Dietikon
Die Könige auf dem Brett fielen, doch die Könige hinter dem Brett wurden gekrönt

Hoch konzentriert kämpften 16 Kinder am Schüler-Schachturnier in Dietikon um den Sieg. Doch ganz so lange hielt die Konzentration nicht, die Vorfreude auf den Fasnachtsumzug kann zu einer grossen Ablenkung werden.

Lulu Shi
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Lambotharan Logendran zählte am Ende zu den Siegern.

Lambotharan Logendran zählte am Ende zu den Siegern.

lus

Konzentrierte Gesichter, die Augen fokussiert auf die schwarzen und weissen Figuren. Kleine Hände bringen Königinnen, Läufer, Rösser, Türme und Bauern in Bewegung, um ihren König zu beschützen, bis es heisst: «Schach» - «Schachmatt». 16 Schüler und Schülerinnen spielten am Samstag in Dietikon um den Meistertitel im Schach.

In vier Runden und zwei Alterskategorien spielten traten sie gegeneinander an. Der Zweitklässler Lambotharan Logendran und der Fünftklässler Philipp Künzli wurden nach drei Stunden fieberhaften Spielens zu den Siegern gekürt.

Gegen Philipp, keine unbekannte Figur im Kreis der Schachspieler, waren alle seine Gegner chancenlos. Vier Mal zwang er den gegnerischen König in die Sackgasse und räumte mit vier von vier Punkten ab. Besonders stolz war Frank-Ronald Bähr, Präsident des Schachklubs Dietikon, auch auf seinen jüngsten Sieger Lambotharan.

In der Familie Logendran ist das Schachspielen bereits eine Tradition. Auch Lambotharans ältere Schwester und sein Bruder sind begeisterte Spieler. Gemeinsam liessen die drei Geschwister im letztjährigen Schachturnier den anderen Spielern kaum Chancen: Die ersten drei Ränge wurden allesamt von den Logendrans abgesahnt, mit dem älteren Bruder als Sieger, Lambotharan im zweiten Rang und seiner Schwester im Dritten.

Übung macht den Meister

Was macht eigentlich einen Schachmeister aus? Diese Frage brachte Bähr zum Schmunzeln. Klar bedinge das Schachspiel einen gewissen Grad an Intelligenz und ein gutes Gedächtnis, erklärte er.

Aber entgegen der landläufigen Meinung würden die Gehirnfunktionen nicht zwingend durch das Spiel verbessert. «Wie in jeder anderen Sportart ist das Geheimnis zum Erfolg: Üben, üben, üben», so Bähr.

Motivation und Wettkampflust sind dabei wichtige Faktoren. Ganz wichtig ist auch das Durchhaltevermögen. Bähr nannte Lambotharan als das beste Beispiel dafür: Am Anfang habe er immer nur verloren, sei es gegen seine Geschwister oder gegen andere Kinder.

«Aber sein Wille zu gewinnen, und die Förderung durch seine Geschwister haben ihn dazu motiviert, nicht aufzugeben und weiter zu trainieren», sagte Bähr. Dieses Jahr sei sein Ausdauervermögen nun mit einer Siegermedaille belohnt worden.

Abgelenkt von der Fasnacht

Gegen Mittag wurden die Kinder langsam unruhig. Ob die Fasnacht etwas mit der abnehmenden Konzentration zu tun hat? Anstatt der geplanten sechs Runden Schach wurden nur vier durchgeführt.

Die Kinder wollten den Umzug nicht verpassen und wünschten, etwas früher gehen zu dürfen, um nach Hause zu gehen und sich für die Fasnacht schminken zu können. Schach hin oder her - manchmal wollen Kinder lieber einen Indianer oder eine Prinzessin spielen, als zum Schachmeister gekrönt zu werden.