorlage sind SVP, CVP, SP und AL. Eine Erneuerung der Sportanlage sei nötig und die Investition in die Jugend lohne sich auf jeden Fall, erklärt etwa die SP. Die AL sieht im Projekt eine wichtige Attraktivitätssteigerung für die Gemeinde. Und die CVP schreibt, dass davon «die Schule, die Jugendlichen, die Bevölkerung sowie die Vereine» profitieren würden. Trotz finanzieller Bedenken spricht sich auch die SVP für die Abstimmungsvorlage aus, um damit «das Engagement des FCE für die Jugend» zu würdigen.