Dietikon

Die Mädchen wollen es den Knaben im Fussball zeigen

Stefania dribbelt die Knaben locker aus.

Stefania dribbelt die Knaben locker aus.

Schüler kicken über Mittag um ein Ticket nach München.

Das ist nicht alltäglich. Eine Mädchenmannschaft trifft im Fussball auf eine Knabenmannschaft. Die Mädchen geben alles und schlagen sich wacker. Das zeigt auch ein Blick auf die Tabelle: Im Turnier, das im November begonnen hat und bis Mai dauert, belegen sie in der Kategorie U16 den zweiten Zwischenrang. «Wir wollen zeigen, dass Mädchen auch gut sein können», sagt Stefania, die in ihrer Freizeit beim FC Dietikon spielt.
Ein kleiner Vorteil wird den Mädchen gewährt: Sie sind von der Regel entbunden, dass Tore nur ab der Mittellinie geschossen werden dürfen. «Alle anderen Regeln gelten auch für die Mädchen», sagt Michel Duc, Jugendbeauftragter der Stadt Dietikon. Gemeinsam mit Léa Prêtre hat er im Namen der Stadt den Fussballtreff ins Leben gerufen. Als Teilnehmer zugelassen sind alle Dietiker Jugendlichen der Primar- und Sekundarstufe. Jeweils am Freitag über Mittag treffen sich entweder die U14- oder die U16-Mannschaften in der Turnhalle Zentral. Insgesamt acht Teams haben sich in den beiden Kategorien angemeldet und wollen das Turnier gewinnen. Viele kennen sich untereinander, etwa weil sie beim FC Dietikon mitspielen.


Schulstandorte rücken näher


Laut Duc sprechen zwei Gründe für das Projekt: In erster Linie möchte die Stadt die Gesundheit der Jugendlichen fördern. Das niederschwellige Angebot sei dafür gut geeignet. Ein weiteres Augenmerk liege darauf, dass die verschiedenen Schulstandorte näher zusammenrücken. Wie es scheint, gelingt auch dies, denn in der Mädchenmannschaft sind zwei verschiedene Schulhäuser vertreten.
Der Fussballtreff ist ein neu lanciertes Projekt, bei dem die Stadt mit dem Verein Raumfang zusammenarbeitet. Dieser engagiert sich in den Bereichen Jugendförderung und Asyl. Er organisiert unter anderem eine Liga für junge Zürcher Strassenfussballer – eine Idee, die in Deutschland unter dem Namen «buntkicktgut» bekannt ist. «Für die Stadt ist das Mitmachen kostenlos, weil der Verein vom Kanton unterstützt wird», sagt Duc.


Die Spiele sollen fair sein


Für Duc und Prêtre ist es wichtig, dass die Spiele fair ablaufen. «Der Schiedsrichter sieht sich als Spielleiter, der schaut, dass die Stimmung nicht überhitzt», sagt Duc. Und dann passiert es doch: Spielleiter Salar Nouri vom Verein Raumfang wird verbal angegriffen. Dass das Team, in dem der Fehlbare mitspielt, anschliessend vom Spieltag ausgeschlossen wird, verstehen nicht alle Teammitglieder. Doch die Organisatoren bleiben hart: «Wir ziehen das Fairplay durch, um einen Lerneffekt zu erzielen», sagt Duc. Einen zusätzlichen Anreiz für faires Verhalten ist der Fairplay-Punkt, den die Teams bei jedem Spieltag einer Mannschaft geben dürfen.
Spätestens im Mai steht dann fest, welche Mannschaften an der kantonalen Ausscheidung teilnehmen dürfen. Dort können sie sich sogar für ein internationales Turnier in München qualifizieren.

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