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Die Limmattalbahn - die Strecke, die Stationen, die Veränderungen

Wird an verschiedenen Orten zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach halten: Die Limmattalbahn ab 2022. (Archiv)

Wird an verschiedenen Orten zwischen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach halten: Die Limmattalbahn ab 2022. (Archiv)

Ab 2022 soll die Limmattalbahn zwischen den Bahnhöfen Zürich Altstetten und Killwangen-Spreitenbach verkehren. Auf ihrer Strecke wird sie geschichtsträchtige Orte passieren, aber auch solche, die sich bald stark wandeln werden. An manchen Stellen sind die Veränderungen bereits sichtbar, wie ein Spaziergang der ganzen Strecke entlang zeigt.

NEUES VIDEOS VERWENDEN Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Eine Fahrt mit der Limmattalbahn gefällig? Die geplante Strecke im Schnelldurchlauf – inklusive Haltestellen.

Die Redaktoren der Limmattalerzeitung sind die künftige Strecke schone einmal abgefahren, respektive abgelaufen.

Die Limmattalbahn-Haltestellen:

1 Bahnhof Altstetten–Seidelhof

Die erste Welle der Pendler ist durch. Dennoch herrscht auf dem Altstetterplatz immer noch Betrieb. Zwischen Bushaltestelle und Bahnhof kreuzen sich die Passanten. Hier, im grössten Quartier der Stadt Zürich, startet beziehungsweise endet die Limmattalbahn. An einer Haltestelle direkt am Platz, der auf seiner Nordseite vom markanten Bahnhofgebäude aus dem Jahr 1966 begrenzt wird. Ein Bau, der mit ein Grund dafür war, dass die SBB 2005 den Wakkerpreis für eine hochstehende Baukultur erhalten haben. Weit ist es nicht bis zur nächsten Station, dem Seidelhof an der Hohlstrasse.

2 Seidelhof-Farbhof

In den Verkehrs- mischt sich nun Baulärm. Das städtische Tiefbauamt ist derzeit daran, die bestehenden Abwasserkanäle, die eine ungenügende Abflusskapazität aufweisen, in der Hohl-, Badener-, Micafil- und Hermetschloostrasse zu ersetzen. Auch am Farbhof stehen deshalb grosse Baumaschinen. Es sind Vorboten für die Zeit, in der an der Limmattalbahn gebaut wird.

3 Farbhof–Micafil

Die Hohlstrasse liegt hinter, die Badenerstrasse vor den Passanten. Schlieren ist nicht mehr weit. Zuerst passiert man jedoch noch das Micafil-Areal. Obschon dort in den letzten Jahren bereits über 200 neue Wohnungen entstanden sind, dominieren noch Bürogebäude die Szenerie auf dieser Strassenseite. Gegenüber reiht sich Wohnhaus an Wohnhaus. Einige sind schon ziemlich in die Jahre gekommen.

4 Micafil–Mülligen

Die Badener- heisst jetzt Zürcherstrasse. Die Gemeindegrenze zu Schlieren ist erreicht. Und damit auch eines der grössten Gebäude der Schweiz. Im Briefzentrum Mülligen werden jährlich Postsendungen im zweistelligen Millionenbereich verarbeitet. Eindrücklich ist nicht nur, was sich im Innern des markanten Baus befindet. Auf dem Dach steht eine Photovoltaik-Anlage von der Grösse eines Fussballfeldes. Sie ist damit eine der grössten in der Schweiz.

5 Mülligen–Gasometerbrücke

Wieso Schlieren auch als Autostadt bezeichnet wird? Dieser Abschnitt der Zürcherstrasse ist mit ein Grund dafür. Grosse Autohersteller präsentieren hier ihre neusten Modelle.

6 Gasometerbrücke–Wagonsfabrik

Die Namen der beiden Haltestellen deuten es an: Hier pulsierte einst die Industrie. Wo sich bis Mitte der 1980er-Jahre die Schweizerische Wagons- und Aufzügefabrik befand, ist
in den letzten 20 Jahren der Bio-Technopark für Firmen aus dem LifeScience-Bereich entstanden. Er zählt heute rund 40 Firmen und universitäre Institutionen.

