Wenn zwei harmonieren, freuen sich die Dritten. Dies war am Samstag der Fall: Die Musikschule Dietikon war zu Gast im Ortsmuseum. Das rund 50-köpfige Publikum freute dieses Gastspiel. 14 Musikschülerinnen und -schüler im Alter von zwischen 8 und 17 Jahren traten im Ortsmuseum auf.

Dieses bot für das einstündige Konzert mit aktuellen Stücken aus den Charts, traditionell Nostalgischem sowie Barock und Klassik eine ganz spezielle Akustik: Man hörte gar das Atmen. Wie es sonst etwa in Kirchen üblich ist, sprachen die Besucher vor dem Konzert bereits automatisch viel leiser. Die historischen Fotografien von Dietikon und die alten Objekte trugen zu dieser Ambiance bei.


Daniela Jordi, Leiterin der Musikschule, wählte passend zur Lokalität eher «leise» Instrumente aus: Akkordeon, Klarinette, Blockflöte, Violine und Violoncello sowie E-Piano. Zum dritten Mal fand in Dietikon die 2012 lancierte und nun zum vierten Mal stattfindende Reihe «Klingende Museen» statt.

Diese steht unter dem Patronat der Verbände «Muse-um-Zürich» und der Zürcher Musikschulen. Regula Stauber, Leiterin des Ortsmuseums, sagte in der Begrüssung: Normalerweise sei das Publikum des Ortsmuseums eher älter. Heute aber würden Kinder und Jugendliche hier musizieren. Dies führt zu rekordverdächtigen Werten bezüglich des Altersunterschieds im Publikum. «Die jüngste Musikerin ist acht Jahre alt und die älteste Besucherin, Clara Isenring, 95.»


Nostalgisches Raumschiff
Den Auftakt machte die 8-jährige Locin Moktarmohammad. Sie trug, begleitet von der Klavierlehrerin Elisabeth Kolar, zwei Violinen-Stücken vor: «Andantino» und «Arielles Wellenreise». Letzteres ist ihr Lieblingslied. Locin sagte, während dem Spielen stelle sie sich vor, sie sei eine grosse Künstlerin. Auf diese Weise könne sie ihr Lampenfieber vergessen.


Südländische Rustikalität brachten die Geschwister David und Ines Ribeiro am Akkordeon mit «Tango piccolino». Wie eine Zeitreise mit einem nostalgischen Raumschiff war der Auftritt der Musikschulleiterin Jordi mit ihren Schülern Bence Csikos und Gobikan Balasubramaniam. Sie trugen eine Klarinetten-Interpretation von Star-Wars-Melodien vor.

Isenring gefiel es
Nach dem Konzert am Apéro, sagte die 16-jährige Blockflötenspielerin Marie-Bernadette Weibel: «Theoretisch kann man Musik hören und gleichzeitig die Ausstellung im Raum betrachten.» Klavierschüler Julien Suter schwärmte: «Das Spielen hier ist anders als Zuhause. Der Klang im Museum ist sanfter, weil es Gegenstände hat, die den Klang dämpfen.»

Auch begeistert war der 12-jährige Duy Cung Hoang. Er fand es cool, im Ortsmuseum aufzutreten.

Besucherin Anita Bertschiger aus Dietikon lobte die Stimmung im Museum, die sehr gut zum Konzert gepasst habe. «Ich fühlte mich sehr aufgehoben.» Die 95-jährige Clara Isenring sagte: «Ich bin überrascht vom hohen Niveau des Spiels der Musikschüler. Das Konzert gefiel mir sehr.»