Nach acht Wochen Bauzeit wurde die komplett neu gestaltete Schönenwerdkreuzung in Dietikon Ende August wiedereröffnet. Manch einer atmete auf.

Doch die Ernüchterung für die Verfechter des Langsamverkehrs ist schnell gekommen. Das zeigt eine Interpellation von Gemeinderat Martin Steiner (SP) und neun Mitunterzeichnenden. Um die Strasse zu überqueren, müsse man mehrere Lichtsignale passieren. Auch für manche Velofahrer ist der Frust gross: An einer Stelle müssten sie sich durch den Verkehr der Kantonsstrasse schlängeln und am Ortsausgang Urdorf sei die Strecke für Velofahrer gar unbefahrbar – das wird nun in der Interpellation angeprangert.

«Lebensbedrohlich»

Martin Steiner formulierte vier Beanstandungen. Als erstes führten die Lichtsignale bei den Fussgängerstreifen zu langen Wartezeiten. Zudem müsse, wenn dem Veloweg gefolgt werden solle, die Spur der Rechtsabbieger gekreuzt werden. Dies führe zu «lebensbedrohlichen Szenen», heisst es in der Interpellation.

Auch sei die Strecke zwischen dem Ortsausgang Urdorf und der Schönenwerdkreuzung für Velofahrer nicht befahrbar. Als letzter Punkt bemängeln die Unterzeichnenden, dass auf der Zürcherstrasse in Richtung Dietikon Mischverkehr hersche, das heisst, dass sich Fussgänger und Velofahrer das Trottoir teilen.

Auch der Mitunterzeichner und Gemeinderat Andreas Wolf (Grüne) zeigt sich enttäuscht über die Kreuzung: «Ich verstehe nicht, weshalb die Situation, insbesondere für Fussgänger, verschlechtert wurde.»

Antworten werden verlangt

Die Interpellation verlangt nun Antworten vom Stadtrat. Zum Beispiel, ob weitere Änderungen geplant sind, um die Situationen auf der neuen Kreuzung zu verbessern. «Wir möchten, dass die Situation evaluiert wird. Der Stadtrat sollte mit dem Kanton besprechen, ob noch etwas an der Lage für die Fussgänger und Velofahrer verbessert werden kann», sagt Wolf.

Er ist sich sicher, wenn der Wille da wäre, lägen Veränderungen wie etwa ein Velostreifen oder eine Verbesserung der Signalisation drin. Letztere sind ein besonderes Ärgernis für die Unterzeichnenden. Sie verlangen, dass der Stadtrat abklärt, ob Lichtsignale für die Velos die Sicherheit für diese erhöhten. Zudem bringt die Interpellation die Idee der Erkennungssensorik für Fussgänger im Boden auf das Tapet.

Die Unterzeichnenden wollen vom Stadtrat wissen, ob eine solche Änderung den Verkehrsfluss verbessern würde und wie invasiv eine solche Massnahme wäre. «Das wäre besonders wichtig für die Steuerung der Lichtsignale, damit die Fussgänger nicht mehr lange warten müssen und in einem Zug die Strasse überqueren könnten», so Wolf.

Doch die Gemeinderatsmitglieder sehen nicht alles schwarz: «Ich fuhr bereits einige Male mit dem Velo über die Kreuzung. Der Abschnitt zwischen Dietikon und Schlieren Zentrum wurde aus meiner Sicht für geübte Velofahrer besser», sagt Wolf. Doch für unerfahrene Velofahrer sei insbesondere der Velostreifen auf der mittleren Spur eine Zumutung. Insbesondere da Autofahrer sich nicht bewusst seien, wo die Velofahrer abbiegen müssen.