Begegnung
Die Liebe brachte ihn ins Limmattal

Vor 13 Jahren zog Leonard Bailey aus den USA zu seiner Frau nach Unterengstringen, wo er eine eigene Massage- und Fitness-Praxis betreibt. Daneben ist er zu 30 Prozent Hausmann und kümmert sich liebevoll um seinen Sohn Cody.

Margret Stöcklin
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Leonard Bailey.

Leonard Bailey.

Limmattaler Zeitung

Wir treffen den gebürtigen US-Amerikaner auf dem Sportplatz Werd in Geroldswil, wo er seinen Sohn beim Fussballtraining des FC Oetwil/Geroldswil anfeuert. Leonard Bailey ist sofort begeistert von der Idee, sich interviewen zu lassen. «Ich habe mich immer gefragt, wie ich am besten Kontakt mit euch aufnehmen könnte. Und nun habt ihr mich gefunden», freut sich der
59-Jährige.

Bailey ist in Kalifornien aufgewachsen und absolvierte an der University of California in Los Angeles ein Kunststudium. Seine heutige Ehefrau Petra lernte er jedoch in New York kennen, wo diese als Au-pair tätig war, um ihr Englisch zu verbessern.

«In einem Restaurant habe ich sie rein zufällig getroffen. Ich ging zur Drehtür raus, während sie reinkam. Ihre Schönheit faszinierte mich dermassen, dass ich ihr folgte und einen Drink offerierte. Auf unser erstes Date musste ich allerdings volle drei Monate warten», erinnert sich Bailey.

Weil Amor voll ins Schwarze getroffen hatte, liessen sich die beiden 1999 in Amerika trauen. Es folgten drei Jahre des Hin- und Herpendelns. Mal flog Ehefrau Petra in die USA, dann kam ihr Gatte sie in Unterengstringen besuchen.

Vor 13 Jahren hatten die zwei jedoch genug von ihrer Fernbeziehung und Leonard Bailey zog ganz in die Schweiz, um hier sesshaft zu werden. «Diesen Schritt habe ich nie bereut. Mir gefällt es hier sehr, weil die Lebensqualität optimal ist.

Im 2007 kam unser gemeinsamer Sohn zur Welt, welcher vor zwei Jahren eingeschult wurde», sagt Bailey. Zum Glück könne sein Sohn hier zu Fuss in die Schule gehen. «Dort, wo ich aufgewachsen bin, wäre das total undenkbar.

Da kann man auch nicht ohne Auto einkaufen, weil die Distanzen viel zu weit sind und es keine funktionierenden öffentlichen Verkehrsmittel gibt», so Bailey weiter. Wenn er nicht viel einkaufen muss, geht der US-Amerikaner oftmals zu Fuss ins Zentrum Oberengstringen. Für Besorgungen in Schlieren oder Dietikon benutzt er allerdings Auto oder Töff.

Praxis vor der Haustür

Ehefrau Petra ist Bankerin und arbeitet im 90-Prozent-Pensum bei der UBS, während Bailey seit einigen Jahren eine eigene Praxis betreibt, die sich direkt neben ihrem Einfamilienhaus im Haggacher befindet. Der 59-Jährige verfügt über verschiedene Diplome im Fitness- und Massagebereich und ist unter anderem Mitglied des Schweizer Berufsverbands für Esalen Massage und Körperarbeit. «Ich arbeite nur zu 70 Prozent, um meiner Frau die gröbste Arbeit in Haus und Garten abzunehmen und unseren Sohn zu betreuen, was sensationell klappt.

Ich koche, wasche, putze, ackere im Garten und kümmere mich um unsere zwei Minischweine und Wasserschildkröten. Ich bin also andauernd auf Trab», verrät der agile Mann. Die Schildkröten kommen während der Winterzeit in ein mit kaltem Wasser gefülltes grosses Becken im Keller, während die Säuli das ganze Jahr hindurch jeden Tag geputzt und gefüttert werden müssen.

Einmal jährlich fliegt die ganze Familie nach Atlanta, wo sie Leonard Baileys Eltern besucht. Danach geht’s jeweils auf eine Schiffsrundreise, welche zu Traum-Destinationen wie den Bahamas, Jamaika oder Puerto Rico führt. Bailey: «Insgesamt machen wir jedoch höchstens drei Wochen Ferien, weil meine Kunden zu Hause auf mich warten. An dieser Stelle möchte ich allen für ihre Treue danken. Denn wenn sie nicht wären, würde meine Praxis nicht existieren.»