7 Wagonsfabrik–Zentrum Schlieren

Einige Restaurants und Verkaufsgeschäfte werden passiert, dann ist der Schlieremer Stadtplatz erreicht. Jener Ort also, der sich in den kommenden Jahren stark verändern wird und dem Zentrum ein neues Gesicht verleihen soll. Vergangenes Jahr stimmte das Schlieremer Stimmvolk einem 8-Millionen-Franken-Kredit für die Umgestaltung des Platzes zu. Die markanteste Neuerung nennt sich Flügeldach. Es wird den neuen Platz sowie die zukünftige Haltestelle der Limmattalbahn überspannen.

8 Zentrum Schlieren–Geissweid

Vorbei an der Überbauung Parkside geht die Reise weiter. Wo sich heute ein Garten und angrenzend eine Wiese befinden, werden bald Tramgleise verlegt. Und auch der Chilbiplatz, wie die Geissweid sonst noch genannt wird, erhält ein neues Gesicht. Noch ist allerdings offen, was für eines: Das letzte Wort werden die Stimmberechtigten haben, wenn sie über die Volksinitiative «Attraktive Geissweid für alle» entscheiden. Ein gesichtsloser Kiesplatz wird die Geissweid, auf der das 2er-Tram wenden und die Limmattalbahn halten werden, jedenfalls nicht bleiben.

9 Geissweid–Kesslerplatz

Die Zürcher- heisst mittlerweile wieder Badenerstrasse. Es ist ein kontrastreicher Abschnitt. Während die eine Strassenseite von Neubauten gesäumt wird, stehen gegenüber Häuser älteren Datums, von denen einige schon bessere Zeiten gesehen haben.

10 Kesslerplatz–Reitmen

Auto-Occasionshandel, das war einmal. Die Gebrauchtwagen sind verschwunden, dafür steht dort nun ein neues Schulhaus, das diesen Sommer bezogen wird. Im 75,5-Millionen-Franken-Bau werden in 23 Klassenzimmern rund 450 Schulkinder unterrichtet.

11 Reitmen–Spital Limmattal

Vom Spielplatz Schönenwerd, der sich an der Strecke befindet und derzeit für 420 000 Franken aufgewertet wird, werden die Passagiere der Limmattalbahn nichts zu sehen bekommen. Denn in diesem Abschnitt geht es in den Untergrund. Durch den rund 260 Meter langen Färberhüslitunnel, der für die Limmattalbahn gebaut wird, geht es von der Badenerstrasse hinauf zum Spital.

12 Spital Limmattal–Luberzen

Hier verlässt die Limmattalbahn Schlieren und erreicht Urdorf. Genauer: das Gewerbegebiet Luberzen und die Kantonsschule Limmattal. Zurzeit wird sie von etwa 750 Schülerinnen und Schülern besucht. Bis 2040 wird diese Zahl nach heutigen Prognosen auf rund 1100 ansteigen. Deshalb ist eine Erweiterung der bestehenden Schulanlage notwendig. Die Kosten dafür werden mit rund 55 Millionen Franken veranschlagt. Der Bezug des Erweiterungsneubaus erfolgt frühestens Ende 2022.

13 Luberzen–Herweg

Noch immer befinden wir uns im Wirtschaftsraum Urdorf Nord. Er ist für die Gemeinde ein bedeutsames Gebiet. Deshalb hat der Urdorfer Gemeinderat für das Gebiet eine Entwicklungsstrategie erarbeitet, die den Stimmberechtigten voraussichtlich im Jahr 2018 im Rahmen einer Revision der Bau- und Zonenordnung vorgelegt wird. Entstehen soll ein urbaner Lebens- und Arbeitsraum für verschiedene Branchen.

