Altersheim: Im lebendigen Zürcher Kreis 5 liegt das baulich originelle, sehr städtische Altersheim Limmat, das mit seinem öffentlichen Bistro auch ein gewisses Strassencafé-Flair verströmt. Es liegt – natürlich! – an der Limmatstrasse. Und es verwundert auch nicht weiter, dass die nächste Tramhaltestelle «Quellenstrasse» heisst.

Baden: Ab Zürich lassen sich viele in Gummibooten oder auf Luftmatratzen die Limmat hinuntertreiben. In der Zürcher Innenstadt ist das Schwimmen im Fluss hingegen ausserhalb der Badeanstalten generell verboten; ab Quaibrücke bis zur Badi Oberer Letten ist es wegen der «grossen Gefahren durch Strömungen und die Limmatschifffahrt» untersagt. Deshalb ist seit 1945 auch das traditionelle Limmatschwimmen so beliebt – sofern der Sommer mitspielt, können einmal im Jahr die zwei Kilometer von der Frauenbadi bis an den oberen Letten im Fluss zurückgelegt werden. Beim Samichlausschwimmen gibt es eine zweite Möglichkeit – angesichts der Temperaturen ist da die Strecke aber auf 95 m beschränkt.

Club: Der Limmatclub ist mit über 1000 Mitgliedern der grösste aller Wasserfahrvereine der Schweiz. Und natürlich gibt es – wie das Pfadikorps oder der Handballclub – zahlreiche weitere Vereine, die die Limmat oder deren Tal im Namen tragen.
Dampfmaschine: Die «Limmat» war – gemeinsam mit der «Aare» – die erste Lokomotive in der Schweiz. Die Schweizerische Nordbahn SNB setzte sie ab August 1847 zwischen Zürich und Baden ein (Spanischbrötlibahn). 1882 wurde de zwischenzeitlich umgebaute «Limmat» demontiert. 1947 wurde die erste Lok nachgebaut; diese «Limmat» steht im Verkehrshaus in Luzern und wird von den SBB bei Anlässen verschiedentlich eingesetzt.

Energie: Die Kraft des Wassers wird entlang der 36 Kilometer langen Limmat mehrmals genutzt. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich hat drei Flusskraftwerke am Letten, in Höngg und in Wettingen in Betrieb, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich besitzen eines in Dietikon. Die Limmatkraftwerke AG produzieren zwischen Baden und Turgi an vier Stellen Strom. Das Kraftwerk in Wettingen, das ein Bruttogefälle von über 20 Meter aufweist, ist das grösste und produziert am meisten Strom (jährlich rund 135 Gigawattstunden).

Feld: Das Limmattal ist im Fluss – ein Ausdruck davon ist das Limmatfeld in Dietikon, das von Architekten in knapper Form als «Turm, Platz und Quartier» beschrieben wird.

Global: Die Limmat gibt es auch in der Wirtschaft – an den Börsen kann in den «Limmat Global Equity Fund» investiert werden. Mit dem Zürcher Fluss hat er wenig zu tun (lediglich sieben Prozent des Kapitals sind in der Schweiz angelegt). Die verantwortliche Firma hat aber ihren Sitz am Limmatquai.

Höhenunterschied: Die Limmat entspringt am Zürichsee und mündet am Wasserschloss in die Aare. Dabei überwindet sie – je nach Quelle – zwischen 78 (Wikipedia) und 81 Metern (historisches Lexikon).

Insel: Ob mit Freundinnen und Freunden grillieren, Badminton spielen oder sich gemütlich sonnen – die idyllische, begehbare Limmatinsel in unmittelbarer Nähe der Kesselstrasse in Spreitenbach ist von viel Grün umgeben.

Joggen: Laufen entlang der Limmat ist beliebt. Nicht zwingend bei jenen Schülern aus dem Limmattal, die jeweils bei schönem Wetter von ihren Turnlehrern dazu gedrängt werden; aber bei all den Hobbyläufern, die von der grünen Strecke am blauen Fluss schwärmen. Ein Vorteil dabei sind auch die vielen Brücken, wie einem Erlebnisbericht eines Stadtzürchers im Internet zu entnehmen ist: Die Brücken würden es nämlich erlauben, die Laufstrecken «variabel» zu gestalten und – je nach verbleibender Luft – früher oder später umzukehren.

