Vor dem Spiel gegen die Grasshoppers am vergangenen Montagabend sitzt Paddy Käser zusammen mit seinen drei Teamkollegen von Limmattal I im Restaurant gegenüber der Curlinghalle in Dübendorf und schaut auf sein Smartphone. Dann liest er die Namen jener Spieler herunter, die beim Gegner Grasshopper an diesem Montagabend im Rahmen der Superliga zum Einsatz kommen. «So sieht unsere Vorbereitung vor dem Spiel aus», sagt Urs Kuhn und lacht.

Das Spiel versprach schon im Vorfeld viel Brisanz. Limmattal I war Leader, die Grasshoppers standen auf Rang 2, hätten aber mit einem Sieg die Führung übernehmen können. «Es geht um mehr als zwei Punkte heute», sagte daher Kuhn vor dem Spiel.

Sowohl Kuhn als auch Käser haben eine Doppelfunktion: Sie spielen beide nicht nur in der Superliga, sondern sind auch Mitglieder im Superliga-Vorstand. Käser ist fürs Marketing und Sponsoring zuständig, Kuhn ist seit vergangenem Sommer Präsident des Organisationskomitees.

Neben Kuhn und Käser sind bei den Limmattalern an diesem Abend auch zwei Urdorfer dabei: Mario Freiberger, Präsident des Curling-Clubs Limmattal, und Claudio Pätz, der nach dem Gewinn der Bronzemedaille an den Olympischen Spielen im vergangenen Jahr seinen Rücktritt erklärte. In der Superliga steht er aber noch regelmässig auf dem Eis. «Das Niveau in dieser Liga ist sehr gut», sagt er. «Denn viele Spieler, die hier dabei sind, haben in der Vergangenheit schon Medaillen gewonnen.»

Gegen einige hat Pätz auch schon an Turnieren gespielt, sogar gegen seine jetzigen Teamkollegen. «Gegen Urs Kuhn haben wir mal einen Final in der Schweizermeisterschaft bestritten», sagt er. «Und auch gegen Paddy Käser.» Damals, so Pätz, habe man natürlich gewinnen wollen.

Niederlage kein Weltuntergang

Jetzt, in der Superliga, sei es mehr ein Wettkampf unter Kollegen, egal gegen wen man spielt: «Man freut sich für den Gegner, wenn diesem ein schöner Stein gelungen ist.» Auch sonst sei die Superliga nicht vergleichbar mit einem nationalen Turnier wie einer Schweizermeisterschaft. «Da gibt es eine Spielvorbereitung und -nachbearbeitung», so der Urdorfer. «In der Superliga besprechen wir vieles auf dem Eis.» Auch das Training falle weg. «Man soll ja auch Spass dabei haben«, sagt der 31-Jährige. «Wenn man mal verliert, ist das kein Weltuntergang.»

Nun, nach der Runde am vergangenen Montag, sind noch fünf ausstehend. Insgesamt absolviert jedes Team in der Superliga 15 Partien. Dabei wird alternierend an vier verschiedenen Orten gespielt.

Das sind neben Dübendorf auch Wallisellen, Wetzikon und Küsnacht. Bedingung ist, dass jeweils vier Rinks zur Verfügung stehen. Nach den 15 Runden geht es am 11. März dann um den Titel: Der Erstplatzierte spielt gegen den Zweiten. Der Sieger ist dann Zürcher Kantonalmeister.

Limmattaler bleiben auf Platz 1

Diesen Titel haben die Limmattaler in den Jahren 2016 und 2017 geholt. Letztes Jahr belegten sie jedoch nur den dritten Schlussrang, Sieger wurde Uitikon-Waldegg, das einzige Team, dem Limmattal I in dieser Saison bisher unterlegen ist.

Dieses Jahr wollen Kuhn, Pätz und Kollegen wieder unter die ersten beiden Mannschaften kommen. «Die Superliga ist kein Spaziergang», so Pätz. Auch deshalb sind Punkte gegen die zweitplatzierten Grasshoppers besonders wichtig. Und die Limmattaler haben sie geholt, mit einem 9:4-Sieg. Damit haben sie nun in der Tabelle zwei Punkte Vorsprung auf die Hoppers.

Schon am Montag geht die Superliga weiter. Dann spielen die Limmattaler gegen das viertplatzierte Dübendorf I.