Aesch
Die Kunst dort zeigen, wo die Menschen leben

Stefanie Seiler und Sara Haslacher wollen mit ihrer «Kunstmeile» die Kunst und ihre Macher näher zusammenbringen. Dem Publikum gefällts.

Franziska Schädel (Text&Fotos)
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Eine Stärkung vor dem Kunstprogramm.
6 Bilder
Aller Anfang ist schwer – erste Klöppelversuche.
Ein temporäres Schneideratelier.
Kunst und Technik – Ausstelllung in der Maschinenhalle.
Ein altes Aescher Haus wird zur Galerie.
Kunstmeile

Eine Stärkung vor dem Kunstprogramm.

Von Franziska Schäde

19 Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen, vorwiegend aus Aesch oder Birmensdorf, zeigten ihr Schaffen für einmal an ungewohnten Orten. In einer Garage, im Gemeindehaus, in Privatwohnungen oder Seite an Seite mit Landwirtschaftsgeräten in einer Maschinenhalle waren am Samstag Bilder, Fotografien, Skulpturen, Mode oder Goldschmiedearbeiten zu bewundern.

Versehen mit einem Plan und einer Portion Entdeckergeist konnten sich die Besucherinnen und Besucher quer durch Aesch auf die Suche nach den ausgestellten Werken machen.

Stefanie Seiler und ihre Tochter Sara Haslacher möchten Künstlern und Kunsthandwerkern eine günstige Möglichkeit bieten, sich einmal da zu zeigen, wo sie zuhause sind. Beide sind auch selber kreativ unterwegs.

Zwei Generationen im Dienst der Kunst: Sara Haslacher und Stefanie Seiler haben den Anlass organisiert.

Zwei Generationen im Dienst der Kunst: Sara Haslacher und Stefanie Seiler haben den Anlass organisiert.

Stefanie Seiler malt Acrylbilder, ihre Tochter stellt Schmuck her und näht. «Unsere Idee der Kunstmeile ist von der Bevölkerung positiv aufgenommen worden, und wir freuen uns sehr über die vielen Besucher. Viele Leute schauen bei uns auch nur vorbei, um einmal unser Haus zu sehen», schmunzelt Stefanie Seiler.

Kunst auf alten Kommoden

Das älteste Haus der Gemeinde ist in der Tat einen Besuch wert. Auf den alten Kommoden und neben dem dunkelgrünen Kachelofen kommen die Bilder und der ausgestellte Schmuck ganz besonders gut zur Geltung.

Urs und Natalie Neuenschwander sind davon begeistert. Die beiden sind über eine der ausstellenden Künstlerinnen und über Facebook auf die Kunstmeile aufmerksam geworden und extra dafür aus Frauenfeld angereist.

«Es ist eindrücklich, was dieses Dorf auf die Beine gestellt hat und mit welcher Leidenschaft und Liebe alles organisiert ist. Das ist hohe Qualität», sagt der Thurgauer und ergänzt: «Die Kunstmeile hat uns überrascht und inspiriert.»

Rund um den Dorfbrunnen bieten Händler Gemüse, Kunsthandwerk und Blumen feil, und manch einer nutzt die Gelegenheit, für den Muttertag einen prächtigen Blumenstrauss zu erwerben. Und weil Kunstgenuss auch hungrig macht, sorgt der Frauenverein für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher.

Margrit Weber, Birmensdorf

Margrit Weber, Birmensdorf

Franziska Schädel

25 Jahre lang habe ich mich der naiven Malerei gewidmet, bis es mir etwas verleidet ist. Auch sind meine Augen nicht mehr die jüngsten und bei dieser Malerei musste ich viele Details mit der Lupe malen. Daher suchte ich nach anderen, grösseren Motiven. In einem Ölmalkurs lernte ich eine neue Technik kennen. Heute male ich Orchideen.

Ich liebe diese Blumen, sie sind so vielfältig und so edel. Das gefällt mir.

Ursi Daeniker, Birmensdorf

Ursi Daeniker, Birmensdorf

Franziska Schädel

Ich zeige ein Handwerk, das seit rund 600 Jahren existiert. Kreativität und Vielfältigkeit des Klöppelns faszinieren mich. Ich kann Tischgarnituren klöppeln, Schmuck oder Bilder herstellen – ich könnte sogar Kleider klöppeln.

Wenn ich die Zeit rechne, die ich für die Herstellung nur eines kleinen Bildes brauche, dann sind die Gegenstände eigentlich unbezahlbar. Darum verkaufe ich sie auch nicht, sondern verschenke sie an Leute, die Freude daran haben.

Kunstmeile

Kunstmeile

Franziska Schädel

Ich bin Berufsfotografin und habe mich auf Reportagen, Food-Bilder und Porträts spezialisiert. Bei den Kochbüchern bin ich hängen geblieben. Durch meinen Beruf erhalte ich Einblick in andere Berufswelten, und das ist das Spannende an meiner Arbeit.

Wenn ich Menschen fotografiere, erzähle ich ihnen so lange irgendwelche Dinge, bis sie nicht mehr daran denken, dass sie fotografiert werden. Dann drücke ich ab – wenn sie lachen.

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