Die entsprechenden Projektarbeiten für den Aufbau einer so genannten Tagesfamilienorganisation sind abgeschlossen. Die Trägerschaft übernimmt der Sozialdienst Limmattal (SDL). Bereits Ende März hat der Vorstand des SDL diesem Antrag zugestimmt, Ende April auch die Delegiertenversammlung.

Vermittlerinnen im Teilpensum

Demnach wird die Stellenleiterin der Tagesfamilien dem jetzigen Geschäftsführer der SDL unterstellt werden. Der Stellenleiterin sind jeweils die Vermittlerinnen unterstellt und den Vermittlerinnen die in ihrem Einzugsgebiet tätigen Tageseltern. Über den ganzen Bezirk werden so etwa fünf Vermittlerinnen mit einem Teilpensum angestellt werden. Die Tageseltern werden pro Betreuungsstunde entlöhnt.

Schon oft diskutiert

Dies geht aus einem Antrag des Dietiker Stadtrates an das Parlament hervor. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, bedarf es in Dietikon nämlich einer Teilrevision der Verordnung über Beiträge an private Kindertagesstätten. Darüber entscheiden wird der Dietiker Gemeinderat an seiner Sitzung vom 7. Juli. Unter anderem muss der Grundsatz der Verordnung dahin gehend ergänzt werden, dass sich die Stadt neben der Führung von eigenen Tagesstätten für schulpflichtige Kinder und der Beteiligung an privaten Kindertagesstätten auch an der Finanzierung von Tagesfamilien beteiligt.

Mit der Lancierung eines Projektes für eine Tagesfamilienorganisation wird im Bezirk ein Thema aufgegriffen, das schon verschiedentlich diskutiert, aber nie konkretisiert wurde. Dabei sei die familienergänzende Betreuung heute ein wichtiger Bestandteil der Förderung des Wirtschaftsstandortes, schreibt der Stadtrat im Antrag. Bis anhin sei jedoch durch die fehlende Organisationsstruktur bei den Tagesfamilien, deren Subventionierung durch die Gemeinden und Städte mit einer entsprechenden Kontrolle und Steuerung der Plätze nicht möglich gewesen.

200000 Franken Starthilfe

Dies soll sich mit der Organisation nun ändern. Zwar sei es das Ziel, so der Stadtrat weiter, dass sich die Eltern mit dem Vollkostenbeitrag an den Kosten beteiligen. Die Bezirksgemeinden könnten die Eltern aber nach bestimmten Kriterien ergänzend subventionieren. Dabei ist vorgesehen, dass jede Gemeinde eigenständig entscheiden kann, aufgrund welcher Kriterien und in welcher Höhe sie Subventionsbeiträge an die Eltern gewähren wollen.

Ausgehend von den rund 120 Tageseltern, die rund 110000 Betreuungsstunden im Jahr leisten und zwischen 130 und 150 Kinder betreuen, wird mit Gesamtkosten im Bezirk von rund einer Million Franken gerechnet. Durch die Subventionierung entstehen für den SDL keine Kosten. Für die Startphase des Projektes hat die Max-Wiederkehr-Stiftung einen Betrag von 200000 Franken geleistet.