Bergdietikon

Die Kollektenkasse lässt sich auch virenfrei und bargeldlos füllen – dank QR-Code und Mobiltelefon

Neu kann auch per QR-Code über Twint gespendet werden.

Neu kann auch per QR-Code über Twint gespendet werden.

Seit Pfingsten kann man in der reformierten Kirche kontaktlos spenden. Das Angebot wird auch von Alteingesessenen genutzt.

Virenfrei und kontaktlos spenden: Ein Slogan, der besonders in den letzten Monaten ein schlagendes Argument war. Die reformierte Kirche Bergdietikon begann jedoch bereits vor der Coronakrise, den Bezahldienst Twint als Spendemöglichkeit einzuführen. Über Twint kann man mit dem Handy einen QR-Code scannen und Geld direkt an die hinterlegte Person oder Organisation überweisen.

Kirchenpflegerin Patrizia Bleiker sah diese Möglichkeit in einer Kirche in Luzern und brachte den Vorschlag nach Bergdietikon. «Anfangs wollten wir die Idee vor allem in Spezialgottesdiensten wie Hochzeiten oder Beerdigungen einsetzen», sagt Pfarrer Emanuel Memminger. Es sei ihnen darum gegangen, vor allem jüngere Spender und Leute, die selten in die Kirche gehen, anzusprechen.

Während der Coronakrise sei die Akzeptanz bargeldloser Bezahlung jedoch generationsübergreifend stark gestiegen. «So haben wir das System an Pfingsten eingeführt und gleich 45 Franken Spenden erhalten», so Memminger. Auch in der Woche darauf hätten die Leute einiges gespendet. «Wir waren überrascht», sagt der Pfarrer. Er hätte nicht damit gerechnet, dass auch die regelmässigen Gottesdienstteilnehmer solche Freude an der bargeldlosen Kollekte hätten.

Besonders wichtig war ihm bei der Einführung von Twint, dass die Spenden weiterhin ano­nym getätigt werden können. «Es soll kein Druck zum Spenden für die Kirchgänger entstehen», sagt Memminger.

In den letzten Jahren sei die Kollekte der regelmässigen Kirchgänger jeweils gleich hoch geblieben. Einzig die Gaben an den Spezialanlässen hätten abgenommen, so Memminger. «Das liegt aber weniger an der Grosszügigkeit der Leute als an der Verfügbarkeit von Bargeld.» Bei vielen Jungen ist dies nicht mehr automatisch im Geldbeutel. Das merkte der Pfarrer auch daran, dass in den letzten Jahren kaum noch Fremdwährungen in den Spendentöpfen auftauchten. Das sei früher noch gang und gäbe gewesen. Dank der neuen Möglichkeit, über Twint zu spenden, will die Kirchgemeinde die Kollekte nun ans digitale Zeitalter und die neue Generation anpassen.

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