Kanal: Die Limmat fliesst verschiedentlich durch künstliche Kanäle. So – mit dem Bau des Zulaufs für das Kraftwerk Höngg – wurde auch die Werdinsel abgetrennt und zur richtigen Insel. Für die Rubrik unnützes Wissen noch der Hinweis: Unter Teilen der Werdinsel befindet sich ein grosses Rückhaltebecken für Regenwasser (1986 erbaut, fasst 40 000 Kubikmeter).

Lauf: Der 13,2 Kilometer lange Limmat-Lauf durch Baden findet alljährlich statt. Die nächste Austragung ist auf den 2. April 2016 angesetzt.

Motorschiff: Die Limmat ist in Zürich schiffbar. Die Zürichsee Schifffahrt bedient mit ihren drei Limmatschiffen «Felix», «Regula» und «Turicum» unter sieben Brücken hindurch verschiedene Haltestellen zwischen Landesmuseum und Hafen Enge. Aber auch auf dem Zürichsee verkehrt die «Limmat»: Das 1958 erbaute Motorschiff gehört zur Flotte und fasst 700 Personen. Die «Linth», die ja eigentlich nur der Oberlauf ist, ist grösser (1000 Personen), was die Zürcher aber gelassen hinnehmen.

Nixen: Die Limmat-Nixen Zürich wurden im Jahre 1961 gegründet und gehörten ursprünglich dem Schwimmverein Limmat Zürich an, seit 1998 bilden sie einen eigenständigen Verein. Der Club gibt im Synchronschwimmen landesweit seit Jahren den Takt an und vor.

Oetwil: Es gibt die Gemeinde Oetwil am See, die aber gar nicht am See, sondern auf der vom oberen Zürichsee abgewandten Seite des Pfannenstiels liegt. Oetwil an der Limmat ist da weniger verwirrend – der Ort liegt an der Kantonsgrenze zum Aargau und an der Limmat.

Platten: Der Fluss hat auch einem Musiklabel zum Namen verholfen. Limmat Records vertritt Schweizer Künstler wie den Luzerner Tobi Gmür oder den Multikulti-Komiker Johnny Burn.

Querung: Dass es über mehrere Jahrhunderte hinweg in Baden und Zürich lediglich zwei Brücken über die Limmat gab und dem Fluss damit eine militärisch wichtige Funktion zukam, ist natürlich Allgemeinwissen (und soll hier deshalb nicht erwähnt werden). Inzwischen gibt es längst mehr Querungsmöglichkeiten über den trennenden Fluss. Während Brückenbauwerke realisiert wurden, gab und gibt es immer wieder hochfliegende Pläne von Fluss- und Stadtunterquerungen. In diese Kategorie fällt etwa die sogenannte Sihltiefstrasse, die Zürich als «Stadttunnel» vom Sihlhölzli bis zum Milchbuck hätte unterqueren sollen. Was für die Autobahn nicht geklappt hat, hat der Zürcher Verkehrsverbund ZVV geschafft; deren S-Bahnen verkehren unter der Limmat hindurch.

Rechte Zuflüsse: Die Limmat wird zur Hauptsache vom grossen Zürichsee gespeist. Ihre weiteren bekannten Zuflüsse liegen vor allem auf ihrer linken Seite; Sihl, Schäflibach und Reppisch. Aber auch von der anderen, der rechten Seite fliesst Wasser zu – etwa aus der Müligiesse, dem Länggenbach, dem Furtbach und dem Lugibach.

Schifferstechen: Die Zunft zur Schiffleuten führt alle drei Jahre ein Schifferstechen für die Mitglieder der Zürcher Zünfte durch. Dabei versuchen sich jeweils zwei Zünfter, die auf zwei sich entgegenkommenden Weidlingen stehen, mit Lanzen aus dem Gleichgewicht zu bringen und in die Limmat zu stossen. Im Mittelalter sollen spitzige Lanzen verwendet worden sein, was immer wieder zu Unfällen oder zum Ertrinken einzelner Kämpfer geführt hat. Heute werden stumpfe Lanzen, die meist mit einem Kissen aus Leder geschützt werden, verwendet. Diese Änderung, heisst es bei der Zunft zur Schiffleuten, «hat sich bewährt».

