Feuerwehr

Die letzte Klosterübung von Kommandant Daniel Schwab fand nicht nur an einem Ort statt

Wegen dem Coronavirus führte die Feuerwehr Engstringen ihre diesjährige Klosterübung ohne Zuschauer und an drei Orten druch.

Unter speziellen Umständen fand die diesjährige Klosterübung der Feuerwehr Engstringen statt. Sie konnte die Übung wegen dem Coronavirus nicht zusammen mit den Weiningern im Kloster durchführen. Auch wurden keine Nonnen gerettet.

Auch waren keine Zuschauer zugelassen. Einzig die Sicherheitsvorstände Andreas Leupi (Oberengstringen) und Urs Muntwyler (Unterengstringen) und die «Limmattaler Zeitung» waren anwesend. Feuerwehrkommandant Daniel Schwab fand das schade, ist doch die Übung normalerweise ein Jahres-Höhepunkt.

Die Feuerwehrübung fand an vier verschiedenen Orten statt

Die erste Gruppe befand sich um das Kloster Fahr. Hier übte die Feuerwehr das Aufstellen von verschiedenen Leitern im sogenannten Leiterdienst. Eine Gruppe übte unter Zeitdruck und engen Platzverhältnissen in der Scheune das Verwenden von Steckleitern. Eine andere Gruppe übte das Aufstellen von Leitern an den Hauswänden der Bäuerinnenschule bis zum Dach hinauf, zur Rettung von Personen.

Der Rekrutenzug fuhr ins Kieswerk Hardwald und übte dort zum ersten Mal den Pionierdienst. Hierbei wurde eine Mulde zuerst mittels Luftkissen auf Holzblöcke gelegt und anschliessend mittels Seilzügen umgedreht. «Wir üben das hier in einem sicheren Umfeld, damit die Leute das später auch mit einem Auto oder einem Lastwagen könnten», sagte Daniel Schwab.

Der letzte und wohl spektakulärste Teil der Übung fand am Dreispitz in Unterengstringen statt. Hier sperrte die Feuerwehr die Zürcherstrasse und musste einen Brand löschen und Verletzte bergen. Laut Übungsleiter Yves Zuppiger war dieser Übungseinsatz etwas Besonderes: «Normalerweise kommen die Feuerwehrleute an die Übung und wissen fast sofort, was zutun ist. Heute haben wir versucht etwas anderes zu machen. Sie mussten auf eine aussergewöhnlich komplexe Situation reagieren.» Obwohl eine solche Situation etwas Neues für die Feuerwehrleute gewesen sein, so sei er zufrieden mit dem Resultat, erklärt er weiter. Der Feuerwehrzug wurde mit einem Brand aus einem Fenster und mehreren betrunkenen Verletzten konfrontiert. Im Verlaufe der Übung kam es zudem zu einer Verpuffung von Gasen, weswegen schnell reagiert werden musste.

Der Kommandant Schwab sieht die ganze Übung als einen Erfolg: «Die Übung lief gut ab und ich bin zufrieden mit meinen Leuten. Man hat einzig ein wenig gemerkt, dass sie ein wenig eingerostet waren und wir während dem Lockdown keine Übungen machen konnten.» Aus diesem Grund sei es sogar ein wenig vorteilhaft gewesen, dass keine richtige Klosterübung stattgefunden habe. Der Fokus der Übung habe somit auf das Wiederauffrischen der Kenntnisse gelegt werden können. Es ist aber auch wichtig, dass sich die Leute wieder einmal gesehen haben. Die Gemeinschaft ist nämlich genauso wichtig wie das Handwerk, wie Kommandant Schwab sagt.

Für den Kommandanten Daniel Schwab war es die letzte Klosterübung. Er wird Ende dieses Jahres sein Amt an Michael Egli abgeben: «Er ist motiviert und wird das Amt sicher sehr gut ausführen.» 26 Jahre in der Feuerwehr, davon acht Jahre als Kommandant, sieht Schwab als genug an: «Ich habe es langsam gesehen. Das Blaulicht und die Action wird mir nicht fehlen, da ich bei der Kantonspolizei arbeite.»
In die Amtszeit von Schwab fiel die per 2019 durchgeführte Fusion der Feuerwehren von Ober- und Unterengstringen. Schwab war somit der erste Kommandant der neuen Feuerwehr Engstringen. Er ist zufrieden damit, wie die Fusion abgelaufen ist: «Man wird natürlich immer einen gewissen Unterschied zwischen den Gemeinden spüren, aber ansonsten ist es sehr gut abgelaufen.» Er lobt die Zusammenarbeit, die er mit den Gemeinden hatte. Die Sicherheitsvorsteher seien immer für die Feuerwehr da gewesen und hätten sie gut unterstützt. Ein Problem konnte Schwab während seiner Zeit nicht lösen: «Wir haben immer noch das Problem, dass wir leider zu wenig Leute sind und die Leute immer älter werden. Darum sind wir immer auf der Suche nach neuen Feuerwehrleuten.»

Wasserrohrbruch während Übung sorgt für Überraschung

Ein unvorhergesehenes Ereignis gab es an der Übung: Während der Übung brach beim Dreispitz ein Wasserrohr. Das Rohr brach wegen kleinen Druckschwankungen. Diese entstanden, da die Feuerwehr Wasser vom naheliegenden Hydranten bezog. Direkt verursacht hat die Feuerwehr den Rohrbruch aber laut dem Leiter der Gemeindewerke Unterengstringen, Ralph Pfister, nicht: «An diesem Ort hat das Rohr eine Schwachstelle. Diese kennen wir nun. Wenn die Feuerwehr nicht hier gewesen wäre, dann wäre das Rohr so oder so in sechs bis zehn Monaten gebrochen.» Laut Pfister war dies der erste Hauptleitungsbruch des Jahres in Unterengstringen.

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