Man kann die Menschentrauben, die sich während der Sommermonate an den Ufern der Limmat zum Grillieren treffen werden, förmlich sehen. «Eine der wichtigsten Massnahmen bei diesen Arbeiten war die Schaffung von flachen Flussufern», erklärt Matthias Oplatka. Der Sektionsleiter Bau vom kantonalen Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft präsentierte den Medien gestern die fertiggestellten Limmatauen Werdhölzli. Ziel war es, den in die Jahre gekommenen Hochwasserschutz zu verbessern, das Gelände aber auch für Mensch und Tier attraktiver zu machen.

In einem Jahr wird es grün

Rund ein Jahr dauerten die Arbeiten an der Limmat zwischen dem Stauwehr Zürich-Höngg und der Autobahnbrücke bei Oberengstringen. Das Resultat, die Limmatauen Werdhölzli, seien ein «Vorzeigeprojekt für die Verbindung zwischen Hochwasserschutz, Ökologie und attraktiver Flusslandschaft», erklärte Oplatka. An den Kosten des 9,4 Millionen Franken teuren Projekts beteiligten sich die Stadt Zürich, der Naturemade Star-Fonds von EWZ, der WWF in Kooperation mit der Zürcher Kantonalbank sowie der Bund.

Neben den abgeflachten Ufern wurden auch Flusseinkerbungen sowie vier kleine Inseln aufgeschüttet. An diesen werde der Flusslauf verlangsamt, sodass Fische dort besser laichen können. Begrünt wurden die Auen bisher noch nicht. Der Anblick der heute mehrheitlich steinernen Szenerie wird sich im Laufe des Jahres jedoch ändern. «Mit all den Nährstoffen, die das Wasser hier anschwemmt, wird es im nächsten Sommer vermutlich sehr grün aussehen», so Oplatka. Pläne für die Erweiterung bis ans Stauwehr Dietikon seien schon in Arbeit.

Eine der markantesten Neuerungen ist zweifelsohne der Erlebnissteg. Rund einen Meter über dem Boden führt er durch den Auenwald, der bis anhin für Fussgänger nicht begehbar war. Alle paar Meter können sich die Spaziergänger auf einer Holzbank niederlassen und, wie es Christine Bartholdi von Grün Stadt Zürich umscheibt, mit geschlossenen Augen die Natur spielerisch-sinnlich beobachten. Just in diesem Moment donnerte ein Flugzeug über die Köpfe der Journalisten. Sogar Bartholdi entwich ein Schmunzeln.

Für die Gemeinde Oberengstringen seien die Limmatauen ein grosser Gewinn, meint der Gemeindepräsident André Bender. «Ich war bei jeder Planungssitzung anwesend. Daher wurden auch die Wünsche unserer Gemeinde berücksichtigt», sagt er weiter. Konkret heisst dies, dass die Wand bei der Hardwiese nicht wie ursprünglich geplant aus Beton, sondern aus Stein gebaut wurde. So könnten sich dort auch Reptilien einnisten. «Wir sind froh, dass auch dieses Detail geklappt hat», so Bender.

Zudem wurde dem Reitverein Hardwiese Gehör verschafft. Der Zugang an die Limmat, den sie zum Tränken der Pferde erhalten haben, wurde ebenfalls auf Wunsch der Gemeinde und des Reitvereins erstellt. Aus Dankbarkeit spendiert Oberengstringen den Apéro anlässlich des Eröffnungsfests der Limmatauen vom kommenden Samstag (siehe Box).