14 Herweg–Birmensdorferstrasse

Über die Autobahnbrücke geht es weiter nach Dietikon. Im einen Moment noch tosen die Autos auf der A3 unter einem, im nächsten schon geht es weiter zwischen neueren und älteren Wohnsiedlungen durch die beschauliche Birmensdorferstrasse.

15 Birmensdorferstrasse–Schäflibach

Vor dem Coop Brunau hält die Bahn. Von hier aus können Passagiere den S-Bahnhof Glanzenberg erreichen. Auch die Siedlung Limmatblick, die hinter den Bahngleisen liegt, erhält dadurch eine neue Erschliessung.

16 Schäflibach–Bahnhof Dietikon

Wo der Schäflibach die Zürcherstrasse unterquert, liegt die nächste Haltestelle. An der Überbauung Trio – Stadtpräsident Otto Müller nannte sie einst «ein schönes Tor von Osten her ins Zentrum» – fährt die Bahn ohne Halt vorbei. Über die Poststrasse gelangt sie zum Bahnhof Dietikon, wo sie dereinst neben dem bestehenden Bahnhof der Bremgarten-Dietikon-Bahn einen eigenen erhalten wird. Die ursprünglichen Pläne sahen keine direkte Anbindung des Bahnhofs vor, sondern eine Haltestelle an der Zürcherstrasse. 2015 wurden diese aber über den Haufen geworfen. Um Platz für den neuen Bahnhof zu bieten, wird das Haus am Bahnhofplatz, in dem sich heute das Fotostudio Boeniger befindet, abgerissen.

17 Bahnhof Dietikon–Zentralstrasse

Ein paar Dutzend Meter nordwärts müssen zwei weitere Häuser, jene zwischen dem Velohaus und dem katholischen Kirchgemeindehaus, weichen. An ihrer Stelle plant die Stadt einen grosszügigen Platz. So soll auch mit Doppelbahnbetrieb der Fussverkehr rund um Bahn- und Busbahnhof nicht eingeschränkt werden. Während die Bremgarten-Dietikon-Bahn heute nur eine Gleisspur braucht, werden künftig zwei nötig sein. Nach dem Kirchplatz biegt die Bahn seitlich in die Zentralstrasse ein, ohne die Spuren des motorisierten Individualverkehrs zu kreuzen.

18 Zentralstrasse–Oetwilerstrasse

Vor dem 30 Jahre alten Löwenzentrum hält die Limmattalbahn erneut. Tram- und Autospuren sind auf diesem Abschnitt, der zuerst an Discountern und dann am historischen Ortskern des Bezirkshauptorts vorbeiführt, getrennt: auf der Seite des Einkaufszentrums die beiden Bahnspuren, links davon die Autospuren. Auf dem Nadelöhr Reppischbrücke gliedert sie sich wieder in die Strassenmitte ein.

19 Oetwilerstrasse–Maienweg

Beim Hochhaus der Reppisch-Werke Dietikon mit seiner markanten Fassade kommt die Bahn als Nächstes zu stehen. Das 1962 erstellte und 36 Meter hohe Gebäude war bis vor wenigen Jahren das höchste Haus der Stadt, heute steht es im Schatten des mehr als doppelt so hohen Limmat Towers. Nun lässt die Bahn das Stadtzentrum endgültig hinter sich und fährt, mittlerweile wieder auf der Badenerstrasse, zwischen Wohnquartieren Richtung Aargau. Vorbei an Lebensmittelläden und Mehrfamilienhäusern steuert sie auf die Bunkerkreuzung zu. Am viel befahrenen Verkehrsknoten ist eine Unterführung der Überlandstrasse vorgesehen.