Tower: Das neue Wahrzeichen des Limmattals ist 80 Meter hoch. Die Arbeiten am Limmat Tower, der vom Zürcher Architekturbüro «huggenbergerfries» entworfen worden ist, neigen sich nun dem Ende entgegen. Eines der augenfälligsten Charakteristika des Baus im Dietiker Limmatfeld ist – neben seiner Höhe – der fünfeckige Grundriss, der die Geometrie des Grundstücks aufnimmt und in die Höhe führt.

Uferweg: Die Limmat ist das verbindende blaue Band zwischen Zürich und Baden und stellt einen wichtigen Natur-, Kultur- und Erholungsraum dar. Dies betonten die Regierungsräte der Kantone Aargau und Zürich vor rund einem Jahr: Damals hatten sie den neu geführten und besser ausgeschilderten Limmatuferweg für Wanderer und Velofahrer feierlich eingeweiht. Die beiden Regierungen haben damals auch das Projekt des «Agglomerationsparks Limmattal» verabschiedet, um zwischen dem Zürcher Bellevue und dem Bäderquartier Baden einen «vielfältigen, durchgängigen Lebens-, Erholungs- und Naturraum» zu schaffen, zu erhalten und zu erweitern.

Verlag: Am 19. März 1975 wurde die «Limmat Verlag Genossenschaft» ins Handelsregister eingetragen. Vorangegangen war eine inzwischen längst legendäre Vorgeschichte. Eine Gruppe von Historikern und Studenten hatte den Auftrag erhalten, ein Buch zur Geschichte der Arbeiterbewegung zu verfassen. Als dieses vorlag, sprangen die Verlage aber ab – als zu links, als «linkes Machwerk», wurde es taxiert. In der Folge wurde der «Limmat Verlag» gegründet, dessen erstes herausgegebenes Buch («Schweizerische Arbeiterbewegung») noch heute ein Standardwerk ist.

Wasserschloss: Die Limmat, dieser Fluss aus Zürich, mündet im Aargauischen in die Aare. Die Region, wo auch die Reuss mündet, wird als «Wasserschloss» bezeichnet; hier kommt Wasser zusammen, das aus rund 40 Prozent der Schweizer Gesamtfläche stammt. Durch das Wasserschloss, dieses Dreieck zwischen Brugg, Turgi und Stilli am südlichen Rand des Juras, fliessen durchschnittlich 560 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Von der schönen Limmat, auf die die Zürcher zu Recht stolz sind, stammen dabei 15 Prozent (die Aare trägt 60 Prozent der Wassermenge bei, die Reuss 25 Prozent).

X-mal: Die Limmat und ihre Zuflüsse sind in den vergangenen Jahrhunderten unzählige Male über die Ufer getreten. Die Gefahren konnten reduziert werden: So dient etwa die Wehranlage am Platzspitz auch für den Schutz vor Hochwasser. Vor einem drohenden Hochwasser kann der Seespiegel des Zürichsees künstlich abgesenkt werden. Der See dient dann als «Rückhaltebecken»; Überschwemmungen entlang der Limmat können so verhindert oder zumindest reduziert werden. Derzeit treibt der Kanton Zürich weitere Hochwasserschutzmassnahmen voran.

Yoga: Neben Vereinen (vgl «C» und «N») beziehen sich auch verschiedene Firmen und Unternehmen auf den Fluss. So gibt es neben «Yoga Limmat» auch die «Limmattal Mosaik GmbH», die «Limmatfilm GmbH» und die auf Durchflussmesssystem spezialisierte Zuger «Limmat Scientific AG».

Zeitung: Die «Limmattaler Zeitung», die mit ihrer Sonntagsausgabe sieben Mal in der Woche erscheint, ist beim «Z» angelangt.