Birmensdorf
Die Kleinen tanzen durchs Wunderland

Schüler der Ballettschule zeigten mit zwei professionellen Tänzern eine facettenreiche Darbietung.

Franziska Schädel (Text und Fotos)
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Waldfeen
7 Bilder
Wunderland
Muschelkinder
Tanz der Katze - Nadja Muratovic
Es ist geschafft - grosser Applaus
Die Kleinsten huschen als Fische über die Bühne
Alice im Schloss der Herzkönigin

Waldfeen

Limmattaler Zeitung

Schilfgrüne Feenwesen schweben über die Bühne, grazile Mädchen tanzen anmutig zu arabischen Klängen und die Kleinsten, gerade mal vier Jahre alt, entzücken als hüpfende Muscheln und Fische ihre Eltern und Grosseltern.

Unter der künstlerischen Leitung von Clelia Bianca-Gastini tanzten sich am Wochenende 120 Kinder und Jugendliche der Ballettschule Birmensdorf mit Pirouette und Pas de deux in die Herzen des Publikums.

In 20 Bildern führten sie zu Melodien von Fauré, Respighi, Shostakovich oder Johann Strauss durch die Erlebnisse des kleinen Mädchens Alice, das beim Spielen durch Zufall in eine Zauberwelt fällt und dort von einer skurrilen Gestalt zur nächsten stolpert.

Ballett als Mädchendomäne

Clelia Bianci-Gastini hat viel Herzblut in die Kinderballett-Aufführung von «Alice tanzt sich durchs Wunderland» gesteckt und die Erleichterung über die gelungene Premiere steht ihr ins Gesicht geschrieben: «Ich war sehr nervös, denn die Hauptprobe ist nicht so gut gelaufen.

Aber jetzt bin ich zufrieden», sagt sie und strahlt. Die Organisation des Anlasses habe sie viel Kraft gekostet, und sie sei über die Unterstützung aller Beteiligter, insbesondere auch der Eltern, sehr froh gewesen.

«Sie haben viel zum Gelingen der Aufführung beigetragen», sagt Bianca-Gastini. Sie führt ihre Ballettschule in Birmensdorf seit 20 Jahren.

«Begonnen habe ich mit sieben Schülerinnen», erinnert sie sich. Und noch immer sind es vorwiegend Mädchen, die bei ihr tanzen. Immerhin: Im Wunderland von Alice sind der Frosch und eine Muschel als kleine Balletttänzer auszumachen.

Frisur als Herausforderung

Mit einfachen Mitteln – einem wechselnden Lichtbild an der Bühnenrückwand – und wunderbaren Melodien wird das Publikum in einen Zauberwald, an einen reich gedeckten Nachmittagstee oder ins Schloss der Herzkönigin entführt.

Ein Höhepunkt der Aufführung ist der Gastauftritt der beiden Berufstänzer Larissa Gassmann und Gabriel Stoyanov, die als Hasenmädchen und verrückter Hutmacher mit ihrem perfekten Pas de deux wohl das eine oder andere Ballettmädchen von einer grossen Karriere als Primaballerina träumen lassen.

Gelegenheit zum ersten Karriereschritt ergibt sich schon bald. Tänzerinnen und Tänzer können sich in der Ballettschule Birmensdorf auf die demnächst stattfindende Prüfung der Royal Academy of Dance vorbereiten.

Nach den intensiven Proben für die Aufführung beginnt wieder der normale Trainingsalltag.

Für die 8-jährige Ronja aus Aesch ist das Tanzen aber vor allem Spass. Tanja Grüninger, die selber einmal Ballett getanzt hat, ist stolz auf ihre Tochter: «Vor zwei Jahren ist sie noch vor lauter Lampenfieber von der Bühne gerannt», erinnert sie sich lachend.

Die grosse Herausforderung für sie als Mutter sei aber die Frisur ihrer Tochter gewesen. «Haare bis zum Füdli, und dann daraus ein anständiges Chignon frisieren – das war gar nicht so einfach», sagt Tanja Grüninger und winkt ihrer Tochter nach, die mit ihren langen Mausohren bereits wieder hinter der Bühne verschwindet – bereit für die Weiterreise durchs Wunderland.