Die Siedlungs- und Verkehrsentwicklung des Limmattals wird nicht nur von nationalen und kantonalen Interessen beeinflusst, sondern auch von regionalen. Konkret ist dafür die Zürcher Planungsgruppe Limmattal (ZPL) zuständig, unter der heutigen Führung des Dietiker Stadtpräsidenten Otto Müller (FDP). Dessen Vorgänger, der Unterengstringer alt Gemeindepräsident Willy Haderer (SVP), bezeichnet sich gerne als «Vater der Limmattalbahn».

Tatsächlich haben unter seiner Ägide die Städte und Gemeinden von Zürich bis Baden ein Bekenntnis zum Bahnprojekt abgelegt. Mit Blick auf die Abstimmung vom 22. November erinnert die ZPL mittels Communiqué an die Wichtigkeit des Projekts. Die Zürcher Planungsgruppe Limmattal zeigt sich überzeugt, dass die aktuellen Verkehrsprobleme nur mit diesem «Schlüsselprojekt» gelöst werden können. Mehr noch: Die Limmattalbahn spiele eine zentrale Rolle bei der Siedlungserneuerung und werde künftig einen wichtigen Beitrag zu einer gemeinsamen Identität des Limmattals leisten.

«Durch gezielte Verdichtung muss ds Siedlungsgebiet nicht vergrössert werden und die Landschaft kann geschont werden.Otto Müller, ZPL-Präsident und Stadtpräsident von Dietikon

«Durch gezielte Verdichtung muss ds Siedlungsgebiet nicht vergrössert werden und die Landschaft kann geschont werden.Otto Müller, ZPL-Präsident und Stadtpräsident von Dietikon

Das Limmattal stehe als Raum von nationaler Bedeutung vor grossen Herausforderungen. Dank der hohen Standortgunst als Wohn- und Arbeitsregion werde die Region in den nächsten 15 bis 20 Jahren wachsen, das gelte aber für den gesamten Wirtschaftsraum. Der zu erwartende Mehrverkehr lasse sich alleine mit einem Ausbau des Strassennetzes nicht bewältigen, die Folge wäre ein Kollaps auf den Strassen, so die ZPL. Der Kanton hat zudem festgelegt, dass mindestens die Hälfte des Verkehrszuwachses mit dem öffentlichen Verkehr und dem Langsamverkehr zu bewältigen ist. Der Ausbau des Gubrist-Tunnels beseitige nur Engpässe auf dem Autobahnnetz. Beim Regionalverkehr brauche es hingegen eine deutliche Steigerung des öffentlichen Verkehrs. Das Projekt Limmattalbahn umfasse auch Anpassungen am Strassennetz und Velostreifen sowie Abstellplätze an den Haltestellen. Die Strassenräume entlang der Bahn würden neu gestaltet und aufgewertet.

Schliesslich spielt die Limmattalbahn gemäss ZPL eine wichtige Rolle in der Zentrumsentwicklung: Dies zeigten Schlieren mit der «ausgereiften Planung des neuen Stadtplatzes» und Dietikon mit dem «erfolgreichen Ringen um eine zentrumskompatible Linienführung der Bahn». Die ZPL erwartet auch ausserhalb der Zentren Impulse für Siedlungserneuerungen, an geeigneten Orten sei eine grössere bauliche Ausnützung möglich. ZPL-Präsident Otto Müller lässt sich im Communiqué zitieren: «Durch gezielte Verdichtung muss das Siedlungsgebiet nicht vergrössert werden, und die Landschaft kann geschont werden.»

Die Limmattalbahn soll Altstetten mit Killwangen verbinden. Abgestimmt wird über die Zürcher Staatsbeiträge von maximal 510,3 Millionen für den Bau der Limmattalbahn-Infrastruktur und über weitere 136,3 Millionen für die Erweiterung von Strassenkapazitäten. (jk)