20 Maienweg–Niderfeld

Maienweg heisst eine der wenigen Strassen, die heute durch das 40 Hektaren grosse Niderfeld führen. Ab Mitte der 2020er-Jahre wird sich das ändern. In rund fünf Jahren sollen im letzte noch weitgehend unbebauten Entwicklungsgebiet Dietikons die Bagger auffahren; die Limmattalbahn als erschliessendes Verkehrsmittel ist das A und O für die städtebaulichen Planungen. Das Quartier soll sich gemäss Masterplan um einen grossen Park im Zentrum orientieren, an dessen Südrand die Bahn halten soll. Es braucht einiges an Fantasie, sich dieses künftige Gesicht des Niderfelds vorzustellen: Heute sind zwischen den Äckern und Wiesen nur wenige Wohnhäuser und zahlreiche Auto-Occasions-Händler zu sehen.

21 Niderfeld–Kreuzäcker

Nach der zweiten Haltestelle im Niderfeld, an dessen westlichem Rand, nähert sich die Bahn der Kantonsgrenze. Ennet der Mutschellenstrasse, angrenzend an den Rangierbahnhof, wird die Bahn dereinst schlafen gehen: Das Depot im Gebiet Müsli wurde letzte Woche vom Kantonsrat genehmigt, obwohl der Standort höchst umstritten war. Auch auf der anderen Seite der Mutschellenstrasse sind städtebauliche Planungen bereits auf den Bau der Bahn angepasst. Erste Überbauungen im Wohn- und Gewerbegebiet Kreuzäcker stehen, ein Trottoir sucht man aber noch vergebens.

22 Kreuzäcker–Grabäcker

Weiter geht es durch Auto-Spreitenbach. Mit der Bahn werden Burger King, Ikea und Co. künftig auch für öV-Benutzer besser erreichbar. Die 2006 eröffnete neue Ikea ist übrigens die grösste der neun Schweizer Filialen.

23 Grabäcker–SCS/Tivoli

Nach der Ikea schlängelt sich die Bahn in Richtung Shoppi. Hier ist Grosses geplant: Mit den Überbauungen Sandäcker, Tivoli Garden und dem Entwicklungsrichtplan Neumatt entstehen hier die grössten Hochhäuser des Aargaus, ein Kinomultiplex und neuer Wohn- und Arbeitsraum für Tausende. Auch das altehrwürdige Shoppi, eröffnet in den 1970er-Jahren und heute von mehr als 5 Millionen Shoppern pro Jahr besucht, wird mit der Bahn für Nicht-Autofahrer besser erreichbar.

24 SCS/Tivoli–Furttalstrasse

Nach dem Shoppi geht es weiter zur Umweltarena. Die Haltestelle Furttalstrasse hält direkt vor dem vor fünf Jahren eröffneten Informations- und Kompetenzzentrum für Energie- und Umweltfragen. Auf der anderen Seite der viel befahrenen Landstrasse, auf der die Bahn verkehrt, befindet sich das Wohnquartier Langäcker. Es soll in den kommenden Jahren schrittweise erneuert und verdichtet werden.

25 Furttalstrasse–Spreitenbach West

Beim zweitletzten Stopp vor der Endhaltestelle kommen Nostalgiker auf ihre Kosten. Hier wurde vor über 40 Jahren die alte Ikea errichtet. Sie war 1973 die erste Niederlassung des schwedischen Einrichtungsgiganten ausserhalb Skandinaviens. Der Testbetrieb in der Schweiz schlug ein wie eine Bombe; heute gibt es 340 Ikeas in 28 Ländern.

26 Spreitenbach West–Bahnhof Killwangen-Spreitenbach

Geschafft: Die Bahn erreicht nach der Fahrt durch eine neue Unterführung den Bahnhof auf Killwanger Gemeindegebiet. Er soll rechtzeitig auf Inbetriebnahme der zweiten Etappe neue, auf die Bahn abgestimmte Bus- und Zugverbindungen erhalten und zudem behindertengerecht gestaltet sein. Ob und wie lange der Bahnhof Killwangen-Spreitenbach End- beziehungsweise Startpunkt der Limmattalbahn bleibt, wird die Zukunft weisen: Bereits gibt es die Idee, sie bis Baden zu verlängern.

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